Menschen scheinen zu glauben, dass es immer so weiter geht, nur weil die Dinge eine Zeit lang so liefen. Das Ergebnis dieser Illusion ist die kollektive Selbsttäuschung.

Das wirtschaftliche (und gesellschaftliche) Modell, das gerade gescheitert ist, bestand zu letzt hauptsächlich darin, dass die Nachfrage durch private Verschuldung hoch gehalten wurde. Bisher wurde dazu keine alternative Formuliert. Im Moment wird nur von einer Reparation gesprochen, so dass das kaputte Modell weiter funktionieren soll. Politische Alternativen werden keine bekannt. Die Parteienlandschaft ist total verarmt. Da legt gerade die FDP deutlich zu, obwohl sie das gerade katastrophal gescheiterte System in seiner Reinstform propagiert.
Unser Aktienindex DAX als "repräsentative" Wirtschaftanzeige sieht die Zukunft immer noch verblendet optimistisch. Er liegt immer noch deutlich höher als im Crash 2003 und knapp unterhalb des 10 Jahrestiefs. In USA ist man da schon ehrlicher. Da ist man schon 30% unterhalb des 10-Jahresmarke. Ich will nur damit sagen, dass man offensichtlich in Deutschland (dort wo man sonst immer alles schlecht redet) verblendet optimistisch zu sein scheint. Alle tun so als sei das nur ein kleiner Scherz der unsichtbaren Hand im Markt, der sich wie immer in wohlgefallen auflöst.
Zur Rettung des maroden Bankensystems und zur Ankurbelung von fragwürdigen Wirtschaftsteilen pumpt sich die Regierung von den Folgegenerationen Unsummen. Bruchteile von diesen Summen, waren vor kurzem noch unmöglich freizusetzen, die unsere Zukunft sichern würden: Bildung, Ausbau alternativer Energien und für soziale Bedürfnisse.
Es hat aber auch was gutes, wie Colin Crouch so schön formuliert: "Aber es ist auch ein interessanter Moment, weil die Hegemonie des neoliberalen Modells fundamental infrage gestellt ist."
Nun hellsehen vermag ich nicht, doch teile ich nicht die Ansicht vieler, dass das alles schon wieder wird, wenn nicht genauso, dann eben fast so wie vorher. Das will ich auch begründen mit einer kleinen Geschichte, die aus einem witzigen Einfall entstanden ist:
Neulich traf mich ein Ausserirdischer, der mich fragte, wie das Leben hier auf der Erde so funktioniert. Ich erklärte bereitwillig, wie ich die Welt beschreiben würde.
Wir auf der Erde haben ein vorherrschendes Wirtschaftssystem, welches sich auf wenige Grundannahmen stützt, die nicht in Frage gestellt werden dürfen:
- Das Wirtschaftswachstum ist unbegrenzt.
- Der Bedarf lässt sich beliebig steigern, zur Not auf Kredit.
- Ausbeutung von anderen Menschengruppen ist nicht verwerflich
- Die Natur stellt keine Rechnung, ihre Ressourcen sind unbegrenzt vorhanden und dürfen beliebig gefördert werden
- Die Löhne der meisten Menschen müssen sinken
- Tauschmittel ist ein Geld, welches vornehmlich der Umverteilung von Arm nach Reich dient
- Der Zinseszins im Geldsystem dient dazu den Geldfluss von Arm nach Reich deutlich zu beschleunigen
- Es gilt das Leistungsprinzip - zumindest in der Theorie. Auch bei Löhnen (wobei kein Mensch es erklären kann, warum die Gehaltsunterschiede so groß sind).
- Das gesellschaftliche Leben wird diesem Diktat unterworfen.
Das Gesellschaftssystem basiert nicht auf Kooperation, sondern auf Neid, Stolz, Besitz und Mitläufern. Seit Jahrhunderten ist die Sprache geprägt durch Unterdrückung irgendeiner Herrschaftsform.
- Bildung dient nicht dem Leben und der Menschwerdung, sondern die Menschen gefügig zu machen. Selbstbestimmung, das natürliche Lernverhalten, Kreativität wird unterdrückt
- Das was unter Bildung verstanden wird, wird nicht Chancengleich weiter gegeben. Entweder gehört man der "Bildungselite" an oder man hat es extrem schwer dorthin zu kommen
- Vergleiche werden schon sehr früh eingeführt, damit Kinder schnell lernen: es gibt Gewinner und Verlierer. Strenge dich an, damit du nicht zu den Verlierern gehörst.
- Akzeptiere, dass es Gut und Böse gibt und das es rechtens ist, dass die Guten die Bösen mit Gewalt bekämpfen. Frage nicht nach dem Wozu macht jemand etwas.
- Unterdrücke deine Gefühle und Bedürfnisse (die Sprache des Herzens).
