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Artikel mit Tag agrarpolitik
Dienstag, 15. Juli 2008
Für spontane Aktivisten: Am kommenden Freitag ist eine "Imkerdemo", die gegen die neuen Zulassungsverfahren der Pestizide ist. Weit bekannt ist mittlerweile das Bienensterben, aufgrund genau solcher Pestizide. Der Ausredenkatalog der Industrie ist haaresträubend, denn es soll vor allem ein Fehler der Ausbringung sein - nicht des Giftes selber. Jeder der einen halbwegs gesunden Menschenverstand hat, kann sich ausdenken, dass es hier vor allem um Geld geht und nicht um die allgemeine Gesundheit von Mensch, Tier und Natur.
Deswegen wird am Freitag, den 18. Juli 2008 um 10:00 Uhr vor dem Gebäude des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Braunschweig-Kanzlerfeld demonstriert.
Demonstriert wird für unsere Bienen, unsere
Umwelt und ihre Gesundheit. Mehr Infos auf www.imkerdemo.de.
Mittwoch, 4. Juni 2008
Dies kam bei mir gerade im Mailpostfach an und ist eine weitergeleitete Mail eines streikenden Milchbauern:
Mein Name ist Jens Soeken!! Ich bin aktiver Landwirt und beteilige mich mit am Milchlieferstopp!!
Ich denke das ist so so ziemlich das erste mal das die
Öffentlichkeit
bei einem Streik so mithelfen kann wie dieses mal !!
Für uns Milchbauern geht es ums überleben !! Wir nehmen es sogar in kauf unser Milch über mehrere Tage nicht zu verkaufen. Wir verwerten sie Innerbetrieblich !! Doch wir wollen ja so schnell wie es geht zum unserem Ziel kommen !!
Hier mal eine Bitte!!
Wenn Du/Ihr denkt das diese Sache richtig ist, kannst Du uns Bauern auch unterstützen !! Kaufe einfach diese Woche eine Packung Milch mehr als gewohnt (zwei oder drei wären noch besser, meinet wegen sogar eine ganze Paillette) . So erreichen wir das die Regale in den Läden schneller leer werden und Aldi und Co es mal zu spüren bekommen wie es ist unter Druck zu geraten !! Uns erdrücken sie schon lange !!
Schicke diese Nachricht unbedingt an alle in deinem Adressbuch weiter damit möglichst alle es mitbekommen !! Sag es auch allen Bekannten weiter, sie sollen es auch machen !! So kommen wir schneller zu unserem Ziel !! Und so ist wird es sichergestellt das es auch in Zukunft gesunde und Gute Milch von Deutschen Familienbetrieben gibt !! Danke im Voraus !!
Gruß Jens !!
Montag, 26. Mai 2008
Rund 50 Milliarden Euro Agrarsubventionen sind "neu" zu verteilen. Im Moment findet in der zuständigen EU-Kommission ein harter Verteilungskampf mit der Lobby statt, denn sie möchte den Kuchen anders Verteilen. Den großen Weniger geben und dafür mehr in umweltgerechte Landwirtschaft fließen lassen. Im Schnitt verteilt jeder von uns 100€. Naja, schön wäre das, könnten wir darüber einfach mitbestimmen. Ob diese Schieflage daraufhin weiter so aussehen würde:?

