Die Grundschule Kleine Kielstrasse in Dortmund erhielt die Tage von Bundespräsident Horst Köhler den Deutschen Schulpreis. Die Plätze 2 bis 5 erhielten integrierte Gesamtschulen.
Das besondere daran ist: Die Schule ist nicht in Bayern oder Baden-Württemberg und auch kein elitäres Gymnasium. Die Schule liegt in mitten einem Problemviertel, viele der Eltern Arbeitslos oder leben von Sozialhilfe und der Migrantenanteil liegt über 80%. Normalerweise hegt man eher Vorurteile gegenüber solchen Schulen. Doch hier wird gute Schule für alle gemacht.
Die umstrittene Förderung von der Auslese, den Eliten mit Schnelldurchläufen in der Schullaufbahn sollte man sich endlich verabschieden. Das ist Schulpolitik von gestern. Warum nur verschließen die Politiker vor der Pisa-Studie und den darin enthaltenen guten Vorbilder z.B. in Skandinavien die Augen? Ich weiß es nicht, aber es scheint nun Bewegung in die Schuldiskussion zu kommen. Am Beginn der Veränderungen steht immer die schonungslose Wahrnehmung der Wirklichkeit.
Anscheinend geht es an manchen Schulen besser voran. Das liegt aber wohl auch daran, dass engagierte Schulleiter und Lehrer sich nicht länger über die Vorgaben einer verkrusteten Kultusbürokratie jammern, sondern sich im Zweifel darüber hinwegsetzen oder zumindest ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen.
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass sich Schulen selbst als lernendes System auffassen muss und die Antwort für schwache Schüler nicht immer die gleiche armselige Antwort ist: Erneute Frustration.
Bildung muss wieder den Stellenwert bekommen, den es nötig hat, die Herausforderungen unserer Gesellschaft gewachsen zu sein.
Was machen also die ausgewählten Schulen so besonders?
- Monate bevor die Grundschule beginnt kommen Eltern und Kinder bereits in die Schule
- individuelle Förderung
- Elternarbeit
- Lehrerteams
- keine harten, ausgrenzenden Sprachtests
- kennen lernen durch Bildergeschichten
- individuelle Förderpläne für jedes Kind
- zusätzliche Förderkurse
- Projektarbeiten
- Umgebung mit einbeziehen, Elterncafe
- keinen Frontaluntericht mehr
- Große helfen Kleinen
- Gruppenlernen
- keine festen Stundenpläne, keine festen Fächer
- weniger Kinder pro Pädagoge
Quelle: Taz vom 12.12.2006