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Samstag, 30. Dezember 2006
 Mit der Aktion möchten mein-nein.de möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich öffentlich zum Thema Genfood zu äußern. Aus vielen "Mein-Neins" wird ein großes gesellschaftliches Bekenntnis. Und damit eine gewichtige Stellungnahme unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen für die Ernährungsindustrie und die politisch Verantwortlichen in Berlin. Die abgegebenen Stimmen werden an die Bundesregierung weitergegeben. Jetzt Mitmachen und seine Meinung den Verantwortlichen mitteilen!
Es gibt immer wieder Argumente, die zu hören oder zu lesen sind, die uns weismachen wollen, dass die Atomkraft gut für unser Klima ist - also CO2 sparend ist. Unverständlich ist jedoch die Angst vor der Klimaveränderung soweit in den Vordergrund zu spielen, dass die Angst vor einem Atom-GAU verdeckt wird. Dabei hat die Klima-Enquetekommision des Bundestages schon klar gestellt, dass Atomkraft keinen Beitrag zur Lösung des Klimaproblems leisten kann, denn es behindert in einem erheblichen masse den Umbau des Energiesystems in ein.
Die Lösung kann nur in einem dezentralen effizienten Energieversorgungssystem liegen, welches auf drei Säulen beruht. Diese sind Einsparen, Effizienzsteigerung und erneuerbare Energien. Das Gegenteil macht die Atomkraft, sie ist maximiert auf Energiebereitstellung und das mit einem Wirkungsgrad von rund 30 Prozent. Betriebswirtschaftlich rechnen sie sich auch nur, bei maximaler Auslastung - also wenn viel Energie verbraucht wird. Klimaschutz sieht da anders aus, nämlich hoher Wirkungsgrad und geringstmöglicher Verbrauch.
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Wer sich ein neues Handy zulegen möchte und sich für die Strahlung, die es abgibt interessiert findet auf der Webseite des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) ausgiebige Informationen. Hier werden 814 aktuelle Mobiltelefone mit dem sogenannten SAR-Wert aufgelistet. Auch wenn die meisten wohl ihre Entscheidung nach dem Aussehen und Empfehlungen treffen werden, ist es doch ratsam sich zu vergewissern, dass die Wahl auch bei anderen Kriterien die erste Wahl ist. Soviel Verantwortung sollte man aufbringen.
Die Schwankungsbreite ist enorm und reicht von sehr guten 0,1 (Samsung SGH-Z560) bis sehr schlechten 1,94 (G112 von LG). Die BfS hat einen Richtwert von 0,6 Watt pro Kilogramm (SAR) für den Umweltengel vorgeschlagen. Nur ca. 30 % aller Handys liegen unterhalb dieses Grenzwertes. Die Vollständige Liste ist einzusehen beim BfS: Strahlenschutzkriterien für ein Mobiltelefon-Ökolabel
Donnerstag, 28. Dezember 2006
Da es mich dann doch gewurmt hat, nur die negativen Punkte dieses Jahres aufzuzählen, bin ich auf die Suche gegangen und fand doch ein paar Lichtblicke: - In Lateinamerika bilden sich alternativen zu neokonservativen Regierungen
- EU verabschiedet REACH (Chemikalien-Zulassungsverordnung)
- Gentechnik-Haftungsgesetz wurde nicht geändert (steht aber auf der Kippe für nächstes Jahr)
- Urgewald schafft es mit einer Aktion die Finanzierung eines AKWs durch deutsche Großbanken zu verhindern
- Greenpeace gewinnt gegen die Molkerei Müller und darf weiterhin die Bezeichnung Gen-Milch für die Produkte von Müller-Milch verwenden
- Fußballweltmeisterschaft versetzte Deutschland in Partylaune
- ... und fällt jemanden noch was ein?
Diese Veränderungen sind im Vergleich zu den beschriebenen Rückschritten des Jahres 2006 klein und weniger einschneidend, doch ein klein bisschen Hoffnung macht es schon.
