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Artikel mit Tag landwirtschaft
Dienstag, 12. Dezember 2006
Anbaustopp für Genmais durch Pachtverträge
Rostock macht vor, welche Möglichkeiten Verpächter haben. Rostock hat beschlossen, dass auf den 2500 Hektar Ackerflächen, die der Stadt gehören kein genmanipuliertes Saatgut verwendet werden darf. Rostock geht davon aus, dass dies eine Signalwirkung hat und in weiteren Gemeinden "Schule" macht. Jeder der Flächen hat und diese verpachtet, hat diese Möglichkeit auf den Anbau Einfluss zu nehmen. Falls er keinerlei Bedingungen stellt, bekommt die Natur das zu spüren. Der Verpächter kann sich jedoch überlegen, ob er genmanipuliertes Saatgut, keine chemischen Pestizide oder Düngemittel auf seinen Feldern sehen möchte und entsprechende Klauseln im Pachtvertrag festschreiben. Die Verantwortung liegt bei ihm selbst und sollte nicht ungenutzt bleiben. Quelle: svz.de Anbaustopp für Genmais Verbot in Rostock bis 2018
Freitag, 8. Dezember 2006
Nicht
nur die gefälschten Arzneimittel, sondern auch gefälschte Pestizide für
den Einsatz am Feld, stellen für die Gesundheit und Industrie eine
Bedrohung dar. Die europäische Saatgutschutz- Organisation ECPA schätzt den wirtschaftlichen Schaden weltweit auf
jährlich bis zu 510 Mio. Euro. Das sind etwa fünf bis
sieben Prozent des gesamten Marktwertes. Unter den falschen Chemikalien sind allerdings
doch einige sehr problematische, weil nicht zugelassene Stoffe, die
dann in Lebensmitteln wie etwa Obst und Gemüse im Supermarkt landen
könnten. Zudem laufen auch die Bauern Gefahr, wenn sie diese anwenden.
"Es habe bereits Fälle gegeben, wo Bauern ihre gesamte Ernte durch den
Einsatz derartiger Substanzen verloren haben", meint Rowe. (Quelle: pte.at)
Will man das Risiko möglichst gering halten, bleibt einem nichts anderes übrig, als biologisch angebaute Lebensmittel zu kaufen.
 Wie leicht in Mais sich Einkreuzungen ergeben zeigt deutlich dieses Bild. Dieses Jahr habe ich Bantammais ausgesät und geerntet. Da Bantammais ein Süßmais ist, ist er im getrocknetem Zustand ziemlich glasig und schrumpelig. So sollten die Körner am Kolben eigentlich überall aussehen. Da Mais ein Fremdbefruchter ist, wird der eingetragene Pollen direkt mit dem Erbgut der jeweiligen weiblichen Blüte (je Korn eine) vermischt und das Resultat bei der Ernte sichtbar. Links im roten Kreis deutlich zu sehen ein Ziermais, der nicht allzuweit weg stand, rechts könnte von den konventionellen Maisflächen stammen, die einen Abstand von über 150 Metern haben. Somit ist offensichtlich, warum eine Koexistenz von Genmanipuliertem Mais und "konventionell" angebautem Mais nicht funktionieren kann. Die Natur hört nicht nach 50 oder 100 Metern einfach auf. Bienen, anderen bestäubenden Insekten oder dem Wind kann man nicht erzählen, dass sie dieses Feld meiden sollen. Neulich habe ich erst gelesen, dass gerade Bienen ziemlich viel Pollen vom Mais sammeln. Dies wiederum landet dann im Honig, später dann bei uns auf dem Tisch.
Die spanischen Biobauern geraten wegen der zunehmenden Anbaufläche von gentechnisch verändertem (GVO) Mais immer stärker unter Druck. Die Anbauflächen von Biomais ist innerhalb eines Jahres um ca. 80% zurückgegangen. Beim Biomais ist aus verständlichen Gründen eine Null-Toleranz gegenüber Einkreuzung von genverändertem Mais vorhanden ist. (Quelle) Die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben einen direkten Einfluss auf die Wirtschaftsweise der Landwirte. Werden die Haftungsregelungen aufgeweicht, besteht eine große Gefahr für den Bioanbau. Würde der Gesetzgeber sich mehr an seinen Kunden orientieren - also der Mehrheit der Bevölkerung - müsste er berücksichtigen, dass immer mehr Menschen biologische Nahrungsmittel kaufen oder kaufen wollen (könnten sie sich diese leisten).
