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Artikel mit Tag agrarpolitik
Dienstag, 27. Februar 2007
Laut einer Pressemitteilung von Greenpeace ist ein Patent (EP 1330552) auf Milchkühe erteilt worden. Damit steigt die Gefahr, dass Agrar- bzw. Biotechnologiekonzerne die Tierzucht zunehmend mit Patenten kontrollieren und somit auch den Zugriff auf die Gene von Nutztieren. Wie bei den GVO-Pflanzen wird eine Erosion der genetischen Vielfalt stattfinden. Dies birgt eine große Gefahr, denn die Überlebensfähigkeit der Menschheit hängt mehr an der Vielfalt als an wenigen Varietäten.
Schaffen es die Konzerne diese Tiere den Landwirten aufzudrängen, werden diese noch mehr als bisher ihre Unabhängigkeit einbüßen. Lizenzabgabe sind dann für alle Nachkommen notwendig und werden mit allen Mitteln eingefordert. Vorteile kann ich bisher keine erkennen, da aktuell schon die Tiere an ihrer physiologischen Leistungsgrenze angelangt sind. Eine Kuh, die früher locker 10 Kälber gebären konnte, ist heute dazu als Hochleistungskuh nicht mehr in der Lage. Sie kommen auf maximal 2,3 Laktationen - Tendenz sinkend. Danach ist die Kuh schlicht und ergreifend fertig und löst sich praktisch innerlich auf. Bedenkt man noch, dass 3/4 der Bevölkerung Genmanipulierte Nahrungsmittel ablehnend gegenüber stehen, ist diese Entwicklung mehr als Bedenklich. Diese Ablehnende Haltung scheint mir aus dem tiefsten Inneren zu kommen. Das ist auch der Grund, warum die Konzerne alle erdenklichen Hebel in Bewegung setzten um eine Kennzeichnungspflicht zu verhindern. Wäre dieses Treiben grundsätzlich so positiv, dann könnte man stolz auf die Kennzeichnung sein und würde es sogar einfordern. Die Politik tut sich mal wieder extrem schwer ihrem Volk diese Wahlfreiheit zu ermöglichen - das wäre ja auch "nur" gerecht. Ich nutze derweil meine bescheidene Freiheit und gehe mal in den Bioladen einkaufen und hoffe auf positive Entwicklungen durch das Einreichen einer Petition bei der EU durch Greenpeace, die eine Kennzeichnungspflicht für Produkte von Tieren, die mit genverändertem Futter ernährt wurden, fordert. Quelle: pressrelations.de: Patent auf genmanipulierte Turbo-Milchkühe erteilt Bild: wikimedia.org: Gladys_Rainbow.jpg
Dienstag, 13. Februar 2007
Als Ersatz für die verbotene Antibiotikafütterung bei Schweinen ist man (die ostdeutsch Gentechnikfirmal Novoplant) auf die Idee gekommen Erbsen mit einem Mäusegen zu versehen. Abgesehen davon, dass die Fütterungsversuche keine erwünschten Wirkungen gezeigt haben und Novoplant das bei der Vorstellung unter den Tisch gefallen lassen hat, kann man noch verzeihen. Doch in vielerlei Hinsicht ist es ein Skandal:
- der Staat gegen seine Bürger stellt und hintergeht.
- immer noch 80% lehnen Gentechnik in Lebensmitteln ab
- es gibt keine Kennzeichnungspflicht für Veredelte Produkte (Fleisch, Milch und dessen Erzeugnisse müssen nicht gekennzeichnet werden, wenn die Tiere GVOs zu fressen bekommen)
- 1.000.000 Euro könnte man besser in die Forschung des ökologischen Landbau investieren (dorthin entwickelt sich ganz klar der allgemeine Käufer hin - wenn er es sich leisten kann/will)
- in Gatersleben gibt es eine Gendatenbank mit etwa 5500 Erbsensorten, von denen jedes Jahr hunderte nachgebaut werden müssen. Sind diese durch solche unglaublichen Spielereien verseucht sind diese für immer verloren.
Quelle:
 Auffällig im Osten von Deutschland...