Mittwoch, 27. Dezember 2006
Der Mensch ist mit einer überlebenswichtigen Gabe ausgestattet worden: ihm machen schleichende Veränderungen nichts aus. Er ignoriert sie förmlich bis der Leidensdruck für Veränderung spürbar wird. Vor Jahren lauschte ich einmal einer Radiosendung die über das Thema Wasser berichtete. Ein Wasserforscher legte ziemlich genau dar, warum das wichtigste Lebensmittel so kostbar ist. Er zeigte auch die Entwicklung von Verseuchung und Verknappung über die Jahre auf. Auf die Frage was man denn jetzt und in Zukunft tun könnte, war seine Antwort kurz und deutlich: So viel verbrauchen wie möglich! Ich hab lange gebraucht, um zu verstehen was er damit gemeint hat und nun kann ich das fast verallgemeinert darstellen: Wir müssten eigentlich so schnell wie möglich Wasser und Erdöl verbrauchen, die Qualität der Nahrungsmittel so weit reduzieren, bis es nicht mehr satt machen, usw. Dann, wenn wir wirklich in ein Problem laufen, fangen wir an umzudenken. Je früher, desto eher wird sich etwas ändern. Warum zeige ich anhand eines Beispieles: Die EU-Minister haben letzte Woche wieder aller Vernunft die Fangquoten für Kabeljau in der EU festgelegt. Die Fangquoten werden von Jahr zu Jahr verringert. Nicht weil es Sinn machen würde, sondern weil nicht mehr rauszuhohlen ist und um die ganz große Katastrophe gerade nicht eintreten zu lassen. Der Bestand ist kurz vor dem Kollaps und mittlerweile weiß man auch (aus anderen Regionen), dass er sich danach nicht mehr erhohlen wird. Zum verdeutlichen eine Analogie: Ein Bauer hatte einen Stall voll mit Kühen. Eines Tages begann er, weil die Leute Kuhfleisch essen wollten jedes Jahr mehr Kühe zum Schlachter zu bringen als Kälber geboren wurden. Um das Angebot noch zu steigern fing er auch noch an, Kühe zu schlachten, die noch nicht einmal geschlechtsreif waren und so war der Stall bald nahezu leer...
Wenn man das Jahr ein wenig Revue passieren lässt, dann fällt vor allem auf, dass Errungenschaften auf allen Ebenen eingeschränkt werden. Der Artikel von Ilia Trojanow in der Taz hat mich inspiriert ein wenig zu schreiben. Nur einige Beispiele zum Nachdenken: - 2 Prozent der Menschen sind vermögender als die Hälfte der Menschheit
- die globale Erwärmung schreitet so schnell voran wie nie zuvor
- in GB sollte das Habeas-Corpus-Recht (Rückrat der Menschenrechte) abgeschafft werden
- Bush unterschreibt ein Gesetzt welches Folter und Entführung legalisiert
- opendemogracy.com stellt heraus, das die Lüge das Charakteristikum unserer Zeit ist
- die Entwicklung zum autoritären Kapitalismus ist im vollen Gange, mit der Begründung terroristischer Gefahren.
- Innenminister schlagen immer aberwitzige Überwachungsmaßnahmen vor, ohne die Ursachen zu berücksichtigen
- Energiewirtschaft möchte Atomkraftwerke länger laufen lassen
- Gentechnik findet schleichenden Einzug in Lebensmittel
- Bundesregierung will EU-Klimaziele nicht erfüllen
- CO2-Zertifikate werden verschenkt auch an Braunkohlekraftwerke
- Beschluss die Mehrwertsteuer um 3% zu erhöhen.
- usw.
Wir sollten wieder träumen, von einer besseren Welt. Wir leben in einer interessanten Zeit und es hängt auch von uns ab, in welche Richtung es weitergehen wird.
