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Dienstag, 29. August 2006
Die FAZ meldet, dass US-Landwirte Klage gegen die Pflanzenschutztochter CropScience der Bayer AG eingereicht haben. Hoffen wir auf den Erfolg dieses (aus meiner Sicht jedenfalls) Präzedenzfalls. Dies könnte eine Signalwirkung haben und ein Stück weiter Richtung des Verursacherprizips führen.
Leider ist die ursächliche Motivation alleine aus dem Handelsverlust heraus geboren worden.
Montag, 28. August 2006
Was der Verbraucher ablehnt wird auch nicht angebaut. Gentech-Mais-Saatgut (und damit der Anbau) wurde bereits durch ein Gesetz im Mai 2006 gegen den Widerstand der EU verboten. Nun soll durch ein neues Gesetz auch Gentechnik in Futtermitteln verboten werden. Von seinem Weg abbringen ließ sich Polen trotz Widerständen der EU nicht: In einem zweiten Schritt sollen Hersteller oder Importeure von GV-Futtermitteln deren Unbedenklichkeit für Menschen, Tiere und Umwelt beweisen, ansonsten sollen Importe gestoppt werden. Richtig so. Da kann mal wieder Seehofer was von unseren Nachbarn lernen! Quelle: oekonews.at - Polen: Weiter gegen Gentechnik-Pflanzen 18.8.2006
Freitag, 25. August 2006
"OMNIBUS für Direkte Demokratie gemeinnützige GmbH" hat das Ziel mit der Webseite www.aktion-volksabstimmung.de die bundesweite Volksabstimmung einzuführen! Aussehen soll das ganz so:
Volksinitiative: 100.000 Stimmberechtigte können dem Bundestag einen mit Gründen versehenen Gesetzentwurf zur Befassung vorlegen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Volksinitiative werden im Bundestag angehört. Volksbegehren: Lehnt der Bundestag den Gesetzentwurf der Volksinitiative ab, so kann durch ein Volksbegehren ein Volksentscheid herbeigeführt werden. Ein Volksbegehren muß innerhalb von 6 Monaten von mindestens 1 Million Bürgerinnen und Bürgern unterschrieben werden. Volksentscheid: Jeder Bürger erhält frühzeitig ein Abstimmungsheft, das die Stellungnahmen der Initiatoren und des Bundestages enthält. Wie bei einer Wahl entscheidet die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Wer das unterstüzten möchte: Aktionskarten an den Bundestag schicken und an Freunde und Bekannte verteilen! Hier die Aktionskarte.pdf runterladen.
 Demeter-Imker machen auf Bienenverluste aufmerksam, schreibt die Lebendige Erde 4/2006. Im Winter 2005/2006 mussten die Imker Völkerverluste bis zu 80% hinnehmen. Die Situation der Bienen (Imker) verschlechterte sich über die letzen Jahre immer weiter. Der strenge Winter reiche nicht als Erklärung aus. Es sei offensichtlich, dass die Vitalität der Bienen abnimmt. Vor 15 Jahren überlebten die Bienen einen Varroamilbenbefall mit 10.000 Varroamilben, heute sterben sie bei einem Befall von einem Zehntel von damals. Verantwortlich wird dafür der zunehmende Mangel an blühenden Pflanzen in der Landschaft und auf den Einsatz von schädigenden Insektizieden gemacht. So gilt als Bienenfreudliches Pestizid, wenn innerhalb von 48h weniger als 50% der Bienen sterben - ohne Worte oder? Was kann jeder dagegen tun? Verantwortung übernehmen und sein Essen aus biologischem Anbau kaufen!
Mit mehr als 100 verschiedenen Programmen soll jährlich ein halbes Prozent weniger verbraucht werden. Österreich macht es den Deutschen vor. Nicht das irre Wachstum zu fördern, sondern auf die beste Energiereserve zu setzen: Das Einsparungspotential! Das Ziel ist es bis 2015 jährlich 180 Gigawattstunden oder 0,5% pro Jahr einzusparen ohne Komfortverlust. Ein Mix aus technischen Maßnahmen und Anreizen für die Nutzer soll den erwarteten Erfolg sicherstellen. Endlich mal wieder positive Nachrichten... Quelle: Taz 25.8.2006
Der neue Bio-Einkaufsführer für Berlin-Brandenburg mußte ohne eine Anzeige der Initiative "Save our Seeds" zur Reinhaltung des Saatguts von Gentechnik erscheinen. "Save our Seeds ersatzlos streichen", lautete die lapidare Anweisung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) an den Herausgeber, die "Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin und Brandenburg" (FÖL). Das Ministerium ko-finanziert die Informationsbroschüre, von der 700.000 Exemplare verteilt werden, und machte die Druckfreigabe von der Zensur abhängig.