Die Verteilung ist nicht nur wie auf der Grafik abgebildet thematisch schief, sondern auch bekommen die meisten Bauern relativ wenig Subventionen. Knapp die Hälfte, der Bauern bekommt weniger als 5000 Euro. Der größte Teil des Kuchens bekommen wenige, vor allem die Großgrundbesitzer und Konzerne. Darunter befinden sich bekannte Namen wie Thurn und Taxis, Nestlé und RWE, welche allesamt Millionenbeträge kassieren. Die Zahlungen sind z.B. nicht an Arbeitsplätze gekoppelt, sondern in der Regel an Flächen und Erntemengen. Besonders begünstigt werden große und spezialisierte Betriebe - spezialisiert eben auf das was gerade gut subventioniert wird. Einen guten Überblick über die Thematik befindet sich auf www.bund.net/agrar. Aktion: Jetzt selber beim BUND bestimmen, welche Säule man für die richtige hält. Bis zum 30. Juni abstimmen und gewinnen. Die abgegebenen Stimmen werden an den Landwirtschaftsminister Horst Seehofer und die EU-Kommission übermittelt. >>>Hier gehts zur Abstimmung<<<
Donnerstag, 17. Januar 2008
Die Petition:
Mit der Petition soll erreicht werden, dass gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) nicht patentiert und in der Land- und Forstwirtschaft
ausnahmslos gesetzlich verboten werden. Mit der Petition soll verhindert werden, dass die biologische Vielfalt in Deutschlands Böden
und landwirtschaftlichen Erzeugnissen durch Verunreinigung mit GVOs für immer verloren geht. Das empfindliche ökologische Gleichgewicht aller
natürlichen Organismen muss erhalten bleiben. Begründung:
Unbestreitbare Tatsache ist, dass freigesetzte Organismen nie mehr vollständig aus der Natur rückholbar sind; auch nicht GVOs, die sich
nachträglich als große Gefahr erweisen. Sie bleiben nicht auf den Ursprungsort begrenzt, sondern vermehren sich unaufhaltsam. Bisherige, gentechnische Veränderungen an Lebewesen zeigen, dass die Ergebnisse unvorhersehbar sind, und gentechnische Manipulation in der Landwirtschaft keine zuverlässige Methode darstellt. Gifthersteller und große Saatgut-Konzerne streben eine weltweite Monopolstellung an. Mittels patentiertem, gentechnisch verändertem Saatgut, das nur einmal auskeimt (Terminator-Technologie) sollen Landwirte von diesen Firmen abhängig werden.
Die gentechnisch veränderten Pflanzen kreuzen sich mit verwandten Wildpflanzen und mit artgleichen Pflanzen aus biologischem Anbau. Dadurch wird bald der gesamte Bestand dieser Art durch Fremdgene mit unbekannten Folgen verunreinigt. Freisetzung gentechnisch veränderter Arten macht jahrzehntelange Züchtungsarbeiten wertlos.
Folgen einer gentechnischen Verunreinigung sind unvorhersehbar und oft nachteilig für Mensch und Natur. Gentechnische Veränderungen können nicht gezielt vorgenommen werden, sondern Arbeiten nach der Methode von Versuch und Irrtum.
Da eine unbeeinträchtigte Koexistenz von natürlichen- und gentechnisch veränderten Arten nicht möglich ist, wären deutsche Bürger am Ende dazu gezwungen, ausschließlich gentechnisch veränderte Landwirtschaftsprodukte zu essen. Eine Wahlfreiheit besteht nicht mehr, sobald alle genetisch unveränderten Produkte verschwunden sind.
Bisherige Reinheitsgebote der Nahrungsmittel können nicht mehr eingehalten werden.
Durch unvorhersehbare Bildung neuartiger Eiweiß-Stoffe in den GVO kann es zum Auftreten neuartiger Allergien kommen.
Die Kombination von Totalherbizid und resistenten Nutzpflanzen erzeugt noch nie dagewesene Monokulturen. Die Anfälligkeit dieser Monokulturen gegenüber Krankheiten und Schädlingen wird man mit mehr Gift und gentechnischer Manipulation auszugleichen versuchen – ein Teufelskreis entsteht.
Die Natur wird gegen neue Gifte schnell resistente Arten bilden, so dass man neue Super-Unkräuter heranzüchtet, anstatt sie zu reduzieren.
Gentechnische Manipulation in der Landwirtschaft erzeugt keine nachhaltigen Werte für spätere Generationen, sondern zerstört deren
unersetzbare natürliche Lebensgrundlagen.
Petitionen sind eine der wenigen wirklich demokratischen Verfahren, wo der Bürger direkt die Möglichkeit hat sich an der Politik zu beteiligen. Also nicht meckern, sondern mitmachen. Deshalb klickt auf den folgenden Link und bitte so zahlreich wie es nur geht mitmachen bei dieser öffentlichen Petition.
Mittwoch, 7. November 2007
Mit erstaunen hab ich gelesen, dass die Weltbank nach eigener Analyse des Weltenwicklungsberichtes offen davor warnt, dass sich der Agrosprit sich nicht rechnet. Die Gründe sind eindeutig. Einerseits ist die Abholzung für die Anbaufläche klimaschädlich, Nahrungsmittel verteuern sich durch die Produktion und schadet dabei wie immer den Ärmeren mehr als den Reichen. "Nutzen" bringt das nur für wenige Menschen.
