Ein Interview in Schrot und Korn mit dem kanadischen Bauer Percy Schmeiser über den Raps- bzw. Sojaanbau in Kanada:
Kanada hat vor ca. 10 Jahren den Anbau von genmanipuliertem Raps und Soja erlaubt. Negative Konsequenzen daraus wurden billigend in kauf genommen. Schmeiser selber hatte über 40 Jahre eine Rapszüchtung aufgebaut mit Sorten, die den regionalen Bedinungen gut angepasst waren. Diese Zucht ist nun durch Klagen seitens Monsanto zerstört worden. Der Konzern forderte Schadensersatz wegen illegalen Anbaus von patentiertem Gentechnik-Saatgut. Monsanto hat bei der Gentech-Saatgut einen weltweiten Marktanteil von 90% und mit einem Jahresumsatz von über 6 US-Milliarden Dollar.
Mittlerweile gibt es in ganz Kanada kein gentechnikfreies Raps- oder Sojasaatgut mehr! Die Imkerei ist ebenfalls zerstört. Die Sozialen Folgen sind erwähnenswert: Nachbarschaftshilfe wurde ersetzt durch Angst, denn die Prozesskosten belaufen sich im 6-Stelligen Bereich. Die Privatdedektive von Monsanto und Einschüchterungsversuche zeigen ihre Wirkung.
Was können wir in Europa aus den kanadischen Erfahrungen lernen? "Sie brauchen keinen Erprobungsanbau. Sie müssen nur Nordamerika anschauen." sage Schmeiser. Wie recht er damit hat.
Die wichtigsten Lektionen:
- Es gibt keine Koexistenz und kein Sicherheitsabstand. Die Ausbreitung genmanipulierter Organismen (GMO) lässt sich nicht kontrollieren.
- Die Wahlfreiheit geht verloren, wenn GMO eingeführt werden.
- Sinkende Erträge um 7% bei Raps und 15% bei Soja waren in Kanada normal.
- Der Spritzmittelaufwand sinkt nicht, da sich der pestizidresistente Raps als Super-Unkraut in Getreidefeldern ausbreitet und sich in andere Unkräuter gleicher Familie auskreuzt (bis zu 3x so hoch)
- Soziale Folgen sind unkalkulierbar.
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