Es ist schön, dass sich das Gedankengut der Permakultur weiter verbreitet. Wer sich darunter noch nicht so viel vorstellen kann, oder bisher nur Theorien gewälzt hat schaut sich am besten die folgenden passenden 5 Videos an:
Rund 50 Milliarden Euro Agrarsubventionen sind "neu" zu verteilen. Im Moment findet in der zuständigen EU-Kommission ein harter Verteilungskampf mit der Lobby statt, denn sie möchte den Kuchen anders Verteilen. Den großen Weniger geben und dafür mehr in umweltgerechte Landwirtschaft fließen lassen. Im Schnitt verteilt jeder von uns 100€. Naja, schön wäre das, könnten wir darüber einfach mitbestimmen. Ob diese Schieflage daraufhin weiter so aussehen würde:?
Die Verteilung ist nicht nur wie auf der Grafik abgebildet thematisch schief, sondern auch bekommen die meisten Bauern relativ wenig Subventionen. Knapp die Hälfte, der Bauern bekommt weniger als 5000 Euro. Der größte Teil des Kuchens bekommen wenige, vor allem die Großgrundbesitzer und Konzerne. Darunter befinden sich bekannte Namen wie Thurn und Taxis, Nestlé und RWE, welche allesamt Millionenbeträge kassieren. Die Zahlungen sind z.B. nicht an Arbeitsplätze gekoppelt, sondern in der Regel an Flächen und Erntemengen. Besonders begünstigt werden große und spezialisierte Betriebe - spezialisiert eben auf das was gerade gut subventioniert wird. Einen guten Überblick über die Thematik befindet sich auf www.bund.net/agrar.
Aktion: Jetzt selber beim BUND bestimmen, welche Säule man für die richtige hält. Bis zum 30. Juni abstimmen und gewinnen. Die abgegebenen Stimmen werden an den Landwirtschaftsminister Horst Seehofer und die EU-Kommission übermittelt.
Die Medien haben das Interesse so ziemlich verloren, es ist ruhig geworden um die Vogelgrippe und dessen Erreger, das Virus H5N1. Die große Panikmache und Hysterie war noch letztes Jahr über Wochen aufrecht gehalten worden. Ganz anders dieses Jahr. Immerhin haben dadurch die Wildvögel als "Schwarzen Peter" ein wenig Ruhe.
Ist die Gefahr vorüber? Nein, es hat sich wenig bis gar nichts geändert. Die Übertragungswege sind immer noch völlig unklar. In Brandenburg sind in den letzten paar Wochen bei drei kleine Hühnerhalter mit weniger als 50 Hühnern die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Wie sie daran gekommen sind weiß noch keiner.
Es ist offensichtlich, dass diese Seuche die Ursache im globalen Tierhandel hat. Es ist unverständlich mit welcher Resistenz die Fakten beiseite gelassen werden. Hier ein paar davon:
Immer noch werden durch die EU wenig gefährdeten Kleinbetriebe benachteiligt und die Großbetriebe bevorzugt. Groß, größer und mit dieser wachsenden Größe steigt auch die Labilität der Systeme.
Um einen gefährlichen Virus zu erhalten, braucht es eine gute Mutationsfähigkeit. Diese erreicht man nur in Betrieben mit sehr vielen Tieren. In der Natur ist der Virus immer wieder verschwunden, den Wildvögeln hat es bisher nicht geschadet.
Bisher sind etwas mehr als 200 Menschen weltweit an Vogelgrippe gestroben. Alleine an der "normalen" Menschengrippe sterben jährlich alleine in Deutschland mehr als 10.000 Menschen - ohne Hysterie.
Tamiflu soll laut neueren Berichten gar nichts helfen und das Risiko von Resistenzen extem erhöhen, denn es gelangt durch die Kanalisation und die Kläranlagen in die Oberflächenwässer. Es baut sich kaum ab.
Der Globale Handel im Geflügelbereich erhöht das Infektionsrisiko erheblich. Nur wenige Konzerne beherrschen diesen Markt Weltweit. Geflügelkot wir z.B. zu Fischfutter verarbeitet...
Die genetische Variation beim Geflügel ist mangels Diversifizierung der Nutztierrassen (aufgrund dieser Konzentration) abnehmend.
Solange sich an den Ursachen nichts ändert wird sich auch die Gefahr nicht bannen lassen. Solange werden wir mit diesem Risiko leben müssen.