- Bedürfnisse und Gefühle werden nur indirekt ausgedrückt über Forderungen und Vorwürfen. Dies hilft Konflikte immer wieder in Gang zu setzten.
- Die Medien zeigen dir das richtige Leben, schau genug davon und du wirst es erkennen. Negative Nachrichten in Hülle und Fülle, Kämpfe und Töten im Sinne des Guten; die Bösen haben es nicht anders verdienst.
- kritische rationale Diskussionen sind nicht erwünscht, denn das würde die sogenannten Autoritäten in Frage stellen und das mögen sie nicht
- Kinder werden durch Eltern erzogen, die es besser nicht wissen. Sie lernen wenig darüber, wie das Leben funktioniert. Dieses nicht Wissen wird von Generation zu Generation weitergegeben.
Dabei belasse ich das einmal für heute. So ungefähr könnte das jedenfalls gewesen sein
na besser hätte ich es auch nicht formulieren können. Mal sehen, wie lange sich dieses sich selbsttötende, noch nicht beerdigte System noch halten kann.
Danach kann es eigentlich nur noch besser werden. Die Menschen sollten wieder in Liebe zu sich und der Natur leben...
Sonnige Grüsse, Markus
glaubst oder weisst du, ob man im ausland schlauer bzw. weniger verblendet ist? wäre bisher an mir vorbeigegangen.
Aber ich glaube dass im Ausland es auch nicht besser aussieht. Es gibt wenig Gründe, warum die "anderen" so viel schlauer sein sollten.
Und ja, ich glaube auch, dass es noch lange so weitergehen wird. Immer schön abwärts, bis der Leidensdruck hoch genug wird.
Aus der Geschichte kann man einiges lernen. Alle noch so hoch entwickelten Kulturen sind vergangen und niemals über Nacht, sondern über viele viele Jahrzehnte.
Wir werden sehen
"Bildung dient nicht dem Leben und der Menschwerdung, sondern die Menschen gefügig zu machen. Selbstbestimmung, das natürliche Lernverhalten, Kreativität wird unterdrückt."
Bei aller Demut und dem Wunsche durch den Devotismus eine höhere Erkenntnis durch sich selbst zu erlangen ist gerade diese Bildung- wenn durch die richtigen Menschen vermittelt- ein essenzieller Bestandteil der Erkundung höherer Welten.
Ind diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Osterfest
Hier kommt es auch ein wenig auf den Standpunkt an und was man im Kontext unter Bildung versteht.
Was ich meinte, war die klassische Bildung, die davon ausgeht man muss die menschen formen und nicht sich entwickeln lässt.
Unser Schulsystem (auf das ich mich bezogen hatte) möchte eben nicht bilden, wie du es meinst und wie ich es gerne sehen möchte. Es formt einen den kleinen Menschen und soll ihn nicht entwickeln.
Ich bin gerade zufällig auf eure Seite gestossen und habe einfach mal diesn Artikel gelesen.
Diese Sichtweise möchte ich so nicht stehen lassen, du schreibst: "Nun hellsehen vermag ich nicht, doch teile ich nicht die Ansicht vieler, dass das alles schon wieder wird, wenn nicht genauso, dann eben fast so wie vorher."
Ich denke man darf sich dem Fatalismus nicht so ergeben. Es gibt zwei grundsätzliche sichtweisen zur Geschichte, die eine besagt das der Mensch durch die Geschichte erschaffen wird wie er ist die andere besagt das es Menschen sind die geschichte machen. Ich lasse die erste nicht zu und beharre auf der zweiten.
Ich denke ich brauche nichts zu diesem Geldsystem zu sagen. das ja reine phantasie ist.
Die Alternative besteht darin aufzupassen, das es schon im kleinen keine ungerechtigkeit in form eines zuwachses in einem Geschäft geben darf. Handel ist erlaubt, Zins nicht, in allen Religionen it dies verboten. Aristoteles hat schon die gefahren beschrieben.
Die Alternative besteht darin für etwas Reales auch etwas Reales zu verlangen, also tauschhandel oder vereinfacht sich auf Wahren zu einigen, die allgemein als Tauschmittel anerkannt werden. Über jahrtausende wahren diese Wahren Edelmetalle, Gold und Silber. Aber niemand darf einen wert dafür festlegen, es gilt nur was in einer transaktion ausgemacht wird.
Verhindert man ungerechtfertigten Zuwachs schon im Kleinsten, kann er im Grossen nicht diese verheerenden Folgen herbeiführen.
Das schreibe ich als Muslim, der ein Wirstschaftssystem studiert, das die Monopolbildung verhindert nd den reichtum breit streut, bzw. versucht es im Umlauf zu halten. Und das ist die viel gefürchtete Scharia.
Alles Gute, Habib.