Mittwoch, 20. Dezember 2006
Manch einer wird sich fragen warum beschäftige man sich mit dem Placeboeffekt? Das ist relativ einfach erklärt: Er liefert die Grundlagen und Erklärungsmodelle aller Therapieformen, gleich ob alternativer oder schulmedizinischer Natur und noch weit darüber hinaus. Wenn man möchte lässt sich sogar in den ausgewerteten Veröffentlichungen die Hypothese aufstellen, dass jede Heilung "lediglich" auf dem Placeboeffekt beruht. Selbst schulmedizinisch betrachtet wirken Placebos auch bei Kleinkindern, Tieren, sogar bei Patienten, die nicht an einen Behandlungserfolg glauben und bei Krankheiten, die nicht eingebildet sind. Dagegen gibt es auch den Nocebo-Effekt. Das geht soweit, dass Placebo-Chemopatienten die Haare ausfallen. Unbestritten ist, dass homöopathische Mittel bei vielen Beschwerden helfen können, also wirksam sind. So liegen die Erfolgsraten bei Heuschnupfen bei 65-85%. Große Erfolgsraten (wissenschaftlich anerkannt) liegen auch bei Magengeschwüren, Schlaflosigkeit, Verstopfung, Angina pectoris und Migräne vor. 75% der niedergelassenen Ärzte verschreiben gelegentlich homöopathische Mittel. Alles Spinner? 90% der Patienten sind "Fans" von einer Außenseitermedizin. Roberts et al. fassten knapp 7000 Fallstudien zusammen, in denen bei völlig "wirkungslosen" Therapien das Heilungsergebnis bei 70% der Patienten ausgezeichnet oder gut war. Auch alles Spinner? Die Schwierigkeit beginnt eigentlich mit der Unsicherheit in der Definition und seines Gültigkeitsbereiches, was den Placeboeffekt beschreiben könnte. Zum aktuellen Kenntnisstand der Wissenschaften, lässt sich keine eindeutige Ursache-Wirkung-Relation nachweisen. Gemeint ist oft eine Verbesserung ohne nachweisbarem Wirkstoff. Gleichzeitig gibt es grob Heilungsquoten zwischen 20 und 70%. Dies nicht nur bei medizinischen Agentien sondern auch bei Placebo-Operationen und Placebo-Akupunktur.
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Mittwoch, 13. Dezember 2006
In einem Interview gab Präsident des Deutschen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner folgende Antwort:
Wir müssen vom Anbau gentechnisch veränderten Saatguts abraten. Und
genau das wollte die Bundesregierung. Ich kann doch Landwirten nicht
etwas empfehlen, was unabsehbare Risiken birgt. Zudem wollen die
Verbraucher die Produkte auch nicht. Warum sollen wir etwas
produzieren, was niemand will?
Hmm, das stimmt mich zwar optimistisch aber im gleichen Atemzug (wahrscheinlich ohne rot zu werden)...
Wichtig ist, dass die Forschung weiter
geht. Wir können doch nicht eine weltweit so fortgeschrittene
Entwicklung völlig verschlafen! 100 Millionen Hektar werden mit
gentechnisch verändertem Saatgut bestellt, und wir wissen nicht mal in
der Wissenschaft und durch Feldversuche Bescheid.
In anderen Ländern ist schon ausreichend viel angebaut worden. Dort kann man die Folgen mehr als hinreichend genug erforschen. Dieses nicht Festlegen wollen ist ein klarer Widerspruch der zuvor getroffenen Aussage! Das Ziel ist offensichtlich: Durch die Hintertür den Anbau von GVO's zulassen. Denn wenn erstmal eine Grundkontamination vorhanden ist, macht es keinen Unterschied mehr, ob der Anbau verboten ist oder erlaubt. Quelle: 11.12.2006 in http://www.bbv-net.de/
Dienstag, 12. Dezember 2006
3,6 Milliarden würde die Umsonst-Kita kosten - eine gute Investition
Das sagen nicht irgendwelche Eltern, sondern das Institut der deutschen Wirtschaft. Denn Kindergarten macht schlau, würde man diese nicht lediglich als Aufbewahrungsanstalt betreiben. Das soll nicht heißen, dass alle Kindergärten schlecht sind, doch oft lässt die frühkindliche Bildung zu wünschen übrig. Die Skandinavischen Länder sind uns da ca. 30 Jahre voraus. Darauf machen auch die Pisa-Studien klar aufmerksam: Nicht in die letzten Jahre muss investiert werden sondern vor allem in die ersten Bildungsjahre. Das erinnert stark an ein altes Sprichwort: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft drückt das ähnlich aus: "Jeden Euro, den die öffentliche Hand für Kindergärten ausgibt, spart sie auf lange Sicht an anderer Stelle ein." Ein weiterer wichtiger Punkt: Alleine 4 von 10 Kindern, die zu hause kein Deutsch sprechen gehen nicht in den Kindergarten und werden von Eltern betreut. So gehen Potentiale und vor allem Jahre verloren. Diese Schüler schaffen oftmals auch keinen ordentlichen Schulabschluss mit all seinen Folgen. Diese Kinder zu fördern ist nicht nur sozial, sondern hilft auch der Wirtschaft, die gute Fachkräfte braucht. Quelle: Taz 12.12.2006: Kindergärten bringen gute Rendite, Bild: commons.wikimedia.org
