Der Glaube an einen allmächtigen Markt prägt
unsere Zeit. Wie die Religion versprechen Werbung und Konsum ein
gelingendes Leben. Die „rein marktwirtschaftliche Lehre“ wird so zum
Dogma und begründet die Vorherrschaft des Marktes in allen
Lebensbereichen.
Wolfgang Palaver schreibt im Cicero einen wunderbaren Artikel über unser "Leben" - wie es funktioniert, was dahintersteht.
Basierend vor allem auf den Aussagen von dem Philosophen Walter Benjamin aus dem Jahre 1921, der es schon damals excellent beschrieben hatte: „Im Kapitalismus ist eine Religion zu erblicken, d.h. der Kapitalismus
dient essentiell der Befriedigung derselben Sorgen, Qualen, Unruhen,
auf die ehemals die so genannten Religionen Antwort gaben.“
Lesenswert: cicero.de: Wolfgang Palaber - Kapitalismus als Religion
LG Micha
Hintergrund des Kapitalismus ist doch die ständige Zerstörung und Neuschöpfung - oftmals verbunden mit unschönen Auswirkungen, aber auch immer neue Chancen eröffnend. Eben kein Dogmatismus.
Deshalb hat er alle bisherigen -ismen der Neuzeit überlebt, da politische und wirtschaftliche Konkurrenzmodelle wie Sozialismus und Kommunismus eben tatsächlich auf dogmatisch fixierten, religionsähnlichen Grundsätzen beruhen, die irgendwann jede Änderung verhindern und ersticken.
Gruß
Mathias
Der Artikel beschreibt meines Erachtens den Sachverhalt richtig und wenn ich die ersten Absätze über Religion von Wikipedia lese - http://de.wikipedia.org/wiki/Religion - finde ich darin keinen Widerspruch unsere immer noch existierende Wirtschaftsform als Religion zu definieren.
Je nach dem wie man diese Religion betrachtet - also abhängig vom Standpunkt - könnte ich diesen sehr wohl als Dogmatisch und träge bezeichnen. Ohne Staatlichen Protektionismus würde das nicht funktionieren.
Er hat den Sozialismus bzw. Kommunismus zwar überlebt, aber er wurde auch nicht richtig "gelebt". Die politischen Strukturen der meisten kommunistischen "Diktaturen" waren sicherlich nicht im ursprünglichen Sinne von Marx und Co. Indianer (auch da sicherlich nicht alle) haben über Jahrhunderte eine Wirtschaftsform gelebt die dem Sozialismus sehr nahe kommt und ohne die weißen Siedler wäre das noch sehr lange so weitergegangen. So lange hat der Kapitalismus es noch nicht geschafft und wird es sicherlich nicht mehr schaffen. Weder Nachhaltig, also so dass er noch viele Generationen es noch weiter treiben kann, noch dass er Gerechtigkeit zum Ziele hat. Und genau das wird sein Verhängnis werden. Es sei denn er ist so flexibel, dass man ihn am Ende seiner Tage aber auch nicht mehr Kapitalismus nennen wird...
Dass der Kapitalismus eines Tages an sich selbst zugrunde gehen wird, ist ein frommer Wunsch - ich glaube (und hoffe), dass er die Kraft hat, sich selbst zu transformieren und nachhaltig zu werden. Aber da sind wir wieder im Bereich des Glaubens - die Zukunft wird es weisen
Schöne Grüße
Mathias
Warten wir halt einfach noch ein bisschen.