Die Natur hat immer recht. Man braucht sie lediglich beobachten. Hier gilt eine möglichst große Diversifizierung an Rassen und Arten, sowie keine zu großen Populationen (als nicht zu viele Lebewesen einer Spezies auf kleiner Fläche). Diese Risikominimierung hat in den letzten paar Millionen Jahren sich als erfolgreiche Strategie erwiesen. Nur wenige wollen das nicht wahr haben - leider haben diese zu unserem allgemeinen Unglück zu viel Macht.
Günter Eich hat einmal gesagt: "seid Sand, nicht Öl im Getriebe der Welt". Was heißt das konkret in diesem Zusammenhang? Da nicht jeder so wie wir Hühner halten kann, ist es ratsam darauf zu achten, dass man nicht mit einer Gleichgültigkeit seine "Hühnerprodukte" (Eier, Fleisch, Nudeln mit Ei etc.) kauft (Öl ins Getriebe), sondern darauf acht gibt, woher diese Stammen. Nur der ökologische Landbau bietet hier einen akzeptablen Mindeststandard (Sand im Getriebe). Alle anderen Haltungsformen sind und bleiben eine Katastrophe, ob KäfigVolierenhaltung, Bodenhaltung oder Freilandhaltung. Jeder möge tun, was er kann...
Der Südwestsaat GbR ist es gelungen die erste Maissorte zu züchten, die gegen den Maiswurzelbohrer resistent ist. Der Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) wird zunehmend zu einem Problem im Maisanbau. Dort wo der Käfer massenhaft auftritt, können Ernteverluste bis zu 90% auftreten. Mittlerweile ist er auch in Süddeutschland angekommen.
Die Gentechnik-Saatgutfirmen versuchen deshalb ihren genetisch manipuliertem Mais als Allheilmittel anzubieten. Diesem wurde ein Gen eines Bakteriums, des Bacillus thuringiensis (Bt) eingebaut. Das BT-Gift bewirkt ein Absterben von Fraßinsekten und die Ungefährlichkeit bleibt umstritten. Untersuchungen darüber werden nicht freiwillig der öffentlichen Diskussion ausgesetzt, das sagt schon fast alles.
Bei der Saaten-Union kommen modernste Zuchtmethoden wie die in-vivo-Haploideninduktion und die
Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) zum Einsatz und sind
laut Angaben von der Saaten-Union "gentechnikfreie" Methoden.
Ein selbstgemachtes Problem des konventionellen Landbaus, wo die Fruchtfolge (oder besser gesagt eigentlich keine Fruchtfolge mehr) viel zu eng ist, denn: Die Schäden entstehen vor allem in Maismonokulturen, da die Weibchen
des Schädlings ihre Eier (bis zu 1.000 Stück) im Spätsommer an
Maiswurzeln ablegen und die im folgenden Frühjahr schlüpfenden Larven
für eine optimale Entwicklung Maiswurzeln der neu ausgesäten Maispflanzen benötigen.Diese stören die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen und schädigen somit die Pflanzen massiv. Eingerollte Blätter aufgrund von Trockenstress und Lagerneigung sind die erkennbaren Schadsymptome. Es ist also nur da ein Problem, wo Mais auf Mais angebaut wird. Die Lösung dazu liegt so nahe, die Ursache so leicht zu umgehen. Der Ökolandbau macht dies wieder einmal vor.
Vor ein paar Tagen aufgenommenes Bild. Es zeigt um diese Jahreszeit einen typischen konventionellen Kartoffelacker. Das Kartoffelkraut ist mit Pestiziden totgespritzt! Das ist unser normaler Umgang mit der Schöpfung.
Der Grund liegt in der Verantwortung der Verbraucher: Der Verbraucher greift zu den billigsten Kartoffeln und damit treibt er die Landwirte in die Abwärtsspirale der Wirtschaftlichkeit. Da Zeit Geld ist, wird einfach drüber gefahren und das Kraut, anstatt abgeschlegelt wie im Biolandbau üblich, mit großer Schlagkraft einfach gespritzt.
Für alle, die sich immer noch keine Biokartoffeln kaufen wollen, wünsche ich jetzt besonders guten Appetit...
Wir waren wieder eine knappe Woche auf einem Bio-Bauernhof Urlaub machen - oder besser gesagt wwoofen. Das war wieder so schön, dass ich hier gleich Werbung für diese tolle Möglichkeit machen möchte.
