Mein Beitrag zum Blogkarneval zum Thema: Praktisches Wissen: Wer weiß was?
Samengewinnung und besonders die Reinigung, ab einer gewissen Menge, ist nicht mehr handhabbar, indem man mit den Fingerspitzen im Gestrüpp rumpult. Einmal das ganze durchgeführt macht eventuell noch Spaß, doch spätestens beim zweiten Mal muss man sich schon etwas mehr anstrengen, damit ähnlich viel Motivation aufkommt. Da ich mir diesen Prozess sparen wollte, hab ich mir gleich überlegt, wie gestalte ich mir von Anfang an das Leben etwas leichter. Natürlich ist die Zeitersparnis vielleicht beim ersten mal noch negativ, aber bei jedem weitern Mal freut man sich um so mehr. Deshalb baute ich mir vor kurzem einen "Mini-Trieur".
Um die Gewinnung zu verdeutlichen, hier folgende Schritte, die ich für sinnvoll erachte:
- Eine Pflanze reifen lassen, sodass die Samen noch nicht von alleine ausfallen (sonst sind die Verluste zu hoch und die Motivation unten). Welche Pflanzen dazu ausgesucht werde müssen steht unter Biogarten bzw. im Kapitel Selbst Samen gewinnen.
- Je nachdem Ernte ich die samentragenden Pflanzenteile und lasse sie wenn notwendig in einer Papiertüte in der Scheune hängen. Damit kann ich dann die Reinigung machen, wann Zeit dafür ist. Falls die Nächte schon feucht werden, die Papiertüte selbstverständlich dort aufbewahren, wo es trocken ist.
- Die Pflanzenteile zwischen den Händen etwas reiben, damit die Samen vollends ausfallen. Je nach Pflanzenart, kann das auch schon etwas anstrengend werden oder sinnvoll sein, Handschuhe anzuziehen.
- Hat man sich einen kleinen Mini-Trieur (Samensieb) gebaut, kann dieses leicht verwendet werden - jedoch muss es passend für die Samen sein, dies ist extrem wichtig für den Erfolg.
- Nun sind die Samen mit maximal gleichgroßen Schalenresten durch den Mini-Trieur gerieselt.
- Eine Windsichtung durchführen. Das Bedeutet bei leichtem Wind einfach das was man in unter Punkt 5. gesammelt hat von einer Schüssel in eine andere Schüssel rieseln lassen, sodass der Wind die leichten Pflanzenteile wegwehen kann.
- Eine weiteres Aufreinigen ist nicht notwendig, wenn beim Sammeln der Samenteile darauf geachtet wurde, dass keine anderen Pflanzen mit eingesammelt worden sind.
- Fertig sind die gut gereinigten Samen.
Bilder: (auf das jeweilige Bild klicken für eine Großansicht)
Links: Material wie unter 3. Beschrieben, hier Phacelia
Rechts: Detailaufnahme.
Links: Im Mini-Trieur.
Rechts: Das windgesichtete Endprodukt, die Phaceliasamen. (Punkt 8.)
Bauanleitung Mini-Trieur:
Man besorgt sich z.B. im Baumarkt kleine Haushaltsschüsseln. Je nachdem welche Mengen man erwartet findet man dort passende Objekte. Nun kommt die Fleißarbeit: Bohren, bohren und bohren. Die Rundlöcher (für Kugelige Samen) sind noch recht einfach durchzuführen, doch die Schlitzlöcher (für längliche Samen), wie abgebildet sind in der Herstellung nicht so einfach. Hier muss man den Bohrer praktisch erstmal durchbohren und dann solange vorsichtig drücken, bis ein Schlitz entsteht -aber vorsichtig, denn sonst wird der schnell zu lang oder schmiert in ein schon vorhandenes Loch hinein. Die Grade, die bei der Verwendung einer Plastikschüssel entstehen sind fast eine Kunst zu entfernen. Das ist mühselig und ich hab sie letztendlich doch abflammen müssen. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Selbstverständlich braucht man für verschiedene Samengrößen passende Löcher, also muss man mehrere von den Mini-Trieurs herstellen.
NachwortZum einem gebe ich meine Erfahrung nicht nur im Blog wieder, sondern auf der gesamten Website. Das was aber noch alles im Kopf ist und was noch geschrieben werden möchte, ist jedoch viel mehr als was man zur Tastatur bringen könnte - jedenfalls in der mir zur Verfügung stehenden Zeit. Ein Gedanke, der mir immer wieder durch den Kopf geht ist, ob es nicht möglich ist soetwas zu mehreren zu machen...
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