Götz Werner ist erfolgreicher Unternehmer, ihm gehört die DM-Drogerie-Kette mit 1720 Filialen in neun Ländern. Er ist Anhänger der anthroposophischen Lehre und glaubt, dass jeder Mensch seine in ihm ruhenden Fähigkeiten ohne äußeren Zwang am besten entwickeln kann. Als Unternehmer steht bei Ihm nicht mehr die Gewinnmaximierung im Vordergrund sondern die Sinnmaximierung.
Seine Vision ist das bedingungslose Grundeinkommen. Dahinter steht, dass jeder Mensch unabhängig von irgendwelchen Bedingungen vom Staat ein Grundeinkommen erhält. Durch die jetzt schon vorhandene totalen Fremdversorgung der Gesellschaft (wer stellt denn schon noch was selber her?) ist das Aufrechthalten von: wer nicht arbeitet hat auch nicht genug zu Essen, nicht gerechtfertigt. Die jährlichen Produktivitätssteigerungen tragen auch nicht zur Vermehrung von Arbeit bei.
Die Folgen sind durchweg positiver Natur:
- Die Gesellschaft wandelt sich hin zum Guten
- Abhängigkeit gegenüber unsozialen Vorgesetzten wird aufgelöst
- Jeder kann innerhalb für ihn sinnvollen Bereichen arbeiten
- der Mythos Vollbeschäftigung wird begraben
- die Arbeitslosigkeit wird zum Nicht-Problem
- Arbeit die keinen Wert schafft, findet in der Gesellschaft Anerkennung
- einfachstes Steuermodell: Nur die Mehrwertsteuer bleibt (ca. 50%, Lebensmittel geringeren Satz)
- Bürokratieabbau
- kleinbäuerliche Landwirtschaft wird wieder attraktiv
- Opferrollen der Gesellschaft fallen weg
- wir können uns die Arbeit aussuchen, die uns spaß macht und sinnvoll erscheint
- unangenehme Jobs müssen dann besser bezahlt werden als jetzt
Interessant fand ich auch die Aussage, dass die meisten Menschen zwei Menschenbilder kennen. Eines von sich selber und eins von den Mitmenschen.
Unter den Kritikern befinden sich auch die Gewerkschaften. Sie halten von dem Konzept natürlich nicht viel, da auch sie an Macht verlieren würden. Die Gesellschaft würde aus ihrer Unmündigkeit entlassen und viele hätten keine Ausreden mehr. Es wäre ein Traum...
Wer noch ein wenig weiterlesen möchte hier einige weiterführenden Links:
ABER: Alle diese Überlegungen übersehen eine menschliche Schwäche, nämlich die der Genügsamkeit. Von wenigen Ausnahmen mal abgesehen; wir streben immer nach mehr und sind nicht zufrieden mit dem was wir haben. Und dies zum geringstmöglchen Preis: Ob man dann wirklich arbeiten gehen will, um "mehr" zu haben?