WWOOF ist die Abkürzung für "World-Wide Opportunities on Organic Farms". Jeder der einen Einblick in die Ökologische Landwirtschaft bekommen und nette Leute kennen lernen möchte, sollte dieses Angebot wahrnehmen. Das Prinzip ist Mitarbeit gegen Kost und Logis. Es gibt eine Hofliste gegen einen Mitgliedsbeitrag von aktuell 18 Euro bei WWOOF Deutschland e.V. Hier gibt es Höfe in ganz Deutschland, fast in jeder Ecke. Vielleicht noch ein paar wichtige Kurzinfos: Jeder Eintrag ist versehen mit einer kurzen Selbstdarstellung und mit Kürzeln, die bestimmte Eigenschaften abbilden. So sind Kinder nicht überall gleich erwünscht oder vegetarisches Essen selbstverständlich - aber in der Regel möglich. Bei manchen kann man auch nur ein Wochenende verbringen, andere wünschen sich gleich mehrwöchige Aufenthalte. Selbstverständlich sollte man nicht ohne vorheriger Absprache und Klärung der gegenseitigem Erwartungen oder etwaigen Voraussetzungen einfach auf dem Hof erscheinen.
Also viel Spaß im nächsten "Aktiv-Urlaub" auf einem Bio-Bauernhof.
Meeresbiologen bezeichnen sie als anthropogene Todeszonen. Nachgewiesen sind mitlwerweile über 200 solcher Zonen, die größten liegen im Golf von Mexiko und in der Ostsee. Ein drittel liegt vor den US-amerikanischen Küsten. Immer wenn übergroße Mengen an Nährstoffen wie Phosphate und Nitrate vor allem aus der konventionellen Landwirtschaft über Flüsse ins Meer gelangen. "Jährlich werden rund 35.000 Tonnen Phosphor und über eine Million
Tonnen Stickstoff in die Ostsee gespült", sagt WWF-Expertin Feucht. Unter diesen Bedingungen explodieren Algen und Cyanobakterien. Wenn sie absterben bedecken sie den Meeresboden und verbrauchen den kompletten Sauerstoff. Es entsteht somit die Todeszone. Dort ziehen sich Pflanzen, Fische und andere Meerestiere komplett zurück - falls sie es können, ansonsten ersticken sie.
Verantwortlich dafür ist der Verbraucher. Er kauft das konventionelle Essen und heißt zum Teil den "Biosprit" gut. Gerade dieser trägt zunehmend zum Problem bei.
Wieder ein Grund mehr seinen Garten zu bewirtschaften und biologisch angebautes Essen zu kaufen!
Quelle: Massensterben im Golf von Mexiko - Todeszone von 20.000 Quadratkilometern erwartet: www.pressetexte.de/pte.mc?pte=070720001
Ich war zwar nicht so sehr überrascht über solch einen Bericht in der Taz (Brüssel darf Gift nicht erzwingen) doch es ist und bleibt skandalös. Wie können EU-Bürokraten, die eigentlich ein Gewissen haben sollten solch ein Gift als Herbizid zulassen. Hier mal ein paar Fakten:
seit den 60'ern wegen gesundheitsschädlicher Wirkung kritisiert
seit den 80'ern in vielen Ländern verboten
in der "Dritten Welt", Deutschland und Südeuropa noch im Einsatz
akute Vergiftungen bewirken schwere Nieren- und Sehschäden
bei direktem Einatmen kann es die Lungen zerstören und zum Erstickungstod kommen
Paraquat zählt zum "dreckigen Dutzend" der schlimmsten Umweltgifte
Trotzdem wurde es vor drei Jahren erst vom EU-Ausschuss für Lebensmittel und Tiergesundheit als Herbizid in die Positivliste aufgenommen.
Nun wurden die Skandinavischen Länder vor dem EU-Gerichtshof verklagt, weil sie es nicht zugelassen haben - aus guten Gründen. Positiver Weise hat der EU-Gerichtshof mit Vernunft die Sachlage geprüft und klar für diese Länder entschieden.
Würden alle biologisch angebaute Lebensmittel kaufen, gäbe es weder solche Mittel noch solche Auseinandersetzungen...
Unabhängige Wissenschaftler der französischen Organisation CRIIGEN (Committee for Independent Research and Genetic Engineering) haben die Daten, die Monsanto für eine Marktzulassung des Gen-Maises MON863 in der EU eingereicht hat, neu analysiert. Dazu musste die Offenlegung der Studie richterlich erzwungen werden. Der Gen-Mais produziert ein Insektengift gegen den schädlichen Maiswurzelbohrer. Er enthält auch ein Resistenzgen für Antibiotika.
Die Neuauswertung der Fütterungsversuche mit dem gentechnisch manipulierten Mais MON863 zeigt, dass der Gen-Mais nicht hätte zugelassen werden dürfen. Die Versuchstiere wiesen Schädigungen von Leber und Nieren auf, Veränderungen des Urins der Tiere, ließ Monsanto unter den Tisch fallen.
