Die Medien haben das Interesse so ziemlich verloren, es ist ruhig geworden um die Vogelgrippe und dessen Erreger, das Virus H5N1. Die große Panikmache und Hysterie war noch letztes Jahr über Wochen aufrecht gehalten worden. Ganz anders dieses Jahr. Immerhin haben dadurch die Wildvögel als "Schwarzen Peter" ein wenig Ruhe.
Ist die Gefahr vorüber? Nein, es hat sich wenig bis gar nichts geändert. Die Übertragungswege sind immer noch völlig unklar. In Brandenburg sind in den letzten paar Wochen bei drei kleine Hühnerhalter mit weniger als 50 Hühnern die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Wie sie daran gekommen sind weiß noch keiner.
Es ist offensichtlich, dass diese Seuche die Ursache im globalen Tierhandel hat. Es ist unverständlich mit welcher Resistenz die Fakten beiseite gelassen werden. Hier ein paar davon:
- Immer noch werden durch die EU wenig gefährdeten Kleinbetriebe benachteiligt und die Großbetriebe bevorzugt. Groß, größer und mit dieser wachsenden Größe steigt auch die Labilität der Systeme.
- Um einen gefährlichen Virus zu erhalten, braucht es eine gute Mutationsfähigkeit. Diese erreicht man nur in Betrieben mit sehr vielen Tieren. In der Natur ist der Virus immer wieder verschwunden, den Wildvögeln hat es bisher nicht geschadet.
- Bisher sind etwas mehr als 200 Menschen weltweit an Vogelgrippe gestroben. Alleine an der "normalen" Menschengrippe sterben jährlich alleine in Deutschland mehr als 10.000 Menschen - ohne Hysterie.
- Tamiflu soll laut neueren Berichten gar nichts helfen und das Risiko von Resistenzen extem erhöhen, denn es gelangt durch die Kanalisation und die Kläranlagen in die Oberflächenwässer. Es baut sich kaum ab.
- Der Globale Handel im Geflügelbereich erhöht das Infektionsrisiko erheblich. Nur wenige Konzerne beherrschen diesen Markt Weltweit. Geflügelkot wir z.B. zu Fischfutter verarbeitet...
- Die genetische Variation beim Geflügel ist mangels Diversifizierung der Nutztierrassen (aufgrund dieser Konzentration) abnehmend.
Solange sich an den Ursachen nichts ändert wird sich auch die Gefahr nicht bannen lassen. Solange werden wir mit diesem Risiko leben müssen.
Die Natur hat immer recht. Man braucht sie lediglich beobachten. Hier gilt eine möglichst große Diversifizierung an Rassen und Arten, sowie keine zu großen Populationen (als nicht zu viele Lebewesen einer Spezies auf kleiner Fläche). Diese Risikominimierung hat in den letzten paar Millionen Jahren sich als erfolgreiche Strategie erwiesen. Nur wenige wollen das nicht wahr haben - leider haben diese zu unserem allgemeinen Unglück zu viel Macht.
Günter Eich hat einmal gesagt: "seid Sand, nicht Öl im Getriebe der Welt". Was heißt das konkret in diesem Zusammenhang? Da nicht jeder so wie wir Hühner halten kann, ist es ratsam darauf zu achten, dass man nicht mit einer Gleichgültigkeit seine "Hühnerprodukte" (Eier, Fleisch, Nudeln mit Ei etc.) kauft (Öl ins Getriebe), sondern darauf acht gibt, woher diese Stammen. Nur der ökologische Landbau bietet hier einen akzeptablen Mindeststandard (Sand im Getriebe). Alle anderen Haltungsformen sind und bleiben eine Katastrophe, ob KäfigVolierenhaltung, Bodenhaltung oder Freilandhaltung. Jeder möge tun, was er kann...
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