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Donnerstag, 30. November 2006
Eine schönes Interview mit Nobelpreisträger Joseph Stiglitz in der Taz. Stiglitz war Professor für Volkswirtschaft und Wirtschaftsberater der Clinton-Regierung. Er plädiert für weniger Markt und mehr Politik, um den globalen Handel gerechter zu gestalten. Märkte sind weder gerecht noch effizient. Manager folgen eher ihrem Eigennutz als der Allgemeinheit. Eigenutz und Gewinnstreben sind gewaltige Kräfte mit negativen Folgen... Ich will das auch gar nicht weiter ausführen. Lest einfach selbst: Taz.de.
Die Pestizidbelastung von Obst und Gemüse in Bayern steigt: Waren 2003 von etwa 4.600 Proben 31 Prozent belastet, fanden Experten 2005 bei 71 Prozent der Proben Reste von Pflanzenschutzmitteln. Im Umweltausschuss des Landtags haben sich daher Vertreter aller Parteien für einheitliche Regeln innerhalb der Europäischen Union (EU) ausgesprochen.
Schreibt br-online.de. Nicht nur dass die Proben ohne Rückstände zurück gehen, sind die Proben immer häufiger mit mehreren Pestiziden belastet. Auch werden die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstmengen in Obst und Gemüse immer öfter überschritten.... Bioprodukte sind wenn überhaupt nachweisbar, lediglich durch Drift von konventionell wirtschaftenden Betrieben belastet. Diese Produkte kann man mit ruhigem Gewissen kaufen und weiß was man bekommt...
Dienstag, 28. November 2006
Götz Werner ist erfolgreicher Unternehmer, ihm gehört die DM-Drogerie-Kette mit 1720 Filialen in neun Ländern. Er ist Anhänger der anthroposophischen Lehre und glaubt, dass jeder Mensch seine in ihm ruhenden Fähigkeiten ohne äußeren Zwang am besten entwickeln kann. Als Unternehmer steht bei Ihm nicht mehr die Gewinnmaximierung im Vordergrund sondern die Sinnmaximierung.
Seine Vision ist das bedingungslose Grundeinkommen. Dahinter steht, dass jeder Mensch unabhängig von irgendwelchen Bedingungen vom Staat ein Grundeinkommen erhält. Durch die jetzt schon vorhandene totalen Fremdversorgung der Gesellschaft (wer stellt denn schon noch was selber her?) ist das Aufrechthalten von: wer nicht arbeitet hat auch nicht genug zu Essen, nicht gerechtfertigt. Die jährlichen Produktivitätssteigerungen tragen auch nicht zur Vermehrung von Arbeit bei. Die Folgen sind durchweg positiver Natur: - Die Gesellschaft wandelt sich hin zum Guten
- Abhängigkeit gegenüber unsozialen Vorgesetzten wird aufgelöst
- Jeder kann innerhalb für ihn sinnvollen Bereichen arbeiten
- der Mythos Vollbeschäftigung wird begraben
- die Arbeitslosigkeit wird zum Nicht-Problem
- Arbeit die keinen Wert schafft, findet in der Gesellschaft Anerkennung
- einfachstes Steuermodell: Nur die Mehrwertsteuer bleibt (ca. 50%, Lebensmittel geringeren Satz)
- Bürokratieabbau
- kleinbäuerliche Landwirtschaft wird wieder attraktiv
- Opferrollen der Gesellschaft fallen weg
- wir können uns die Arbeit aussuchen, die uns spaß macht und sinnvoll erscheint
- unangenehme Jobs müssen dann besser bezahlt werden als jetzt
Interessant fand ich auch die Aussage, dass die meisten Menschen zwei Menschenbilder kennen. Eines von sich selber und eins von den Mitmenschen. Unter den Kritikern befinden sich auch die Gewerkschaften. Sie halten von dem Konzept natürlich nicht viel, da auch sie an Macht verlieren würden. Die Gesellschaft würde aus ihrer Unmündigkeit entlassen und viele hätten keine Ausreden mehr. Es wäre ein Traum...
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Montag, 27. November 2006
Das FiBL hat 90 Argumente ausgewählt und in 16 Kapiteln zusammengestellt. Wenn nötig enthalten die Argumente eine Erläuterung. Jedes Argument ist belegt mit Forschungsergebnissen oder mit Artikeln aus den Schweizer Bioverordnungen und Biorichtlinien.
Wussten sie z.B. dass: - Ratten Bio bevorzugen, wenn man ihnen die Wahl lässt?
- Biotiere alle Auslauf haben?