Greenpeace fordert richtigerweise ein globales Vermarktungsverbot für MON863. Weiterhin müssen die Behörden auch alle anderen existierenden Marktzulassungen neu bewerten und die bestehenden Zulassungsverfahren neu organisieren.
Generell muss man davon ausgehen, dass genmanipulierte Pflanzen als Nahrungsmittel weder sicher noch geeignet sind. Wenn alle Zulassungen so laufen, systematischer Täuschungen zur Tagesordnung gehören und Studien unter Verschluss gehalten werden, kann das wohl nicht vertrauensbildend wirken.
Gestern hat das Kabinett die umstrittene Gentechniknovelle beraten und beschlossen und Seehofer sprach von einem fairen Ausgleich der Interessen. Da stellt sich mir die Frage welche Interessen werden denn hier vertreten? So heißt es in einer Presseerklärung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV): Das Gentechnikrecht soll den Rahmen für die weitere Entwicklung und Nutzung der Gentechnik in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen setzen. Die Regelungen sollen so ausgestaltet werden, dass sie Forschung und Anwendung in Deutschland befördern. Ok jetzt weiß ich es...
Interessnterweise sind Abstände von 150m in Deutschland ausreichend, obwohl im EU-Durchschnitt 250m vorgeschalgen sind. Für Schäden unter der Grenze von 0,9% Verunreinigung soll niemand mehr aufkommen müssen. Das ist an der Realität vorbei, denn Ernten können schon unverkäuflich werden bei wesentlich weniger Verunreinigung (0,1-0,3%) - eben weil der Handel das Gott sei Dank verlangt. Die Forschung soll erleichter werden doch Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Jörg Hinrich Hackersoll geht das nicht weit genug: der Staat soll alle Risiken tragen und für Schäden aufkommen. Jetzt schon tragen die gentechnikfrei arbeitenden Unternehmen unternehmen die zusätzlichen Kosten für diesen Nachweis und verteuern unnötiger Weise diese Produkte. Gerecht ist sowas nicht.
Kritik kommt natürlich auch nicht zu kurz. So stellt der BÖLW zu recht fest, dass es eine Lizenz zum Verschmutzen darstellt. Seehofer verrät die Interessen der Verbraucher und der Bauern. Er verabschiedet sich langsam von der gentechnikfreien Landwirtschaft. Die Kennzeichnungspflicht gilt jetzt schon erst ab einer Verunreinigung über 0,9%. Das ist die Absicht zu akzeptieren dass eine flächendeckende Kontamination normal werden wird.
Wohin die Reise gehen soll, erkennt man auch leicht an den Forschungsausgaben. 135 Millionen Euro für die gentechnische Forschung und magere 5 Millionen für den ökologischen Anbau. Forschung im Bio-Sektor ist eine Zukunftsinvestition und nachhaltig. Mehr als zehn
Millionen Euro steckte die rot-grüne Bundesregierung deshalb in ein
neues Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst in
Schleswig-Holstein. Kaum sechs Jahre später wurde es geschlossen.
Laut einer Pressemitteilung von Greenpeace ist ein Patent (EP 1330552) auf Milchkühe erteilt worden. Damit steigt die Gefahr, dass Agrar- bzw. Biotechnologiekonzerne die Tierzucht zunehmend mit Patenten kontrollieren und somit auch den Zugriff auf die Gene von Nutztieren. Wie bei den GVO-Pflanzen wird eine Erosion der genetischen Vielfalt stattfinden. Dies birgt eine große Gefahr, denn die Überlebensfähigkeit der Menschheit hängt mehr an der Vielfalt als an wenigen Varietäten.
Schaffen es die Konzerne diese Tiere den Landwirten aufzudrängen, werden diese noch mehr als bisher ihre Unabhängigkeit einbüßen. Lizenzabgabe sind dann für alle Nachkommen notwendig und werden mit allen Mitteln eingefordert.
Vorteile kann ich bisher keine erkennen, da aktuell schon die Tiere an ihrer physiologischen Leistungsgrenze angelangt sind. Eine Kuh, die früher locker 10 Kälber gebären konnte, ist heute dazu als Hochleistungskuh nicht mehr in der Lage. Sie kommen auf maximal 2,3 Laktationen - Tendenz sinkend. Danach ist die Kuh schlicht und ergreifend fertig und löst sich praktisch innerlich auf.