In den Fokus rutscht plötzlich die Landwirtschaft der Kleinbauern, denn drei viertel der Armen und 80% der Hungernden auf der Erde lebt im ländlichen Gebieten und zwar meist als Bauern. Investitionen genau dorthin seien viermal wirksamer bei der Armutsbekämpfung als andere Investitionen. Hoffentlich folgt den Analysen und schönen Worten nun auch bald Taten, denn bisher ist die Weltbank mir lediglich mit zweifelhaften Großprojekten negativ aufgefallen. Und die Übertragbarkeit auf Deutschland ist gar nicht so schwierig. Auch hier wären Investitionen in kleine Betriebe viel effektiver als in Großbetriebe. Betrachtet man den Umsatz pro "Subventionen" Beihilfen, kommt man auf ähnliche Ergebnisse. Da erwirtschaften kleine Betriebe pro Euro Subvention sicherlich viel mehr Euros als Großbetriebe. Das ganze verrechnet mit Arbeitsplätzen, dann ist die Lage noch eindeutiger. Aber soweit ist die politische Diskussion leider noch nicht. Quellen: Organisationen fordern Ende der Entwicklungshilfe für Öl, Landwirtschaft in Entwickungsländern stärken,
Freitag, 7. September 2007
In den vielen Medienberichten über die Vogelgrippe, die gerade wieder über den Ticker laufen, ging eine wichtige Meldung fast unter. Ich hatte schon einmal geschrieben, dass die Wildvögel nicht die Verursacher sondern mehr die Leidtragenden sind und die Ursachen in dem globalen Geflügelwarenfluss zu finden sind. Nun ist es halbwegs amtlich:
Weltweit wurden in den letzten zwei Jahren über 350.000 Wildvögel negativ getestet. Dies deute darauf hin, dass der Virus vor allem in Zuchtstationen auftritt so die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). "Wir wissen jetzt, dass es keine Vogelart gibt, die das Virus dauerhaft in sich trägt", sagte Scott Newman, Naturschutz-Koordinator bei der FAO. 200 Millionen mussten in den letzten Jahren wegen der Vogelgrippe getötet werden und knapp 200 Menschen starben an einer H5N1-Infektion. Konsequenzen: Der Verbraucher muss sich informieren, wo kommt mein Fleisch, meine Eier her. Er alleine hat die Macht etwas zu ändern. Von der Politik erwarte ich da sobald nichts. Sie verschläft jegliche Entwicklung. Biolebensmittelabsatz ist in Deutschland im vergangenen Jahr um 18% gestiegen und die Produktion nichtmal um 3%. Man subventioniert immer noch lieber große Betriebe. Dabei ist es eine biologische Binsenweisheit, dass kleinstrukturierte, vielfältige Ökosysteme die stabilsten sind - nicht die großen Monokulturen. Quelle: pr-inside.com
Dienstag, 31. Juli 2007
Meeresbiologen bezeichnen sie als anthropogene Todeszonen. Nachgewiesen sind mitlwerweile über 200 solcher Zonen, die größten liegen im Golf von Mexiko und in der Ostsee. Ein drittel liegt vor den US-amerikanischen Küsten. Immer wenn übergroße Mengen an Nährstoffen wie Phosphate und Nitrate vor allem aus der konventionellen Landwirtschaft über Flüsse ins Meer gelangen. "Jährlich werden rund 35.000 Tonnen Phosphor und über eine Million
Tonnen Stickstoff in die Ostsee gespült", sagt WWF-Expertin Feucht. Unter diesen Bedingungen explodieren Algen und Cyanobakterien. Wenn sie absterben bedecken sie den Meeresboden und verbrauchen den kompletten Sauerstoff. Es entsteht somit die Todeszone. Dort ziehen sich Pflanzen, Fische und andere Meerestiere komplett zurück - falls sie es können, ansonsten ersticken sie.