- Biotiere bekommen keine Leistungförderer für schnelleres Wachstum
- Biopflanzen immer im Boden wachsen?
- Der Energieverbrauch um 30-50% geringer ist als im Konventionellen Anbau?
- Biomilch deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren enthält?
- Bioprodukte haben keine Pestizidrückstände
- Biobauern produzieren gentechnikfrei
- Biokälber drinken Milch und keine Milchaustauschstoffe
- Bioflächen enthalten mehr blühende Kräuter (wichtig für Bienen)
- und viele mehr.
PDF-Version zum runterladen: https://www.fibl.org/shop/pdf/1440-argumente.pdf
Vor allem die Union mit Horst Seehofer (Bundesagrarminister) will die Forschung mit Gentechnik in der Landwirtschaft erleichtern. Darauf scheint er sich mit der Forschungsministerin Schawan in einem Eckpunktepapier geeinigt zu haben.
"Interessante Ansätze": - Bei Forschungsvorhaben soll ein geringerer Abstand gelten, als beim konventionellen Anbau
- Die Haftungsfrage ist auf den direkten Nachbarn begrenzt, weiter weg liegende Flächen werden nicht berücksichtigt
Das Verusacherprinzip gilt hier wohl mal wieder nicht. Wenn man schon so einen Anbau fordert, muss man logischerweise auch die Verantwortung dafür übernehmen. Hier wird per Gesetz geregeln, dass keine Verantwortung übernommen werden braucht. Das wäre ungefähr vergleichbar mit: Wenn ich Kirschen nicht beim Nachbarn klaue, sondern einen Garten weiter ist das schon in Ordnung. Und wenn ich das zu Forschungszwecken mache, kann ich die Bäume auch abernten, wenn sie weiter als 50m von meinem Grundstück weg sind. Dieser Argumentation würde doch niemand zustimmen.
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Samstag, 25. November 2006
Pflanzen können entgegen der bisherigen Annahme offenbar Erfahrungen vererben. So stellte sich heraus, dass Pflanzen, die unter Stress standen eine erhöhte Mutationsrate besaßen. Dieser Mechanismus übertrug sich über mehrere Nachfolgegenerationen. Allerdings wird nicht die DNA verändert, sondern die Aktivität einzelner Gene.
Bewiesen wurde dieses Phänomen bei der Arabidopsis thaliana (Acker-Schmalwand). Die Natur hält für uns immer wieder Überaschungen bereit. Quelle: Lebendige Erde, Nature: Transgeneration memory of stress in plants
Freitag, 24. November 2006
Mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht will Rheinland-Pfalz die umstrittene Käfighaltung von Legehennen stoppen.
Noch in diesem Frühjahr wurde die "Kleinvolierenhaltung" beschlossen, in denen ein Huhn so viel Platz zugestanden bekommt wie gerade einmal ein und ein halbes DIN A4-Blatt. Das ist zwar eine geringfügige Verbesserung der bisherigen Käfighaltung, doch lediglich im Quadratzentimeterbereich. Die Landesregierung hält das für Verfassungswidrig. Selbstverständlich weist die Geflügelwirtschaft den Vorwurf zurück. Hoffen wir mal das beste für die Hühner.
Das ist mal ein guter Ansatz. Hier lässt sich so ziemlich alles ausleihen (gegen eine geringen Pfand). Jeder ist natürlich dazu aufgerufen das Angebot mit zu erweitern. Bestimmt gibt es Dinge, die man nicht dauernd braucht und verleihen könnte. Je mehr mitmachen, desto attraktiver wird das Angebot. Die Angebote sind schon in Kategorien einsortiert, sodass man sehr leicht die Sachen findet, die man sucht. Einfach mal ausprobieren! Die Borger ergänzen sozusagen gut den Gedanken der Tauschringe.
Stillschweigend wird hingenommen, dass 75.000 Menschen in Deutschland jährlich wegen dem Dieselruß früher sterben. Hingenommen wird auch, dass Millionen von (vor allem) Kindern eine Beeinträchtigung der Atemwege erleiden müssen.
Die Automobil-Lobbyarbeit hat sich wieder mal mehr als gelohnt. Für LKWs, die 2/3 aller Dieselemissionen verursachen sind die gesetzlichen Bemühungen schon lange vom Tisch. Nun ist die Diskussion um Dieselfilter für Pkws vorerst auch beendet. Quellen: Rußfilter: "Die CDU schadet Ihrer Gesundheit" Die Welt; uvm.