"Für die Biobranche ist die Gentechnikfreiheit eine Überlebensfrage. Die Information der Verbraucher über dieses Problem zu unterdrücken, halten wir für keine Lösung", sagte Benedikt Haerlin von "Save our Seeds". Über die Zensur sei er verwundert. "Herr Seehofer hat sich bisher für die Reinhaltung des Saatgutes ausgesprochen. Ist ihm so viel vorauseilender Gehorsam gegenüber Monsanto, Bayer und BASF nicht peinlich? Soll etwa die Informationsfreiheit der Verbraucher da enden, wo die Förderung des Verbraucher-Ministeriums beginnt?"
Ich dachte eigentlich dass Zensur nur in diktatorischen Regimen an der Tagesordung steht...
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Dienstag, 22. August 2006
Da verlässt man sich auf die Kennzeichnungspflicht und muss jetzt feststellen, dass im herkömmlichen Langkornreis sich Gene wiederfinden, die von einer noch nicht mal (zumindest bis heute) zum Verzehr zugelassene Sorte (LLRICE 601 der Firma BayerCropScience) stammt.
Ein Rückruf sei nicht geplant. Unklar ist wie viel Reis verunreinigt wurde, wo er gerade verkauft wird und woher der Genreis stammt. Die letzten "angeblichen" Feldversuche liegen bereits 5 Jahre zurück. Ohne Worte... Quellen: Gentech-Reis ohne Zulassung unterwegs in den Supermarkt, llegaler Gen-Reis: Deutschland soll Importe aus USA stoppen!, Gefunden: Gentechnik im Reis
Samstag, 19. August 2006
Transgen (Transparanz für Gentechnik in Lebensmitteln) hat eine gute Übersicht, was alles an Lebensmitteln verändert wird, oder woran gearbeitet wird. Angegeben wird die mögliche Anwendung in der Gentechnik und ob eine Kennzeichnung überhaupt erforderlich ist. Kategorien erleichtern den Einstieg: Pflanzen, Lebensmittel, Zutaten und Zusatzstoffe, Zusatzstoffe nach E-Nummern und Enzyme. Im weiteren Artikel hab ich mal alle heute aufgeführten Datenbankeinträge gelistet:
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Genveränderter Rasen breitet sich in den USA aus Ein gentechnisch verändertes Gras (Roundup-Ready) hat sich von seinem ursprünglichen Bestimmungsort entfernt. Wieder ein Beispiel für die unmögliche Koexistenz. Die Forscher wiesen nach, dass sich das genmanipulierte Gras durch Übertragung von Pollen in Wildpflanzen auskreuzt. Dieses erwiesene Beispiel zeigt wie unkontrollierbar die "grüne Gentechnik" ist. Die Wissenschaftler wiesen zwar darauf hin, dass es sich nur um eine Roundup-Resistenz handeln würde, die den Pflanzen keine großen Vorteile einräumen würden (außer wo das Totalherbizid eingesetzt würde), doch problematisch sehen sie GVO-Pflanzen, die nicht nur Roundup-Resistenzen beihalten... Quelle: Wissenschaft.de 12.08.2006 - Umwelt: Ausbruch aus dem Golfplatz
Freitag, 18. August 2006
Zwei japanische Hybrid-Autos führen das Umweltranking in einem Kopf-an-Kopf-Rennen an: der Honda Civic Hybrid und der Toyota Prius. Deutsche Autos sucht man vergebens. Zwar hat Mercedes bei der Reduktion von Stickoxiden (NOx)die Nase vorn, doch zunächst nur für den amerikanischen Markt. Jahrelang hatten die deutschen Hersteller die serienmäßige Einführung der für die Gesundheit so wichtigen Techniken blockiert. Dank der Kampagne des VCD und von Umweltverbänden für die Gesundheit und für den Filter trieb die Industrie schließlich zum Handeln.
Die Selbstverpflichtung der europäischen Autohersteller ist gescheitert. Der Ausstoß des Treibhausgases CO2 bis 2008 auf 140 Gramm pro Kilometer zu senken ist weit entfernt. Aktuell liegen sie bei über 160, die deutschen Hersteller noch deutlich darüber. Anstatt die lebensschützenden Maßnahmen als gute Ideen zu marketingzwecken auszunutzen, wird gejammert: Sie argumentieren, dass der Schadstoffgrenzwert Euro 4, der Partikelfilter und ein verbesserter Aufprallschutz für Fußgänger die Einhaltung ihres Versprechens verhindern. Also wer sich ein neues Auto anschaffen möchte, sollte die Liste genau studieren!