Eine Interaktive Karte befindet sich hier: [hier klicken] (benötigt Flash)
Mittwoch, 13. Dezember 2006
In einem Interview gab Präsident des Deutschen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner folgende Antwort:
Wir müssen vom Anbau gentechnisch veränderten Saatguts abraten. Und
genau das wollte die Bundesregierung. Ich kann doch Landwirten nicht
etwas empfehlen, was unabsehbare Risiken birgt. Zudem wollen die
Verbraucher die Produkte auch nicht. Warum sollen wir etwas
produzieren, was niemand will?
Hmm, das stimmt mich zwar optimistisch aber im gleichen Atemzug (wahrscheinlich ohne rot zu werden)...
Wichtig ist, dass die Forschung weiter
geht. Wir können doch nicht eine weltweit so fortgeschrittene
Entwicklung völlig verschlafen! 100 Millionen Hektar werden mit
gentechnisch verändertem Saatgut bestellt, und wir wissen nicht mal in
der Wissenschaft und durch Feldversuche Bescheid.
In anderen Ländern ist schon ausreichend viel angebaut worden. Dort kann man die Folgen mehr als hinreichend genug erforschen. Dieses nicht Festlegen wollen ist ein klarer Widerspruch der zuvor getroffenen Aussage! Das Ziel ist offensichtlich: Durch die Hintertür den Anbau von GVO's zulassen. Denn wenn erstmal eine Grundkontamination vorhanden ist, macht es keinen Unterschied mehr, ob der Anbau verboten ist oder erlaubt. Quelle: 11.12.2006 in http://www.bbv-net.de/
Freitag, 8. Dezember 2006
Für mich mal wieder eine gute Nachricht: Die Vorhaben von Seehofer (Bundesverbraucherminister) und Schavan (Forschungsministerin), die Haftungsregelungen des aktuellen Gentechnik-Gesetz deutlich aufzuweichen ist zwar nicht ganz vom Tisch aber liegt erstmal zur Kommentierung beim Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Die SPD sieht derzeit keinen Bedarf für Änderungen. (Quelle: Taz 8.12.2006)
Die spanischen Biobauern geraten wegen der zunehmenden Anbaufläche von gentechnisch verändertem (GVO) Mais immer stärker unter Druck. Die Anbauflächen von Biomais ist innerhalb eines Jahres um ca. 80% zurückgegangen. Beim Biomais ist aus verständlichen Gründen eine Null-Toleranz gegenüber Einkreuzung von genverändertem Mais vorhanden ist. (Quelle) Die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben einen direkten Einfluss auf die Wirtschaftsweise der Landwirte. Werden die Haftungsregelungen aufgeweicht, besteht eine große Gefahr für den Bioanbau. Würde der Gesetzgeber sich mehr an seinen Kunden orientieren - also der Mehrheit der Bevölkerung - müsste er berücksichtigen, dass immer mehr Menschen biologische Nahrungsmittel kaufen oder kaufen wollen (könnten sie sich diese leisten).
Donnerstag, 7. Dezember 2006
Greenpeace hat ohne Probleme illegale Pestizide einkaufen können. Nicht nur von einem Händler sondern von elf. Es ist also kein Einzelfall, sondern eher die Spitze des Eisbergs. Laut einer Anfrage der Grünen am 16. August 2006 gab die Bundesregierung an, dass "2005 bei ca. 30 Prozent der rund 3000
kontrollierten Pestizidhändler illegale Pestizide gefunden wurden. Staatliche Verbote versagen, gesundheitliche Bedenken und medizinische Beweise dass die Substanzen sogar Krebserregend sind scheint da niemanden zu richtig zu interessieren. Solange das "Zeug" noch für wen auch immer produziert wird, wird es auch hierzulande wohl verkauft und verbraucht werden. Das gute daran ist, dass sogar Lidl und Aldi nun ihre Lieferanten zur Pestizidminderung zwingen wollen - aus Angst vor Umsatzeinbußen. Dass Pestizide auch für den Landwirt selbst schädlich sind, ist längst in einer Studie von Professor Alberto Ascherio von der Harvard-Universität nachgewiesen worden. So erhöht sich das Parkinson-Risiko um gut 70%.