Die Grundschule Kleine Kielstrasse in Dortmund erhielt die Tage von Bundespräsident Horst Köhler den Deutschen Schulpreis. Die Plätze 2 bis 5 erhielten integrierte Gesamtschulen. Das besondere daran ist: Die Schule ist nicht in Bayern oder Baden-Württemberg und auch kein elitäres Gymnasium. Die Schule liegt in mitten einem Problemviertel, viele der Eltern Arbeitslos oder leben von Sozialhilfe und der Migrantenanteil liegt über 80%. Normalerweise hegt man eher Vorurteile gegenüber solchen Schulen. Doch hier wird gute Schule für alle gemacht. Die umstrittene Förderung von der Auslese, den Eliten mit Schnelldurchläufen in der Schullaufbahn sollte man sich endlich verabschieden. Das ist Schulpolitik von gestern. Warum nur verschließen die Politiker vor der Pisa-Studie und den darin enthaltenen guten Vorbilder z.B. in Skandinavien die Augen? Ich weiß es nicht, aber es scheint nun Bewegung in die Schuldiskussion zu kommen. Am Beginn der Veränderungen steht immer die schonungslose Wahrnehmung der Wirklichkeit. Anscheinend geht es an manchen Schulen besser voran. Das liegt aber wohl auch daran, dass engagierte Schulleiter und Lehrer sich nicht länger über die Vorgaben einer verkrusteten Kultusbürokratie jammern, sondern sich im Zweifel darüber hinwegsetzen oder zumindest ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass sich Schulen selbst als lernendes System auffassen muss und die Antwort für schwache Schüler nicht immer die gleiche armselige Antwort ist: Erneute Frustration. Bildung muss wieder den Stellenwert bekommen, den es nötig hat, die Herausforderungen unserer Gesellschaft gewachsen zu sein.
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Anbaustopp für Genmais durch Pachtverträge
Rostock macht vor, welche Möglichkeiten Verpächter haben. Rostock hat beschlossen, dass auf den 2500 Hektar Ackerflächen, die der Stadt gehören kein genmanipuliertes Saatgut verwendet werden darf. Rostock geht davon aus, dass dies eine Signalwirkung hat und in weiteren Gemeinden "Schule" macht. Jeder der Flächen hat und diese verpachtet, hat diese Möglichkeit auf den Anbau Einfluss zu nehmen. Falls er keinerlei Bedingungen stellt, bekommt die Natur das zu spüren. Der Verpächter kann sich jedoch überlegen, ob er genmanipuliertes Saatgut, keine chemischen Pestizide oder Düngemittel auf seinen Feldern sehen möchte und entsprechende Klauseln im Pachtvertrag festschreiben. Die Verantwortung liegt bei ihm selbst und sollte nicht ungenutzt bleiben. Quelle: svz.de Anbaustopp für Genmais Verbot in Rostock bis 2018
Samstag, 9. Dezember 2006
Tanja Busse: Die Einkaufsrevolution - Wehe wenn wir richtig kaufenWenn der Verbraucher seine Macht nutzen würde, die er tatsächlich hat, gäbe es wie der Titel verspricht eine Einkaufsrevolution. Das Rezept ist trivial: Wenn niemand Eier aus Käfighaltung kaufen würde, gäbe es keine armen Hühner in Käfigen. Wenn keine Schnitzel aus industriell gehaltenen Schweinen kaufen und essen würde, gäbe es diese Haltungsform nicht mehr. Kaufentscheidungen für vertretbare Produkte sind kein Anschlag auf die freiheitlich-wirtschaftliche Grundordnung, sondern integraler Bestandteil. Der flexible Markt passt sich der Nachfrage einfach an. Der aufgeklärte Konsument wird zum Gegenspieler der globalen Wirtschaftsmächte werden. Die Wahrheit ist, dass wir selbst die Standards der Produktion festlegen. Die von Lobbyisten weich gespülten Verordnungen können dem verantwortungsvollen aufgeklärten Konsumenten nahezu gleichgültig sein. Er entscheidet selbst darüber, ob er und was er kauft...