Quelle: vcd.org: Die VCD Auto-Umweltliste 2006/2007
Donnerstag, 17. August 2006
Micheal Meacher war sechs Jahre Mitglied des britischen Parlaments (unter Antony Blair). Er wurde entlassen, weil er sich gegen den Pro-Gentechnik-Kurs stellte. In England soll ab 2009 gelten was Meacher plakativ so ausdrückt: "Sie wollen keine genmanipulierten Lebensmittel? Pech gehabt." Der kommerzielle Anbau von GVO soll 2009 kommen. Die Entschädigung für Landwirte, die keine GVO anbauen wollen, soll auf freiwilliger Basis funktionieren? Selbst das von der EU geforderte öffentliche Standortregister soll es nicht geben. Auch in England lehnen 85% der Bevölkerung genmanipulierte Lebensmittel ab! Die Frage ob nun genetisch veränderte Lebensmittel sicher sind wurde in der letzten Zeit durch Forschungsergebnisse eher mit dem Gegenteil beantwortet. So starben 55% des Nachwuchses von Ratten binnen weniger Wochen, die GVO-Soja gefressen hatten. Bei der Kontrollgruppe lag die Sterblichkeit lediglich bei 9%. Anstatt die Konsequenzen daraus zu ziehen, wird weiterhin, vor allem auf Druck der USA (Monsanto) in Europa der Anbau forciert... Kernfrage bleibt: Sind Profite weniger Agrokonzerne wichtiger als das Gemeinwohl? www.telegraph.co.uk: You don't want GM foods? Too bad
Freitag, 11. August 2006
Der Anbau von GVO in den USA ist 2006 weiter gestiegen. Bei Mais stieg der Anteil auf über 60%, bei Soja (gentechnisch vermittelten Herbizidresistenz) sogar auf 89%. Die Verbreitung von GV-Soja, -Mais und -Baumwolle liegt mittlerweile bei über 53 Mio ha Fläche. Die Sorten mit kombinierter Insekten- und Herbzidresistenz finden vermehrt Anbaufreunde... Quelle: Reifeisen.com
Donnerstag, 10. August 2006
Ursprünglich war geplant einen Teil des Genmaises in Mülltonnen, überdimensionalen Milchflaschen und Joghurtbechern zu packen und diese heute an die Campina (Landliebe, Südmilch, Tuffi u.a.) in Heilbronn zu übergeben.
Genmais (sowie Gensoja) wird in Deutschland an Nutztiere verfüttert. Obwohl die große Mehrheit der Verbraucher nach wie vor Genfood ablehnt ist eine Kennzeichnungspflicht für veredelte Produkte (Milch, Milchprodukte und Fleisch) vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben. Dies hat zur Folge, dass weder die milchverarbeitende- noch die fleischverarbeitende Industrie sich den Wünschen der Verbraucher annimmt. Die Wünsche des Kunden sind diesen Unternehmen offensichtlich gleichgültig. Quellen: Greenpeace: Gen-Mais wandert in die Tonne, Tagesspiegel: Greenpeace-Aktion; Polizei unterbricht Ernte von Genmais
Mittwoch, 9. August 2006
Die Studie fängt mit den plakativen Worten an: Verheimlichte Risiken; Was die Europäische Kommission wirklich über Gen-Pflanzen denkt. Im April 2006 veröffentlichte die EU-Kommission einen Bericht (Teil1, Teil2, Teil3) , in dem sie erstmals ihre Bedenken zum Anbau und Verzehr von gentechnisch veränderten Pflanzen zusammengefasst hat: Die offizielle Position der Europäischen Kommission: [...] gentechnisch veränderte Organismen (GVO) dürfen auf dem EU-Markt nur zugelassen werden, wenn nachgewiesen ist, dass sie völlig unbedenklich sind. Mariann Fischer Boel, Kommissarin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.
aber hinter verschlossenen Türen sieht die Geschichte anders aus: Aus den wissenschaftlichen Empfehlungen, die dem Ausschuss jetzt vorliegen, geht hervor, dass es keinen eindeutigen, absoluten, wissenschaftlichen Schwellenwert gibt, um zu entscheiden, ob ein GVErzeugnis sicher ist, oder nicht. Vollständige Studie von Greenpeace und Friends of the Earth lesen: Verheimlichte Risiken: Report zur EU-Studie über Risiken von Gen-Pflanzen
Das Umweltinstitut München hat dem deutschen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) 5500 Einwendungen gegen einen geplanten Freisetzungsversuch mit genmanipulierten Kartoffeln überstellt. Aufgrund von etlichen Verfahrensfehlern seitens des BVL als zuständige Genehmigungsbehörde wurde der Anbau für dieses Jahr verhindert.
Die manipulierten Kartoffeln (um die es in diesem Freisetzungsversuch ging) sind gentechnisch Verändert und produzieren das Carotinoid Zeaxanthin, welches angeblich vor Augenleiden im Alter schützen, die aufgrund von Fehlernährung wie etwa mangelndem Konsum von Gemüse auftreten können. In dem Artikel wird Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München zitiert mit der Aussage: "Die Bürger haben klar gemacht, dass sie weder das Risiko kommerzieller noch experimenteller Gen-Pflanzen in der freien Natur wollen. Sie wollen gentechnikfreie Lebensmittel und eine gentechnikfreie Landwirtschaft." Leider nimmt die Politik davon viel zu wenig Notiz. Die Belange der Bürger werden wieder mal hinter den Interessen der Wirtschaft hinten angestellt... Quelle: Zahlreiche Einwendungen gegen genmanipulierte Kartoffeln (8.8.2006 - oekonews.at)
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