Mittwoch, 22. November 2006
In den letzten 40 Jahren wurden für die
Kernfusionsforschung dutzende Milliarden Euro ausgegeben, ohne, dass
wesentliche Fortschritte erzielt wurden. Für den neuen
Forschungsreaktor ITER sind alleine für den Bau weitere sieben
Milliarden Euro vorgesehen. Ziel des Experiments ist es, in 30 Jahren
zu wissen, ob die Kernfusion nach 2050 Beiträge zur Energieversorgung
leisten kann.
Es handelt es sich um schlecht investiertes Geld. Würde das gleiche Geld in Forschung für Erneuerbare Energien investiert werden,könnte schon in wenigen Jahren die Ernte eingefahren werden. Klimaschutz, Energieversorgungssicherheit und die Schaffung von tausenden Arbeitsplätzen sollten und können mit Erneuerbaren Energien heute angepackt werden und nicht erst in 50 Jahren. Die Milliarden für Kernfusion behindern dies. Quelle: www.oekonews.at
Dienstag, 21. November 2006
Das statistische Bundesamt hat errechnet, dass der druchschnittliche Flächenverbrauch in den Jahren 2001 bis 2004 bei 1 682 km² oder 115ha/Tag lag. Reduziert hat sich auch die Landwirtschaftliche Fläche um 0,9% bzw. 1703 km².
Aktuell werden 12,8 % für werden für Siedlungs‑ und Verkehrszwecke benötigt. Das sind 45 621 km² von insgesamt 357 050 km². Für die Landwirtschaft werden 53% oder 189 324 km² verwendet. Interessant finde ich, wenn man die Zahlen einmal hochrechnet: - in 741 Jahren ist komplett Deutschland zugebaut - es gibt keine Landwirtschaft, kein Wald und keine Flüsse und Seen mehr
- in 450 Jahren ist die Landwirtschaftsfläche zugebaut
Quelle: Destatis.de
Freitag, 17. November 2006
Laut einer neuen Studie vom Organic Monitor (www.organicmonitor.com) ist auch letztes Jahr der weltweite Absatz von Bio-Lebensmitteln und -Getränken auf 40 Milliarden Dollar gestiegen.
Die Gute Nachricht daran: Solange der Absatz steigt, steigt auch die Fläche, die ohne chemische Pestizide, künstlichen Düngemitteln unnötig belastet werden und nachhaltig bebaut wird. Alles hat jedoch auch seine Folgen oder Gefahren: Wenn die wenigen Lebensmittelkonzerne es nun schaffen, die Verordnungen aufzuweichen, um mehr und billigere biologische Erzeugnisse in die Regale zu bekommen, wird die Lebensmittelqualität noch weiter darunter leiden. Des Weiteren wird die Abwärtsspirale für kleine Erzeuger sich weiter drehen. Die aus meiner Sicht nicht gewünschte Industrialisierung (auch) in der ökologischen Landwirtschaft schreitet immer schneller voran. Die Studie: #7002-40 The GLOBAL Market for ORGANIC Food & drink
Dienstag, 14. November 2006
Im Kölner Stadtanzeiger ist ein Interview mit dem Professor Peter Palese über Vogelgrippe (H5N1) online.
Peter Palese ist Professor für Mikrobiologie und Vorstand des Instituts
für Mikrobiologie an der Mount Sinai School für Medizin in New York. Er
hat sich in über 200 Publikationen mit dem Thema der Replikation
RNA-hältiger Viren (Schwerpunkt Influenza) befasst. Zu Pandemien kommt es, wenn ein vollkommen neuartiger Erreger auftaucht, gegen den die Bevölkerung kaum oder keine Immunität besitzt. So auch die "Spanische Grippe" von 1918, die ungefähr 50 Millionen Menschenlegben gekostet haben soll. Der Erreger ist mittlerweile ausgestorben. Die historische Erfahrung legt dar, dass drei bis vier Influenza-Pandemien pro Jahrhundert vorkommen. Durch Rekonstruktion des "Spanischen Grippeviruses" konnte nachgewiesen werden, dass dieser virulenter war als jeder andere menschliche Grippe-Virus, mit dem er verglichen wurde. Palese glaubt nicht, dass es ein einzelnes genetisches Merkmal gibt, an dem sich ablesen ließe, dass ein Virus pathogener ist als ein anderer. Erst die Kombination aller Eigenschaften ergibt den "Supervirus" - also das Gesamtpaket aus Genen und Proteinen. So einen Erreger gibt es vielleicht einmal im Jahrhundert oder sogar einmal pro Jahrtausend. Durch die Rekonstruktion ist kein gefährlicher Virus entstanden. Erstens gibt es antivirale Medikamente, Impfstoffe haben sich als wirksam erwiesen und viel wichtiger es gibt in der Bevölkerung eine Rumpfimmunität. Bislang spricht nichts dafür, dass der H5N1 leicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die Vogelgrippe gibt es nicht erst seit gestern, sondern nachgewiesen bis in das Jahr 1959. Selbst eine Mutation an ein oder zwei Stellen würde wahrscheinlich nicht ausreichen, um daraus einen für Menschen gefährlichen Virus zu bilden - sonst wäre es schon längst passiert. Aus diesen Gründen hält Palese eine H5N1-Pandemie für sehr unwahrscheinlich.