Verantwortlich dafür ist der Verbraucher. Er kauft das konventionelle Essen und heißt zum Teil den "Biosprit" gut. Gerade dieser trägt zunehmend zum Problem bei. Wieder ein Grund mehr seinen Garten zu bewirtschaften und biologisch angebautes Essen zu kaufen! Quelle: Massensterben im Golf von Mexiko - Todeszone von 20.000 Quadratkilometern erwartet: www.pressetexte.de/pte.mc?pte=070720001
Donnerstag, 12. Juli 2007
Ich war zwar nicht so sehr überrascht über solch einen Bericht in der Taz (Brüssel darf Gift nicht erzwingen) doch es ist und bleibt skandalös. Wie können EU-Bürokraten, die eigentlich ein Gewissen haben sollten solch ein Gift als Herbizid zulassen. Hier mal ein paar Fakten: - seit den 60'ern wegen gesundheitsschädlicher Wirkung kritisiert
- seit den 80'ern in vielen Ländern verboten
- in der "Dritten Welt", Deutschland und Südeuropa noch im Einsatz
- akute Vergiftungen bewirken schwere Nieren- und Sehschäden
- bei direktem Einatmen kann es die Lungen zerstören und zum Erstickungstod kommen
- Paraquat zählt zum "dreckigen Dutzend" der schlimmsten Umweltgifte
Trotzdem wurde es vor drei Jahren erst vom EU-Ausschuss für Lebensmittel und Tiergesundheit als Herbizid in die Positivliste aufgenommen. Nun wurden die Skandinavischen Länder vor dem EU-Gerichtshof verklagt, weil sie es nicht zugelassen haben - aus guten Gründen. Positiver Weise hat der EU-Gerichtshof mit Vernunft die Sachlage geprüft und klar für diese Länder entschieden. Würden alle biologisch angebaute Lebensmittel kaufen, gäbe es weder solche Mittel noch solche Auseinandersetzungen...
Donnerstag, 14. Juni 2007
Nach 18 Monate langem Ringen wurde offensichtlich die neue Rahmenvereinbarung zur EU-Öko-Verordnung verabschiedet. Geregelt werden weiterhin artgerechte Tierhaltung, organische Düngung und Pestizidverbot. In vielen Teilen wurden Zugeständnisse zum ursprünglichen geplanten Entwurf gemacht, sodass weiterhin gute Lebensmittel angeboten werden können. Weiterhin dürfen nur Lebensmittel als biologisch ausgezeichnet werden die mindestens 95% aus dieser Landwirtschaft stammen. Eine Verbesserung der Qualitätsmaßstäbe gibt es keine. Nun wird mehr auf Masse statt auf Klasse gesetzt. Sicherlich ist es besser für die Welt, wenn durch geringere Standards mehr konventionelle Bauern umsteigen, birgt es jedoch die Gefahr, dass das Vertrauen des Verbraucher aufs Spiel gesetzt wird.
Das bisherige europäische Siegel (rechts abgebildet) unterscheidet sich zu anderen europäischen nicht-ökologischen Siegeln nur marginal. Ein neuer Vorschlag soll bis 2009 erarbeitet werden. Die entscheidenden Regelungen, die Durchführungsbestimmungen werden durch die EU-Kommission bis 2009 verfasst. Das Kleingedruckte sozusagen, was letztendlich beschreibt, was die üblich schwammig formulierten Mindeststandards offen lassen. Hoffen wir mal, dass die Verbände ihre Lobbyarbeit sehr gut machen werden. Erst dann kann die neue EU-Öko-Verordnung abschließend beurteilt werden. Einige Punkte stehen im Entwurf, die umstritten sind: - Die "übliche" erlaubte Toleranzgrenze von 0,9 Prozent für genetisch veränderte Organismen (GVO) durch technisch unvermeidbare oder zufällige Einträge. Diese müssen nicht gekennzeichnet werden. Obwohl das EU-Parlament dies missbilligte, setzte sich die Kommission durch. Andererseits sollten biologische Lebensmittel hier nicht schlechter gestellt werden. Besser wäre eine generelle niedrigere Grenze.
- In Ausnahmefällen sollen Vitamin- und Enzym-Zusätzen, die aus genetisch modifizierten Bakterien gewonnen werden zugelassen werden, wenn diese nicht mehr in gentechnisch unveränderter Form verfügbar sind. Dies ist wohl nicht im Sinne des Verbrauchers.
- Ungerecht ist, dass Importe aus Drittstaaten nur vergleichbare und nicht gleiche Produktionsbedingungen haben müssen.
Interessant ist, dass man darum bangen musste, dass die etablierten Verbandslabels weiterhin verwendet werden dürfen. Diese sind auch letztlich der Garant für Lebensmittel mit ausreichendem Standard. Hier gelten z.B. Null-Tolleranzen gegenüber GVO, dies bedeutet technisch unter der Nachweisgrenze. Der Verbraucher hat sozusagen die Wahlfreiheit. Am besten ist es jedoch, gleich den Anbau seiner Lebensmittel selber in die Hand zu nehmen. Nur dann weiß man alles über seine Lebensmittel - vom Anbau bis zur Verarbeitung. Quellen: maerkische Allgemeine, livegen.de, ökotest.de, taz brennpunkt 13.6.2007, Telepolis Übersicht Richtlinien: SÖL - Richtlinien und Gesetzgebungen zum ökologischen Landbau
Mittwoch, 13. Juni 2007
Zudem sollen sich Kontrolleure künftig zwei Wochen vor einer Visite anmelden müssen.
