Am Freitag Abend trafen sich anlässlich der Biofach 2008 in Nürnberg die Menschen hinter den deutschsprachigen "Nachhaltigkeitsblogs". Ich kann nur sagen, dass die virtuelle Welt zwar schön und gut ist und sicherlich ihren Wert hat, doch mir hat es unwahrscheinlich gut getan nun die Menschen persönlich kennen gelernt zu haben. Die Beziehung zum Gelesenen bekommt dadurch eine andere Qualität. In der kurzen Zeit kann man sich selbstverständlich leider nicht mit jedem einzelnen so auseinandersetzen, wie man es gerne möchte und eine tiefgründige Beziehung aufbauen, doch entstand hier der eine oder andere Kontakt. Es wurde miteinander gelacht, geredet und verabredet. Networking nennt man dies heutzutage...
Einen ganz großen Dank neben den Initiatoren herwig Danzer (die Möbelmacher) und Geoffry Glaser (Kommunikation NürnbergMesse GmbH) gebührt der Nürnberger Messe, die sich bereit erklärt hat uns einen Raum mit Internetzugang, Verköstigung und der Möglichkeit zum Austausch zur Verfügung zu stellen. Außerdem hat sie es gewagt, den Teilnehmenden (und geprüften
) Bloggern eine Presse-Akkreditierung zu zusprechen, was ein absolutes Novum war. Damit konnten wir uns auf der Messe frei bewegen. Und schon stand auf Heise, dass die Cbit ähnliches vor hätte...
Ein paar Eindrücke: Die Biofach ist die weltgrößte Fachmesse für biologische Lebensmittel. Dieses Jahr waren über 2600 Aussteller aus aller Welt vertreten. Überall gab es kleine Kostproben biologischer Leckereien, sodass richtiger Hunger nicht aufkommen konnte. Auffällig war die starke "Konventionalisierung" der Biobranche. Convenience-Produkte (Tiefkühl- und Fertigprodukte) sind überall zu finden. Kurz gesagt, alles was es konventionell zu kaufen gibt, ist nun auch in bio verfügbar. Der moderne Mensch hat einfach keine Zeit und beschäftigt sich weder mit der Natur noch damit welche Verantwortung er trägt. Beim Einkauf geht die eigentliche Auseinandersetzung mit dem Lebensmittel verloren. Qualität, Herkunft sind zweitrangig und scheinen kein echte Rolle zu spielen.
Parallel zur Messe gab es noch zahlreiche Vorträge, von denen ich mir einen sehr interessanten angehört habe. Darüber werde ich aber einen eigenen Blogeintrag verfassen.
Mit dabei waren fast alle BloggerInnen die sich angemeldet hatten, bis auf diejenigen, die sich selbstverständlich abgemeldet hatten. Darüber wurde sich so sehr gewundert, dass es thematisiert wurde - fast könnte man sagen trauriger Weise. Unentschuldigtes Fehlen? Gibt es nicht! Jedenfalls bei "uns" Nachhaltigkeitsbloggern nicht. Hier die TeilnehmerInnen:
Bis alle Artikel in Google vorhanden sind, kann noch eine Weile dauern.
> zu kaufen gibt, ist nun auch in bio
> verfügbar.
Wobei ich mich bei manchen dieser eingeschweissten Produkte schon auch gefragt habe was das noch mit der Wortherkunft von bio (bios = Leben) zu tun hat.
Auf der anderen Seite muss ich halt schweren Herzens akzeptieren, dass die 4% Nische "bewusster" Käufer schon erschlossen ist. Weiteren Absatz, und somit Konkurrenz zu den richtig "bösen" Produkten schafft man wohl nur mit viel Kompromiss und vor allem "Augen zu".
Ich glaube man darf die Dinge nicht schwarz-weiß sehen, sondern wie sie eben sind. Dann kann man sich auch noch darüber freuen, dass es besser ist das Produkt als Bio zu kaufen, als in nicht-Bio (zumindest wird man irgendeins der vielen Kriterien finden, auch wenn es noch so klein ist)...
Ich darf meine Ansprüche nicht einfach auf alle projizieren, auch wenn es verlockend scheint.