Sonntag, 12. November 2006
Exemplarisch dargestellt am Beispiel Rheuma-Pillen: Die Volkskrankheit bricht meist zwischen dem 3. und 5. Lebensjahrzehnt aus. Heilung gibt es keine - nur Linderung. Auslöser der Autoimmunerkrankung sind nicht auskurierte verschleppte Infekte, traumatische Erfahrungen, orthopädische Überbelastung oder chemisch-toxische Irritationen. Es gibt zwei Gruppen von Rheumatikern: die billigen und die teuren. Erstere, nehmen die Verantwortung selber in die Hand und schaffen es mit sanften Methoden und entsagungsvollem Lebensstil, vegetarischer und basischer Ernährung die Leiden in den Griff zu kriegen. Verzichtet wird vor allem auf den Körper sauer wirkende Produkte wie Fleisch und Zucker. Das Gros weiß nichts davon und wird dauerhaft mit Medikamenten wie Cortison und nicht-steroiden Antiphlogistika behandelt. Die Fachgesellschaften wie die Deutsche Rheuma-Liga und die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie leben genauso wie die Pharmaindustrie und Ärzte davon, die Patienten zur Pille zu bitten. Eine neue Therapie mit TNF-Alpha-Blockern kostet rund 23.000 Euro pro Jahr! Die Nebenwirkungen werden meist verschwiegen. Durch die Dauermedikation, stumpfen die Mittel ab und müssen in höheren Dosen verabreicht werden oder werden gegen neue Wirkstoffe ausgetauscht. Der Effekt: Schleichend werden die Kranken noch kranker. Defekte Nieren, Magenkrankheiten, Leberkrebs sind keine Seltenheit. Das geht soweit, dass Gelenkprotesen und Blutwäsche notwendig werden können. Den Spezialisten (Internisten) sind die ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse häufig fremd, suspekt - oder zu billig? Fakt ist jedoch, dass bei Rheumatikern die Arachidonsäure (ARA) entzündungsfördernd wirkt und langkettige Fettsäuren wie die Omega-3-Fettsäure entzündungshemmend sind. Ein wichtiger Gegenspieler der ARA ist die Eicosapentaensäure (EPA). Der Körper bildet diese z.B. aus Raps-, Lein-, Soja- und Wallnussöl. Sie drängt die ARA aus der Zellmembran. Beherzigt man unter anderem diese Ursache, können Medikamente deutlich reduziert - und oft ganz überflüssig werden. Der pharmagesponserten Forschung scheint das natürlich nicht zu passen. Quelle: Taz 10.11.2006: Rheuma-Pillen mit Spätfolgen
Samstag, 4. November 2006
We feed the world - Essen Global ist ein Film über Ernährung und Globalisierung, Fischer und Bauern, Fernfahrer und Konzernlenker, Warenströme und Geldflüsse - ein Film über den Mangel im Überfluss.
Der Film lässt Bilder sprechen, gibt keine eigene Wertung ab und zeigt einfach nur die Realität. In eindrucksvollen Bildern bekommt man Einblick in die Produktion von Lebensmitteln und was diese mit dem Hunger und Elend auf der Welt zu tun hat. Der Film sollte jeder gesehen haben. Er ist ab sofort überall erhältlich. Natürlich gibt es auch dazu das passende Buch. Auch dieses ist empfehlenswert. Also massenweise bestellen und zu Weihnachten verschenken! Auf der deutschen Website essen-global.de gibt es ein Infobereich der einem kleine Einblicke in die Thematik bietet (Der lange Weg vom Feld, Gentechnik in der Landwirtschaft, Industrialisierung in der Landwirtschaft, Leben im Überfluß und Hunger in der Welt, Subventionierte Ungerechtigkeit, Die ökologische Lebensmittelwirtschaft in Deutschland). Auch auf der Orginalseite we-feed-the-world.at gibt es entsprechende Seiten.
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