Donnerstag, 7. Dezember 2006
Greenpeace hat ohne Probleme illegale Pestizide einkaufen können. Nicht nur von einem Händler sondern von elf. Es ist also kein Einzelfall, sondern eher die Spitze des Eisbergs. Laut einer Anfrage der Grünen am 16. August 2006 gab die Bundesregierung an, dass "2005 bei ca. 30 Prozent der rund 3000
kontrollierten Pestizidhändler illegale Pestizide gefunden wurden. Staatliche Verbote versagen, gesundheitliche Bedenken und medizinische Beweise dass die Substanzen sogar Krebserregend sind scheint da niemanden zu richtig zu interessieren. Solange das "Zeug" noch für wen auch immer produziert wird, wird es auch hierzulande wohl verkauft und verbraucht werden. Das gute daran ist, dass sogar Lidl und Aldi nun ihre Lieferanten zur Pestizidminderung zwingen wollen - aus Angst vor Umsatzeinbußen. Dass Pestizide auch für den Landwirt selbst schädlich sind, ist längst in einer Studie von Professor Alberto Ascherio von der Harvard-Universität nachgewiesen worden. So erhöht sich das Parkinson-Risiko um gut 70%.
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Montag, 27. November 2006
Vor allem die Union mit Horst Seehofer (Bundesagrarminister) will die Forschung mit Gentechnik in der Landwirtschaft erleichtern. Darauf scheint er sich mit der Forschungsministerin Schawan in einem Eckpunktepapier geeinigt zu haben.
"Interessante Ansätze": - Bei Forschungsvorhaben soll ein geringerer Abstand gelten, als beim konventionellen Anbau
- Die Haftungsfrage ist auf den direkten Nachbarn begrenzt, weiter weg liegende Flächen werden nicht berücksichtigt
Das Verusacherprinzip gilt hier wohl mal wieder nicht. Wenn man schon so einen Anbau fordert, muss man logischerweise auch die Verantwortung dafür übernehmen. Hier wird per Gesetz geregeln, dass keine Verantwortung übernommen werden braucht. Das wäre ungefähr vergleichbar mit: Wenn ich Kirschen nicht beim Nachbarn klaue, sondern einen Garten weiter ist das schon in Ordnung. Und wenn ich das zu Forschungszwecken mache, kann ich die Bäume auch abernten, wenn sie weiter als 50m von meinem Grundstück weg sind. Dieser Argumentation würde doch niemand zustimmen.
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Freitag, 24. November 2006
Mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht will Rheinland-Pfalz die umstrittene Käfighaltung von Legehennen stoppen.
Noch in diesem Frühjahr wurde die "Kleinvolierenhaltung" beschlossen, in denen ein Huhn so viel Platz zugestanden bekommt wie gerade einmal ein und ein halbes DIN A4-Blatt. Das ist zwar eine geringfügige Verbesserung der bisherigen Käfighaltung, doch lediglich im Quadratzentimeterbereich. Die Landesregierung hält das für Verfassungswidrig. Selbstverständlich weist die Geflügelwirtschaft den Vorwurf zurück. Hoffen wir mal das beste für die Hühner.
Freitag, 17. November 2006
Laut einer neuen Studie vom Organic Monitor (www.organicmonitor.com) ist auch letztes Jahr der weltweite Absatz von Bio-Lebensmitteln und -Getränken auf 40 Milliarden Dollar gestiegen.