Bedenkt man noch, dass 3/4 der Bevölkerung Genmanipulierte Nahrungsmittel ablehnend gegenüber stehen, ist diese Entwicklung mehr als Bedenklich. Diese Ablehnende Haltung scheint mir aus dem tiefsten Inneren zu kommen. Das ist auch der Grund, warum die Konzerne alle erdenklichen Hebel in Bewegung setzten um eine Kennzeichnungspflicht zu verhindern. Wäre dieses Treiben grundsätzlich so positiv, dann könnte man stolz auf die Kennzeichnung sein und würde es sogar einfordern. Die Politik tut sich mal wieder extrem schwer ihrem Volk diese Wahlfreiheit zu ermöglichen - das wäre ja auch "nur" gerecht. Ich nutze derweil meine bescheidene Freiheit und gehe mal in den Bioladen einkaufen und hoffe auf positive Entwicklungen durch das Einreichen einer Petition bei der EU durch Greenpeace, die eine Kennzeichnungspflicht für Produkte von Tieren, die mit genverändertem Futter ernährt wurden, fordert.
Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat eine neue Studie namens "Der lange Schatten des Viehs" vorgestellt. Weltweit erzeugen rund 1,5 Milliarden Rinder, 1,7 Milliarden Schafe und Ziegen, sowie unzählige Schweine und Hühner ca. 18% der freigesetzten Treibhausgase und damit knapp mehr als der gesamte Verkehr. Nicht nur die Masse der Tiere alleine, sondern die Bedingungen rund um die Haltung sind mit verantwortlich für die Umweltbelastungen. Brandrodung, Überweidung, Verschwendung von Wasser, Überdüngung, Antibiotika, Pestizide beim Anbau von Futter gehören zu den Verursachern.
"Die Viehwirtschaft gehört zu den Verursachern von einigen der schlimmsten Umweltprobleme." So Henning Steinfeld, leitender Autor der Studie
Von einem drittel der weltweiten Ackerfläche wird mittlerweile Futter geworben. Die Gesamtfläche für die Tierhaltung beträgt mittlerweile ca. 30% des Festlands. So trägt die Rodung von Wäldern doppelt zur Erderwärmung bei.
Ein Grund für diese Entwicklung sind zum einen immer mehr Menschen zum anderen aber der zunehmende Wohlstand, der zu überproportionalem Konsum von Fleisch führt - mit all seinen Konsequenzen.
Lösungsvorschläge liefert die FAO gleich mit. Runter mit den Subventionen, höhere Preise für die Nutzung von Wasser und Land klingen zwar gut, lassen sich aber sicherlich schwer durchsetzten. Dagegen verbesserte Beweidungs- und Fütterungsmethoden, effizientere Bewässerungssysteme und Biogasanlagen scheinen zum Teil an der ersten Argumentation zu hängen. Solange das alles zu billig ist, wird sich da leider nicht viel ändern.
Eine US-Studie bestätigt jedenfalls, dass eine stärkere vegetarische Ernährung bei gleicher Versorgung mit Proteinen im besten Fall es zu einer Halbierung des Flächenbedarfs und der Düngemittel kommen könnte. Soweit wollte die FAO aber nicht gehen. Sie zitiert diese Studie lediglich.
Was können wir hier tun? Die erste Klimawahl ist immer regional und ökologisch angebaute Ware. Da fallen unnötig lange Transportwege weg, Pestizide und chemische Düngemittel (sehr hoher Energiebedarf bei der Herstellung) werden nicht verwendet. Der Fleischkonsum ist zu überdenken. Es muss ja nicht so oft sein...
In einem Interview gab Präsident des Deutschen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner folgende Antwort:
Wir müssen vom Anbau gentechnisch veränderten Saatguts abraten. Und
genau das wollte die Bundesregierung. Ich kann doch Landwirten nicht
etwas empfehlen, was unabsehbare Risiken birgt. Zudem wollen die
Verbraucher die Produkte auch nicht. Warum sollen wir etwas
produzieren, was niemand will?
Hmm, das stimmt mich zwar optimistisch aber im gleichen Atemzug (wahrscheinlich ohne rot zu werden)...
Wichtig ist, dass die Forschung weiter
geht. Wir können doch nicht eine weltweit so fortgeschrittene
Entwicklung völlig verschlafen! 100 Millionen Hektar werden mit
gentechnisch verändertem Saatgut bestellt, und wir wissen nicht mal in
der Wissenschaft und durch Feldversuche Bescheid.
In anderen Ländern ist schon ausreichend viel angebaut worden. Dort kann man die Folgen mehr als hinreichend genug erforschen. Dieses nicht Festlegen wollen ist ein klarer Widerspruch der zuvor getroffenen Aussage! Das Ziel ist offensichtlich: Durch die Hintertür den Anbau von GVO's zulassen. Denn wenn erstmal eine Grundkontamination vorhanden ist, macht es keinen Unterschied mehr, ob der Anbau verboten ist oder erlaubt.
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