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Mittwoch, 6. Dezember 2006
Pestizide: Entwicklungsstörungen von Kleinkindern nach pränataler Exposition mit Chlorpyrifos Die Studie hat Kinder untersucht, bei denen Chlorpyrifos im Nabelschnurblut festgestellt wurden. Das Pestizid wird z.B. in New York von 93% der Bewohner in Innenräumen eingesetzt. Die untersuchten Kinder wiesen im Alter von 3 Jahren neurophysiologische Störungen auf. Die Autoren stellen sich die Frage ob der Anstieg von ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom), im Zusammenhang mit den in Innenräumen verwendeten Pestiziden stehen könnte. Wenn man den schleichenden steigenden Verbrauch von Pestiziden in der gesamten Landwirtschaft der letzten Jahrzehnte betrachtet, möchte ich mir nicht ausmahlen, welche Folgen das jetzt schon für unsere Gesundheit, Verhalten und somit unserer Gesellschaft hat. Diese Folgen lassen sich natürlich nicht in einer Studie belegen, da die Veränderungen zu langsam aber stetig voranschreiten.
Quelle: aerzteblatt.de, Volltext der Studie in Pediatrics
Montag, 27. November 2006
Vor allem die Union mit Horst Seehofer (Bundesagrarminister) will die Forschung mit Gentechnik in der Landwirtschaft erleichtern. Darauf scheint er sich mit der Forschungsministerin Schawan in einem Eckpunktepapier geeinigt zu haben.
"Interessante Ansätze": - Bei Forschungsvorhaben soll ein geringerer Abstand gelten, als beim konventionellen Anbau
- Die Haftungsfrage ist auf den direkten Nachbarn begrenzt, weiter weg liegende Flächen werden nicht berücksichtigt
Das Verusacherprinzip gilt hier wohl mal wieder nicht. Wenn man schon so einen Anbau fordert, muss man logischerweise auch die Verantwortung dafür übernehmen. Hier wird per Gesetz geregeln, dass keine Verantwortung übernommen werden braucht. Das wäre ungefähr vergleichbar mit: Wenn ich Kirschen nicht beim Nachbarn klaue, sondern einen Garten weiter ist das schon in Ordnung. Und wenn ich das zu Forschungszwecken mache, kann ich die Bäume auch abernten, wenn sie weiter als 50m von meinem Grundstück weg sind. Dieser Argumentation würde doch niemand zustimmen.
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Freitag, 24. November 2006
Mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht will Rheinland-Pfalz die umstrittene Käfighaltung von Legehennen stoppen.
Noch in diesem Frühjahr wurde die "Kleinvolierenhaltung" beschlossen, in denen ein Huhn so viel Platz zugestanden bekommt wie gerade einmal ein und ein halbes DIN A4-Blatt. Das ist zwar eine geringfügige Verbesserung der bisherigen Käfighaltung, doch lediglich im Quadratzentimeterbereich. Die Landesregierung hält das für Verfassungswidrig. Selbstverständlich weist die Geflügelwirtschaft den Vorwurf zurück. Hoffen wir mal das beste für die Hühner.
Samstag, 4. November 2006
We feed the world - Essen Global ist ein Film über Ernährung und Globalisierung, Fischer und Bauern, Fernfahrer und Konzernlenker, Warenströme und Geldflüsse - ein Film über den Mangel im Überfluss.
Der Film lässt Bilder sprechen, gibt keine eigene Wertung ab und zeigt einfach nur die Realität. In eindrucksvollen Bildern bekommt man Einblick in die Produktion von Lebensmitteln und was diese mit dem Hunger und Elend auf der Welt zu tun hat. Der Film sollte jeder gesehen haben. Er ist ab sofort überall erhältlich. Natürlich gibt es auch dazu das passende Buch. Auch dieses ist empfehlenswert. Also massenweise bestellen und zu Weihnachten verschenken! Auf der deutschen Website essen-global.de gibt es ein Infobereich der einem kleine Einblicke in die Thematik bietet (Der lange Weg vom Feld, Gentechnik in der Landwirtschaft, Industrialisierung in der Landwirtschaft, Leben im Überfluß und Hunger in der Welt, Subventionierte Ungerechtigkeit, Die ökologische Lebensmittelwirtschaft in Deutschland). Auch auf der Orginalseite we-feed-the-world.at gibt es entsprechende Seiten.
