Bisher war es für mich schwer zu fassen, was unter der Abkürzung LOHAS zu verstehen war. Mittlerweile hat man sich so durch das Internet gelesen und nebenbei genügend Informationen beisammen.
Wikipedia 's Definition:
LOHAS ist ein neudeutscher Marketingbegriff, steht für „Lifestyle of Health and Sustainability“
und markiert einen neuen Lebensstil- bzw. Konsumententyp, der sich in
seinem Konsumverhalten an Gesundheit und Nachhaltigkeit orientiert.
Etwas deutlicher wird das Thema in einer Schweizer Zeitung (via nachhaltigbeobachtet.ch) beschrieben:
Damit ist die Botschaft [...] auf die kürzeste Formel gebracht: «Ivy» propagiert einen grünen Lebensstil, der keine Einschränkung und keinen Verzicht mehr verlangt, sondern Wege zeigt, wie ein gutes ökologisches Gewissen mit den Wonnen des Konsumierens ohne Skrupel und Anstrengung zu verbinden ist.
Was mir dazu einfällt ist lediglich "besser als". Natürlich ist es besser "grün" zu konsumieren, als gar nicht darauf zu achten wo die Wahre herkommt, wie sie hergestellt worden ist usw. Das ist alles schön und gut, doch ist das nur der erste kleine Schritt auf einem langen Weg. Es erinnert mich immer wieder an einige Grundaussagen von Paul Watzlawick. Die erste Handelt von "Wenn die Lösung das Problem ist" und das daraus entstehende "mehr des selben". Und Syteme können aus sich selber heraus (fast) nicht ändern, das sie sich selbst erhalten wollen. Genau so wird der Konsum immer nur durch anderen Konsum abgelöst. Der Mensch soll sich bloß nicht weitereintwickeln.
Was Nachhaltigkeit bedeutet hab ich unter "eine der besten Definitionen von Nachhaltigkeit" beschrieben. Und inwieweit die "LOHASierung" eine ökologische und nachhaltige Perspektive für unsere Gesellschaft bietet ist zu bezweifeln. Es hält das aktuelle System nur etwas länger am seidenen Faden aufrecht.
Hier einige gute Vorschläge, um diesen Teufelskreislauf aufzubrechen, nämlich mit dem Ziel das Bewusstsein zu schärfen und seine (vorläufigen) Kaufentscheidung zu beeinflussen:
- nie spontan kaufen, auch wenn es noch so verlockend ist
- am besten aufschreiben und eine Weile liegen lassen
- sich die Frage nach der Notwendigkeit stellen
- gibt es alternativen?
- geht es nicht auch eine Nummer kleiner?
- kann ich mir es nicht ausleihen?
Erst nach diesem Prozess eine Kaufentscheidung treffen, so wird sich einiges automatisch erledigt haben. Alles was nicht verbraucht wurde spart nicht nur Geld sondern auch Resourcen, schont damit die Umwelt, das Gewissen usw...
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