Grundsätzlich bin ich auch für Bürokratieabbau, doch wenn sich Kontrollen immer nur mit einer Vorlaufzeit von zwei Wochen stattfinden, dann wird man nur die aller Dümmsten bei nicht korrektem Verhalten erwischen - oder für was sind Kontrollen eigentlich da? Dann könnte man sie doch gleich ganz weglassen? Schlimmer noch ist, dass diese Änderung sich dann auch auf den Ökolandbau, der nur nach den EU-Richtlinien arbeitet, Auswirkungen haben wird (nochmal danke für den Kommentar). Noch einen Grund mehr den Ökolandbau der hiesigen anerkannten Verbände durch den Kauf deren Produkte zu unterstützen... Quelle: agrarheute.com
Freitag, 30. März 2007
Es gibt auch noch gute Nachrichten  Ein Erfolg der Ökologischen Anbauverbände ist zu verbuchen: Der Vorschlag der umstrittenen EU-Öko-Verordnung geht zurück an den Start. Hoffen wir mal, dass etwas besseres herauskommt...
Mittwoch, 14. März 2007
Unabhängige Wissenschaftler der französischen Organisation CRIIGEN (Committee for Independent Research and Genetic Engineering) haben die Daten, die Monsanto für eine Marktzulassung des Gen-Maises MON863 in der EU eingereicht hat, neu analysiert. Dazu musste die Offenlegung der Studie richterlich erzwungen werden. Der Gen-Mais produziert ein Insektengift gegen den schädlichen Maiswurzelbohrer. Er enthält auch ein Resistenzgen für Antibiotika.
Die Neuauswertung der Fütterungsversuche mit dem gentechnisch manipulierten Mais MON863 zeigt, dass der Gen-Mais nicht hätte zugelassen werden dürfen. Die Versuchstiere wiesen Schädigungen von Leber und Nieren auf, Veränderungen des Urins der Tiere, ließ Monsanto unter den Tisch fallen. Greenpeace fordert richtigerweise ein globales Vermarktungsverbot für MON863. Weiterhin müssen die Behörden auch alle anderen existierenden Marktzulassungen neu bewerten und die bestehenden Zulassungsverfahren neu organisieren. Generell muss man davon ausgehen, dass genmanipulierte Pflanzen als Nahrungsmittel weder sicher noch geeignet sind. Wenn alle Zulassungen so laufen, systematischer Täuschungen zur Tagesordnung gehören und Studien unter Verschluss gehalten werden, kann das wohl nicht vertrauensbildend wirken. Quellen:
Greenpeace.de: MON 863: Für Ratten schädlich, für Menschen verträglich?, Zusammenfassung der Seralini Rattenstudie
, Chronologie MON863
Dienstag, 6. März 2007
Nur wer mitmacht, kann sagen er hätte alles versucht!
Schreiben sie unserem Landwirtschaftsminister eine Postkarte. Ein Textvorschlag mit dem folgenden Inhalt kann als Anhaltspunkt dienen: Sehr geehrter Herr Seehofer!
Ich baue in diesem Jahr in meinem Garten oder auf meinem Hof Gemüsemais an und werde daraus für das kommende Jahr Samen ziehen.
Sie bauen an einem neuen Gentechnikgesetz und einer "guten fachlichen Praxis" zum Anbau von Gentechnik-Mais. Bitte sorgen Sie dafür, daß der Wind in meinem Garten weht und die Bienen summen können ohne daß ich mir Sorgen um gentechnisch veränderten Pollen aus der Nachbarschaft machen muß!
Erlassen Sie strenge Haftungsregeln für alle Schäden durch den Anbau von Gentechnik, setzen Sie Abstände fest, die natürlichen Garten- und Ackerbau, freien Insektenflug, Nachbau, Tausch und Züchtung von Saatgut ohne Angst und Streit ermöglichen. Wo das nicht geht, können Sie nach europäischem Recht den Anbau von Gentechnik verbieten. Tun Sie das!
Mit freundlichen Grüßen
An die folgende Adresse
Horst Seehofer
Minister für Verbraucherschutz und Landwirtschaft
Wilhelmstr. 54
10117 Berlin
Siehe auch: http://www.bantam-mais.de/aktion/eine-postkarte-an-horst-seehofer.html
Montag, 5. März 2007
Immer noch so viele Käfigeier?