Mittwoch, 13. September 2006
Kaum eine Woche vergeht ohne neue Funde von kontaminiertem Reis durch die Sorte LL601 (Liberty Link - Resistenz gegen Unkrautvernichtungsmittel Basta von Bayer). Und nur weil Bayer selber den Labors Vergleichsproben und Technik dazu lieferte - Monate, wenn nicht Jahre verspätet. Das zuständige US-Ministerium ließ dann wieder Monate verstreichen, bis sie den Rest der Welt informierte. Man kann davon ausgehen, dass es nur die Spitze eines globalen Eisberges ist. Es ist immer noch völlig unklar (jedenfalls in der Öffentlichkeit) wie überhaupt diese Verunreinigungen zustande kommen konnte. Für die Zukunft ist das Problem nicht aus der Welt. Niemand weiß wie es mit den für pharmazeutische Zwecke veränderten Pflanzen durchgeführten Freilandversuchen aussieht. In den USA werden solche Versuche großzügig genehmigt (ca. 50.000 bisher durchgeführt). Die Labors finden nur das, wonach man sucht und erschwerend kommt hinzu, dass sie oft nicht über taugliche Testverfahren verfügen. Nun versucht man durch einen Trick den Schaden zu begrenzen. Man möchte die illegale GV-Reissorte einfach zulassen. Mittlerweile hat sogar der Generalinspekteur des US-Landwirtschaftsministerium zugegeben, dass Verordnungen, Methoden und Verfahren aktuell nicht ausreichen für eine sichere Einführung der Agro-Biotechnologie. Das war wohl leider nur ein kurzer Lichtblick, denn Konsequenzen daraus sind bis heute ausgeblieben... Es wird immer deutlicher, dass es keine Koexistenz geben kann. Was da gerade passiert ist massenhaftes unkontrolliertes Freisetzten von Erbgut, wo es nichts verloren hat. Ist erst mal alles durchkontaminiert, ist es wahrscheinlich zu spät. Und als Verbraucher bin ich der Dumme, denn die Wahlfreiheit wird mir genommen. Warum ist die Profitgier weniger Konzerne, mit extrem wenigen Arbeitsplätzen der Politik so viel mehr Wert, als z.B. die arbeitsplatzschaffende ökologische Landwirtschaft?
Dienstag, 29. August 2006
Die FAZ meldet, dass US-Landwirte Klage gegen die Pflanzenschutztochter CropScience der Bayer AG eingereicht haben. Hoffen wir auf den Erfolg dieses (aus meiner Sicht jedenfalls) Präzedenzfalls. Dies könnte eine Signalwirkung haben und ein Stück weiter Richtung des Verursacherprizips führen.
Leider ist die ursächliche Motivation alleine aus dem Handelsverlust heraus geboren worden.
Montag, 28. August 2006
Was der Verbraucher ablehnt wird auch nicht angebaut. Gentech-Mais-Saatgut (und damit der Anbau) wurde bereits durch ein Gesetz im Mai 2006 gegen den Widerstand der EU verboten. Nun soll durch ein neues Gesetz auch Gentechnik in Futtermitteln verboten werden. Von seinem Weg abbringen ließ sich Polen trotz Widerständen der EU nicht: In einem zweiten Schritt sollen Hersteller oder Importeure von GV-Futtermitteln deren Unbedenklichkeit für Menschen, Tiere und Umwelt beweisen, ansonsten sollen Importe gestoppt werden. Richtig so. Da kann mal wieder Seehofer was von unseren Nachbarn lernen! Quelle: oekonews.at - Polen: Weiter gegen Gentechnik-Pflanzen 18.8.2006
Freitag, 25. August 2006
 Demeter-Imker machen auf Bienenverluste aufmerksam, schreibt die Lebendige Erde 4/2006. Im Winter 2005/2006 mussten die Imker Völkerverluste bis zu 80% hinnehmen. Die Situation der Bienen (Imker) verschlechterte sich über die letzen Jahre immer weiter. Der strenge Winter reiche nicht als Erklärung aus. Es sei offensichtlich, dass die Vitalität der Bienen abnimmt. Vor 15 Jahren überlebten die Bienen einen Varroamilbenbefall mit 10.000 Varroamilben, heute sterben sie bei einem Befall von einem Zehntel von damals. Verantwortlich wird dafür der zunehmende Mangel an blühenden Pflanzen in der Landschaft und auf den Einsatz von schädigenden Insektizieden gemacht. So gilt als Bienenfreudliches Pestizid, wenn innerhalb von 48h weniger als 50% der Bienen sterben - ohne Worte oder? Was kann jeder dagegen tun? Verantwortung übernehmen und sein Essen aus biologischem Anbau kaufen!
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