Die Gute Nachricht daran: Solange der Absatz steigt, steigt auch die Fläche, die ohne chemische Pestizide, künstlichen Düngemitteln unnötig belastet werden und nachhaltig bebaut wird. Alles hat jedoch auch seine Folgen oder Gefahren: Wenn die wenigen Lebensmittelkonzerne es nun schaffen, die Verordnungen aufzuweichen, um mehr und billigere biologische Erzeugnisse in die Regale zu bekommen, wird die Lebensmittelqualität noch weiter darunter leiden. Des Weiteren wird die Abwärtsspirale für kleine Erzeuger sich weiter drehen. Die aus meiner Sicht nicht gewünschte Industrialisierung (auch) in der ökologischen Landwirtschaft schreitet immer schneller voran. Die Studie: #7002-40 The GLOBAL Market for ORGANIC Food & drink
Mittwoch, 13. September 2006
Kaum eine Woche vergeht ohne neue Funde von kontaminiertem Reis durch die Sorte LL601 (Liberty Link - Resistenz gegen Unkrautvernichtungsmittel Basta von Bayer). Und nur weil Bayer selber den Labors Vergleichsproben und Technik dazu lieferte - Monate, wenn nicht Jahre verspätet. Das zuständige US-Ministerium ließ dann wieder Monate verstreichen, bis sie den Rest der Welt informierte. Man kann davon ausgehen, dass es nur die Spitze eines globalen Eisberges ist. Es ist immer noch völlig unklar (jedenfalls in der Öffentlichkeit) wie überhaupt diese Verunreinigungen zustande kommen konnte. Für die Zukunft ist das Problem nicht aus der Welt. Niemand weiß wie es mit den für pharmazeutische Zwecke veränderten Pflanzen durchgeführten Freilandversuchen aussieht. In den USA werden solche Versuche großzügig genehmigt (ca. 50.000 bisher durchgeführt). Die Labors finden nur das, wonach man sucht und erschwerend kommt hinzu, dass sie oft nicht über taugliche Testverfahren verfügen. Nun versucht man durch einen Trick den Schaden zu begrenzen. Man möchte die illegale GV-Reissorte einfach zulassen. Mittlerweile hat sogar der Generalinspekteur des US-Landwirtschaftsministerium zugegeben, dass Verordnungen, Methoden und Verfahren aktuell nicht ausreichen für eine sichere Einführung der Agro-Biotechnologie. Das war wohl leider nur ein kurzer Lichtblick, denn Konsequenzen daraus sind bis heute ausgeblieben... Es wird immer deutlicher, dass es keine Koexistenz geben kann. Was da gerade passiert ist massenhaftes unkontrolliertes Freisetzten von Erbgut, wo es nichts verloren hat. Ist erst mal alles durchkontaminiert, ist es wahrscheinlich zu spät. Und als Verbraucher bin ich der Dumme, denn die Wahlfreiheit wird mir genommen. Warum ist die Profitgier weniger Konzerne, mit extrem wenigen Arbeitsplätzen der Politik so viel mehr Wert, als z.B. die arbeitsplatzschaffende ökologische Landwirtschaft?
Dienstag, 5. September 2006
In Bayern werden über 100 Tonnen altes ranziges Fleisch sichergestellt - zufällig. Warum das überhaupt möglich ist? Anhand des BSE-Skandal kann man es verdeutlichen: Die Konsumenten stiegen vom qualitativ hochwertigeren Rind-, Kalb- oder Lammfleisch auf minderwertige Wurstprodukte aus Schlachtabfällen von Schwein und Geflügel um. Ähnlich verhält es sich beim Fisch. Bei ganzen unverarbeiteten Stücken weiß man am ehesten was man bekommt. Schließlich wurde der Mensch über die Jahrtausende mit sensorischen Fähigkeiten ausgestattet, die auch heute noch funktionieren. Doch die deutschen Verbraucher lieben ihre Fertigprodukte. Ein Großteil des Fleisches war in einem nicht genehmigten Kühlhaus untergebracht. Ein anonymer Zeuge bestätigt, dass schon vor 20 Jahren Fleisch umetikettiert wurde, um es weiter zu verkaufen. Politik: 1. Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf (CSU) hat aus den vergangenen Fleischskandalen keinerlei Konsequenzen gezogen. Und wieder wird versprochen (reaktiv) mit aller Härte und Konsequenz gegen die Verursacher vorzugehen.
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Dienstag, 29. August 2006
Die FAZ meldet, dass US-Landwirte Klage gegen die Pflanzenschutztochter CropScience der Bayer AG eingereicht haben. Hoffen wir auf den Erfolg dieses (aus meiner Sicht jedenfalls) Präzedenzfalls. Dies könnte eine Signalwirkung haben und ein Stück weiter Richtung des Verursacherprizips führen.
Leider ist die ursächliche Motivation alleine aus dem Handelsverlust heraus geboren worden.