Fasst man die Marktsegmente Haushaltsverbrauch, Großverbraucher und Verarbeitung zusammen, stammten 2006 rund 70 Prozent aller in Deutschland verbrauchten knapp 17 Milliarden Eier von Hennen in der Käfighaltung Leider kann man da nur sagen. Aber wie kann das sein? Wieso ist der Anteil so hoch? Viele Fragen kommen mir da sofort in den Sinn. Die Antwort fand ich gerade in einem Artikel bei der ZMP Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH. Folgende Eier-Zahlen stechen ins Auge: - 53 % des Gesamtverbrauchs werden als Eier vom Verbraucher gekauft
- 43% davon sind Käfigeier (vielleicht auch 50%)
- 50% des Gesamtverbrauchs werden von Verbrauchern als Eier eingekauft
- die anderen über Produkte die Eier enthalten
- 16% des Gesamtverbrauchs gehen an Großverbraucher/Außer-Haus-Verzehr in Form von Schaleneiern
- 31% des Gesamtverbrauchs laufen als Eiprodukte über die Nahrungsmittelindustrie (davon 95% Käfigeier)
Daran kann man erkennen, dass die Käfighaltung solange weiter gehen wird, solange nicht gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Sei es nun die Kennzeichnungspflicht, damit der Verbraucher die Wahl hat oder diese Haltungsform abschafft. In der ökologischen Landwirtschaft sind sowieso andere Platzverhältnisse vorgesehen. Da werden anstatt DIN A4 bis zu 10qm vorgesehen. Unsere 9 teilen sich 700qm Garten und einen Stall mit 30qm. Leider sind keine Angaben zur zur Bodenhaltung gemacht worden. Die konventionelle Bodenhaltung ist für das Huhn wahrscheinlich noch schlimmer als die im Käfig. Wenn jemand mal eine Halle gesehen hat, wo 30-50.000 Hühner in ihrem eigenen Mist rumlaufen, dann kann er sich ausmahlen was da los ist...
Samstag, 3. März 2007
Gestern hat das Kabinett die umstrittene Gentechniknovelle beraten und beschlossen und Seehofer sprach von einem fairen Ausgleich der Interessen. Da stellt sich mir die Frage welche Interessen werden denn hier vertreten? So heißt es in einer Presseerklärung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV): Das Gentechnikrecht soll den Rahmen für die weitere Entwicklung und Nutzung der Gentechnik in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen setzen. Die Regelungen sollen so ausgestaltet werden, dass sie Forschung und Anwendung in Deutschland befördern. Ok jetzt weiß ich es... Interessnterweise sind Abstände von 150m in Deutschland ausreichend, obwohl im EU-Durchschnitt 250m vorgeschalgen sind. Für Schäden unter der Grenze von 0,9% Verunreinigung soll niemand mehr aufkommen müssen. Das ist an der Realität vorbei, denn Ernten können schon unverkäuflich werden bei wesentlich weniger Verunreinigung (0,1-0,3%) - eben weil der Handel das Gott sei Dank verlangt. Die Forschung soll erleichter werden doch Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Jörg Hinrich Hackersoll geht das nicht weit genug: der Staat soll alle Risiken tragen und für Schäden aufkommen. Jetzt schon tragen die gentechnikfrei arbeitenden Unternehmen unternehmen die zusätzlichen Kosten für diesen Nachweis und verteuern unnötiger Weise diese Produkte. Gerecht ist sowas nicht. Kritik kommt natürlich auch nicht zu kurz. So stellt der BÖLW zu recht fest, dass es eine Lizenz zum Verschmutzen darstellt. Seehofer verrät die Interessen der Verbraucher und der Bauern. Er verabschiedet sich langsam von der gentechnikfreien Landwirtschaft. Die Kennzeichnungspflicht gilt jetzt schon erst ab einer Verunreinigung über 0,9%. Das ist die Absicht zu akzeptieren dass eine flächendeckende Kontamination normal werden wird. Wohin die Reise gehen soll, erkennt man auch leicht an den Forschungsausgaben. 135 Millionen Euro für die gentechnische Forschung und magere 5 Millionen für den ökologischen Anbau. Forschung im Bio-Sektor ist eine Zukunftsinvestition und nachhaltig. Mehr als zehn
Millionen Euro steckte die rot-grüne Bundesregierung deshalb in ein
neues Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst in
Schleswig-Holstein. Kaum sechs Jahre später wurde es geschlossen. Quellen:
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