Es wäre überhaupt nicht so schwierig, den Umbau der Energieversorgung zu bewerkstelligen, wenn da nicht die Politiker mit der Dinosaurierindustrie verheiratet wären und lieber (wie immer) ein wenig an den Symptomen herumdoktern würden, anstatt die Ursachen anzugehen. Denn es gibt so viele Fakten, die für eine relativ einfache Finanzierung sprechen.
Pro Jahr fließt ziemlich viel Geld ökologisch desaströs in:
- Braunkohle (800 Millionen Euro)
- Steinkohle (2,6 Milliarden Euro)
- Gewinne bei Eon+RWE+EnBW+Vatenfall, die der Konsument finanziert (18 Milliaden)!
- Versichert sind die Atomkraftwerke lediglich mit ca. 2 Milliarden Euro. Ein Supergau wie in Tschernobyl dürfte um die 4000 Milliarden Euro kosten.
- Die Folgekosten werden mit Sicherheit von der Allgemeinheit bezahlt werden und nicht von den Atromkraftkonzernen. Dafür werden sie schon sorgen. Dann werden die nächsten paar 1000 Generationen die Kosten tragen müssen!
- Wie viele Milliarden in die Atomforschung gesteckt werden und wurden, will ich gar nicht erst recherchieren
- Das Einsparpotential durch Stromsparende Geräte ist enorm hoch (sicherlich bei > 50%)
- Die Subvention des Umweltverbrauches muss sofort aufhören
- und vieles mehr
Dann wurde noch ein CO2-Zertifikatssystem etabliert, was nicht wirklich dazu führt, dass weniger CO2 emittiert wird, sondern nur partiell. Was nutzt es wenn durch Einsparung das Zertifikat verkaufen wird, an jemand anderen, der dann wieder das Zeug in den Wind bläst oder Kohlekraftwerke damit quersubventioniert. Diese werden durch diesen Trick plötzlich wieder rentabel. Irgendwie stimmt mich das alles nachdenklich. Außerdem wurden diese noch verschenkt und mit unverfrorender Frechheit an den Endkunden weiterverkauft. Was hätte man damit alles finanzieren können...
Der Strompreis wird an der Strombörse bestimmt. Dadurch wird der Strompreis für den Endkunden künstlich nach oben getrieben. Denn dieser orientiert sich nicht maßgeblich an den niedrigen Kosten, die für den bestehenden Kraftwerkspark (abgeschrieben) für den Betrieb veranschlagt werden, sondern für die Neubeschaffung. Dieser orientiert sich gänzlich an anderen Gesetzmäßigkeiten.
In Summe könnte man von einem völligem Marktversagen sprechen. Nichts davon ist zukunftsweisend und das schlimme: Es wird alleine durch die, vom Volk gewählten Politiker getragen. Der politische Wille eine Wende einzuleiten ist nicht vorhanden oder nicht erkennbar. Es wird viel geredet und wenig getan. Bisweilen werden Lügen verbreitet, dass Atomkraftwerke kein CO2 verbrauchen würden. Bis heute plärrt vor allem die CDU und CSU heraus, dass wir mehr Atomkraftwerke bräuchten. Ich könnte mich eventuell damit anfreunden, wenn keine alternativen bekannt wären (die Sonne nicht mehr scheinen würde) und die "Endlagerung" keinerlei Probleme darstellen würde. Davon sind wir aber extrem weit entfernt.
Und bekannt ist das alles in unserer "Politikerelite" schon eine ganze Weile. Dazu hab ich schon einen Blogeintrag vorbereitet.
Unsere Politiker haben nichts besseres zu tun als populistische Parolen herauszuposaunen, in dem kein noch so klitzekleines bisschen von Nachhaltigkeit erkennbar ist. Es geht immer wie Watzlawick so schön formulierte: "von dem mehr des selben". Es soll sich eigentlich gar nichts ändern. Von Rechts bis Links, nichts zukunftsträchtiges. Der CDU-Huber redet von zusätzlichen 60 Jahre AKW-Laufzeiten und von linksaußen Herr Gysi für höhere Harz-IV-Sätze.
Der sozial gerechte Umgang mit steigenden Energiepreisen ist sicherlich schwierig, doch nicht unmöglich. Dazu gibt es gute Konzepte, die den Gesamtumbau der ökologischen Energieerzeugung förderlich sind. Denn es geht nicht darum den "ärmeren" den gleichen verschwenderischen Energiehunger zuzustehen, sondern den Gesamtverbrauch drastisch zu senken. Also sollte ein Grundsockel an Energie günstig für jedermann zur Verfügung stehen. Darüber hinaus steigen die Steuern progessiv, also je mehr verbraucht wird, werden auch deutlich mehr steuern fällig. Also kurz gesagt, der Viel- und Luxusverbrauch muss drastisch sinken. Damit ließen sich zum einen der Grundsockel finanzieren, zum zweiten wird dafür gesogt, dass diese schwächeren Haushalte ihren Energieverbrauch drastisch senken. Erstens durch Dämmung der Häuser und Energieeffizeinte Haushaltsgeräte.
Ist das etabliert, müssen Energiepreise weiter steigen. Steigende Kosten "zwingen" die Menschen effizient zu handeln, weniger verschwenderisch zu sein und mit Elan neue Technologien zu entwickeln. Nur die effizientesten und notwendigen werden sich dann durchsetzen.
Die einfache Einführung einer Quotenregelung für Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung würde zu klimafreundlicherer Stromproduktion führen. Diese wäre aber immer dezentral und daran hat das oben genannte 4'er Oligopol als Betreiber von uneffizienten Großkraftwerken "natürlicherweise" kein Interesse. Auch hier liegt es lediglich am politischen Willen die unfairen und wettbewerbsfeindlichen Eingriffe zu korrigieren.
Zum Thema Umweltverbrauch ist dem von Michael Braungart gesagtem einfach nichts mehr hinzuzufügen: "Eine Fortsetzung der industriellen Wirtschaftsweise der vergangenen 150 Jahre ist auf Dauer unmöglich. Somit müssen wir künftig intelligent produzieren: Die eingesetzten Stoffe sind in technischen und biologischen Kreisläufen zu führen, damit kein Müll entsteht. Zum Zweiten sollten wir uns von der Denkweise verabschieden, dass es erstrebenswert ist, etwas weniger schädliche Dinge herzustellen als zuvor. Vielmehr darf es nur noch Dinge geben, die weder Mensch noch Umwelt vergiften und deren Inhaltsstoffe nach Gebrauch möglichst sogar noch biologisch oder technisch nützlich sind."
Das jammern nutzt natürlich nichts. Man muss selber tun, was in seiner Macht steht und das ist bestimmt noch lange nicht ausgereizt...
Die Sonne hat in den letzten Millionen Jahren keine Rechnung geschickt und wird das auch die nächste Zeit wohl unterlassen.
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