Freitag, 25. August 2006
 Demeter-Imker machen auf Bienenverluste aufmerksam, schreibt die Lebendige Erde 4/2006. Im Winter 2005/2006 mussten die Imker Völkerverluste bis zu 80% hinnehmen. Die Situation der Bienen (Imker) verschlechterte sich über die letzen Jahre immer weiter. Der strenge Winter reiche nicht als Erklärung aus. Es sei offensichtlich, dass die Vitalität der Bienen abnimmt. Vor 15 Jahren überlebten die Bienen einen Varroamilbenbefall mit 10.000 Varroamilben, heute sterben sie bei einem Befall von einem Zehntel von damals. Verantwortlich wird dafür der zunehmende Mangel an blühenden Pflanzen in der Landschaft und auf den Einsatz von schädigenden Insektizieden gemacht. So gilt als Bienenfreudliches Pestizid, wenn innerhalb von 48h weniger als 50% der Bienen sterben - ohne Worte oder? Was kann jeder dagegen tun? Verantwortung übernehmen und sein Essen aus biologischem Anbau kaufen!
Freitag, 11. August 2006
Der Anbau von GVO in den USA ist 2006 weiter gestiegen. Bei Mais stieg der Anteil auf über 60%, bei Soja (gentechnisch vermittelten Herbizidresistenz) sogar auf 89%. Die Verbreitung von GV-Soja, -Mais und -Baumwolle liegt mittlerweile bei über 53 Mio ha Fläche. Die Sorten mit kombinierter Insekten- und Herbzidresistenz finden vermehrt Anbaufreunde... Quelle: Reifeisen.com
Mittwoch, 19. Juli 2006
Auf Oekolandbau.de ist ein Artikel über " Landbau ohne Distelbekämpfung" erschienen. Hierin wird wieder mal klar, dass es völlig unnötig ist Herbizide einzusetzen, vorausgesetzt man macht es der Natur gleich. Diese ist immer bestrebt ein Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Nur erkennen wir meistens dies nicht als den perfekten Zustand an, da unser Verstand unzureichend ist. Bewiesen hat es vor allem der Biobauer Ernst Weber. Er schafft es durch die angewendete Methode (zweimal jährlich: Stoppelhobel, max. 12cm Arbeitstiefe) seine Flächen relativ unkrautfei zu halten. Der wichtigste Partner auf dem Acker ist und bleibt der Regenwurm. Ein gesunder "gut krümelnder" Boden ist ohne ihn nicht möglich. Die Distel stört niemanden, solange man ihre Ruheformen im Boden schlummern lässt.
Doch wehe, diese unterirdischen Ausläufer werden durch tiefes Umgraben
oder Pflügen geweckt: Sofort treiben sie neue Pflanzen, und die
Distelplage hat begonnen. Bei jeder Bearbeitung kommen mehr... Was kann ich also tun? Die Natur genau beobachten und ihr es gleich machen. Nicht umgraben oder pflügen, wenn gerade die Aktivität der Regenwürmer am höchsten ist. Den Boden möglichst natürlich bedeckt lassen oder mulchen, sonst verhungert er und kann seine wertvolle Arbeit nicht tun.
 Die Rapsglanzkäfer, wissenschaftlicher Name Meligethes aeneus F. ist ein weit verbreiteter phyrethroidresistenter Rapsschädling. Er zerfrisst vor allem die jungen Knospen, um an die Pollen heranzukommen und ist in Norddeutschland sogar zur Plage geworden. Diese kleinen Käfer sind durch Ackergifte nicht mehr totzukriegen. "Sie sind resistent gegen gängige Insektengifte", sagt der Sprecher der Landwirtschaftskammer. Anstatt die Ursachen zu bekämpfen, befinden sich neue Insektiziede in der Zulassung. Doch die logische Folge wird sein: Neue Resistenzen entstehen - früher oder später! Geschäftsführerin des Bioland-Verbandes im Norden, hat nur bedingt
Mitleid: "Alle, auch die konventionellen Bauern, wissen genau, wie es
zu diesen Resistenzen kommt: zu enge Fruchtfolgen und zu viele
Insektizide." Anscheinend will man nichts dazulernen??? Quellen: Taz - Großes Krabbeln an der Küste, UFOP, Google-News...
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