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Donnerstag, 19. August 2010
Dieser Dokumentarfilm treibt einem wirklich die Tränen in die Augen, weil wir tief im Herzen spüren, dass es erstens absolut richtig ist was dieser sensible japanische Lehrer den Kindern vermittelt. Zweitens, weil es einen so traurig stimmt, was den Kindern hier in der Schule so einseitig beigebracht beziehungsweise zugemutet wird und zu guter Letzt, was ihnen vermittelt werden könnte. Diese Kinder erlernen Bewusst zu sein.
Ein Film mit Bereicherungscharakter für jeden der sich für Erziehung und Bildung interessiert.
Donnerstag, 1. April 2010
Gerald Hüther fasst hier kurz auch meine Meinung zusammen. Was soll Schule sein, wie soll sie sein und die Potentiale....:
Altes Schulsystem: 11 Hauptschulempfehlungen
"Neues" Schulsystem: davon jetzt 6 Gymnasium, 3 Realschule und nur noch 2 Hauptschule.
Kernaussage: Vernetzung findet immer dann statt, wenn ein Gefühl der Begeisterung vorhanden ist. Es ist eine Schande, wenn es Schulen gibt in die Schüler gehen ohne Begeisterung.
Man kann Schule so entwickeln, dass sie Spaß macht. Dann wird auch unser Gehirn viel leichter genutzt und nicht Zeit vergeudet.
Traurig, wie unser Schulsystem immer noch der aktuellen Forschung um viele Jahrzehnte hinterher hinkt!
Ein paar Links: archiv-der-zukunft.de (auch in youtube), Kinder brauchen Wurzeln - Die Bedeutung emotionaler Sicherheit für die Hirnentwicklung, Unsere Gehirnzwiebel braucht ganz viel Pflege
Freitag, 4. Dezember 2009
Kinder wollen über sich hinauswachsen, dazulernen, und die Welt entdecken und gestalten. Das Bedürfnis nach Verbundenheit und Geborgenheit wird früher oder später erschüttert (durch Ablehnung, Maßregelung, etc.). Damit geht so langsam aber sicher die wunderbare Unbefangenheit, unbekümmerte Neugier und unbegrenzte Offenheit dahin und ein (Teil)-Verlust an Vertrauen. In gewissem Maße sind diese Verluste "normal". Sie können aber auch zum Problem werden, wenn Ersatzbefriedigungen Vorrang vor dem richtigen Leben haben. Diese Krücken, z.B der virtuellen Welt (Computersucht) sind allzu verführerisch. Und je länger und intensiver diese Krücken genutzt werden, desto leichter fällt es damit umzugehen und davon wieder abzulassen. These: Starke Persönlichkeiten benötigen keine Krücken. Doch die Frage, wie man solche Entwicklungen vermeiden kann ist nicht besonders einfach zu beantworten. Gerald Hüther beschreibt einige Regeln dazu in seinem Buch "Computersüchtig - Kinder im Sog moderner Medien": - Klare durchschaubare Regeln und Strukturen, die man erkennen und einhalten muss, um sich zurechtzufinden.
- Entscheidungen, die man selbstständig treffen und verantworten muss, um selbstbewusst zu werden.
- Fähigkeiten und Fertigkeiten, die man erwerben muss, um ans Ziel zu kommen
- Umsicht, die man entwickeln muss, um erfolgreich zu sein
- Abenteuer, unerwartete Ereignisse und überraschende Situationen, die man erleben, auch Gefahren, die man bestehen kann, um daran zu wachsen
- Ziele, die man vor Augen hat und die erreichbar sind, damit das Leben Sinn macht. Und nicht zuletzt
- Vorbilder, an denen man sich orientieren, mit denen man sich identifizieren und denen man nacheifern kann, weil sie etwas ausstrahlen, das man selbst (noch) nicht entwickelt hat.
Jeder der mal Computerspiele gespielt hat, wird sofort feststellen, dass genau dies dort so leicht zu finden und umzusetzen ist. Aber wie in der realen Welt? Konkreter wird es leider nicht. So nun weiß ich zwar die Rahmenbedingungen für einen Idealen Pfad, nur den in unserer "modernen Welt" zu finden scheint mir ein heeres Ziel zu sein. Guter Rat ist nun teuer...
Dienstag, 12. Dezember 2006
3,6 Milliarden würde die Umsonst-Kita kosten - eine gute Investition
Das sagen nicht irgendwelche Eltern, sondern das Institut der deutschen Wirtschaft. Denn Kindergarten macht schlau, würde man diese nicht lediglich als Aufbewahrungsanstalt betreiben. Das soll nicht heißen, dass alle Kindergärten schlecht sind, doch oft lässt die frühkindliche Bildung zu wünschen übrig. Die Skandinavischen Länder sind uns da ca. 30 Jahre voraus. Darauf machen auch die Pisa-Studien klar aufmerksam: Nicht in die letzten Jahre muss investiert werden sondern vor allem in die ersten Bildungsjahre. Das erinnert stark an ein altes Sprichwort: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft drückt das ähnlich aus: "Jeden Euro, den die öffentliche Hand für Kindergärten ausgibt, spart sie auf lange Sicht an anderer Stelle ein." Ein weiterer wichtiger Punkt: Alleine 4 von 10 Kindern, die zu hause kein Deutsch sprechen gehen nicht in den Kindergarten und werden von Eltern betreut. So gehen Potentiale und vor allem Jahre verloren. Diese Schüler schaffen oftmals auch keinen ordentlichen Schulabschluss mit all seinen Folgen. Diese Kinder zu fördern ist nicht nur sozial, sondern hilft auch der Wirtschaft, die gute Fachkräfte braucht. Quelle: Taz 12.12.2006: Kindergärten bringen gute Rendite, Bild: commons.wikimedia.org
Die Grundschule Kleine Kielstrasse in Dortmund erhielt die Tage von Bundespräsident Horst Köhler den Deutschen Schulpreis. Die Plätze 2 bis 5 erhielten integrierte Gesamtschulen. Das besondere daran ist: Die Schule ist nicht in Bayern oder Baden-Württemberg und auch kein elitäres Gymnasium. Die Schule liegt in mitten einem Problemviertel, viele der Eltern Arbeitslos oder leben von Sozialhilfe und der Migrantenanteil liegt über 80%. Normalerweise hegt man eher Vorurteile gegenüber solchen Schulen. Doch hier wird gute Schule für alle gemacht. Die umstrittene Förderung von der Auslese, den Eliten mit Schnelldurchläufen in der Schullaufbahn sollte man sich endlich verabschieden. Das ist Schulpolitik von gestern. Warum nur verschließen die Politiker vor der Pisa-Studie und den darin enthaltenen guten Vorbilder z.B. in Skandinavien die Augen? Ich weiß es nicht, aber es scheint nun Bewegung in die Schuldiskussion zu kommen. Am Beginn der Veränderungen steht immer die schonungslose Wahrnehmung der Wirklichkeit. Anscheinend geht es an manchen Schulen besser voran. Das liegt aber wohl auch daran, dass engagierte Schulleiter und Lehrer sich nicht länger über die Vorgaben einer verkrusteten Kultusbürokratie jammern, sondern sich im Zweifel darüber hinwegsetzen oder zumindest ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass sich Schulen selbst als lernendes System auffassen muss und die Antwort für schwache Schüler nicht immer die gleiche armselige Antwort ist: Erneute Frustration. Bildung muss wieder den Stellenwert bekommen, den es nötig hat, die Herausforderungen unserer Gesellschaft gewachsen zu sein.
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