Greenpeace hat gerade seine Umwelt-Rangliste aktualisiert. Wer sich ein elektronisches Teilchen anschaffen möchte und auf umweltverträgliche Produktion wert legt, sollte sich hier informieren. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Eliminierung bei der Verwendung von toxischen Inhaltsstoffen und wie genau das Unternehmen die Rücknahme der Altgeräte und dessen Recycling nimmt. Die Rangliste wird alle drei Monate neu erstellt.
Keiner der Kandidaten landet aber im grünen Bereich. So erhält Nokia lediglich 7.3 von maximal 10 Punkten. Auf den vorderen Plätzen sind seit August unverändert Nokia und Dell zu finden. Im Mittelfeld finden sich Fujitsu-Siemens, Motorola, Sony-Ericsson, HP, Acer, Lenovo und Sony. Dann folgen gegen Ende der Rangliste Panasonic, LGE, Samsung und Toshiba. Apple ist ganz abgeschlagen und scheint seine Stärken woanders zu haben und bekommt das harte Urteil: Wenig Punkte bei allen Kriterien und hat auch keinen Prozess dies Ändern zu wollen. Der ausführliche Bericht als PDF. Die Kurzfassung bei Greenpeace.org [Hier].
Freitag, 8. Dezember 2006
Nicht
nur die gefälschten Arzneimittel, sondern auch gefälschte Pestizide für
den Einsatz am Feld, stellen für die Gesundheit und Industrie eine
Bedrohung dar. Die europäische Saatgutschutz- Organisation ECPA schätzt den wirtschaftlichen Schaden weltweit auf
jährlich bis zu 510 Mio. Euro. Das sind etwa fünf bis
sieben Prozent des gesamten Marktwertes. Unter den falschen Chemikalien sind allerdings
doch einige sehr problematische, weil nicht zugelassene Stoffe, die
dann in Lebensmitteln wie etwa Obst und Gemüse im Supermarkt landen
könnten. Zudem laufen auch die Bauern Gefahr, wenn sie diese anwenden.
"Es habe bereits Fälle gegeben, wo Bauern ihre gesamte Ernte durch den
Einsatz derartiger Substanzen verloren haben", meint Rowe. (Quelle: pte.at)
Will man das Risiko möglichst gering halten, bleibt einem nichts anderes übrig, als biologisch angebaute Lebensmittel zu kaufen.
 Wie leicht in Mais sich Einkreuzungen ergeben zeigt deutlich dieses Bild. Dieses Jahr habe ich Bantammais ausgesät und geerntet. Da Bantammais ein Süßmais ist, ist er im getrocknetem Zustand ziemlich glasig und schrumpelig. So sollten die Körner am Kolben eigentlich überall aussehen. Da Mais ein Fremdbefruchter ist, wird der eingetragene Pollen direkt mit dem Erbgut der jeweiligen weiblichen Blüte (je Korn eine) vermischt und das Resultat bei der Ernte sichtbar. Links im roten Kreis deutlich zu sehen ein Ziermais, der nicht allzuweit weg stand, rechts könnte von den konventionellen Maisflächen stammen, die einen Abstand von über 150 Metern haben. Somit ist offensichtlich, warum eine Koexistenz von Genmanipuliertem Mais und "konventionell" angebautem Mais nicht funktionieren kann. Die Natur hört nicht nach 50 oder 100 Metern einfach auf. Bienen, anderen bestäubenden Insekten oder dem Wind kann man nicht erzählen, dass sie dieses Feld meiden sollen. Neulich habe ich erst gelesen, dass gerade Bienen ziemlich viel Pollen vom Mais sammeln. Dies wiederum landet dann im Honig, später dann bei uns auf dem Tisch.
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