Manufactum macht aus der Not eine Tugend und schlägt dem deutschen Saatgutrecht mit folgender Formulierung ein Schnippchen:
Zur Aussaat und Vermehrung bieten wir Ihnen diese seltenen Knollen nicht an (denn dann wären sie Pflanzgut, was sie aber nicht sein dürfen), zur Verspeisung bieten wir sie Ihnen auch nicht an (denn dann wären sie Speisekartoffeln, was sie aber infolge mangelnder Sortenreinheit und uneinheitlicher Kocheigenschaften auch nicht sein dürfen). Lassen Sie sie daher weder in einen Kochtopf noch in ein gut vorbereitetes Kartoffelbeet fallen letzteres vor allem dann nicht, wenn Sie sie einige Wochen vor dem Legen zwischen den Augen geteilt haben sollten, denn dann wachsen noch viel mehr daraus, und das darf nicht geschehen.
Schön dass so die alte Kartoffelsorten ihre Liebhaber finden können. Das könnte auch als gutes Beispiel dienen um andere Produkte zu verkaufen. Abgesehen davon gibt es dort in dem excellent aufgebautem Onlineshop alles mögliche durch Manufakturen hergestellte Qualitätswaren - diese haben allerdings auch ihren Preis.
Die Kartoffel ist nach Reis, Weizen und Mais weltweit wichtigstes Ernährungsmittel. 85 Prozent einer Pflanze dienen der Ernährung, bei Getreiden sind es nur etwa 50 Prozent. Quelle: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/170244.html
Und bei so einem wichtigen Nahrungsmittel werden nur industrielle Interessen verfolgt und mal wieder nicht das Wohl des Konsumenten! Die alten Sorten sind vielleicht nicht so ertragreich wie die neuen Superzüchtungen. Aber dafür schmecken sie!
Floristische Aleatorik. Vom Nutzen des Zufalls.
Unsere Samenbälle sind daher ein Hilfsmittel, den offenkundig seit mythologischer Zeit für die floristische Arbeit wichtigen Zufall wieder zu seinem Recht kommen zu lassen. Nehmen Sie sie aus der Verpackung, schreiten Sie möglichst absichtslos in Ihrem Garten auf und ab und lassen Sie beizeiten den einen oder anderen davon aus Hand oder Tasche gleiten. Vielleicht treten Sie ihn noch etwas ins Erdreich. Dann heißt es warten. Aber bald schon werden Sie Ihre eigenen, sozusagen göttergleichen Schritte im Garten wiedererkennen – daran, daß dort auf kleinem Fleck alles in Blüte steht.
Heimliche Stadtbegrünung (nebst juristischem Rat).
Samenbälle wie diese stammen aus der neuerlich immer stärker in Erscheinung tretenden Szene der Garten-Guerilla. Dabei handelt es sich um pflanzenliebende Zeitgenossen, die mit ihrer Hilfe städtische Brachflächen, Gehwege und Verkehrsinseln verschönern und in manchen Städten sogar schon sichtbar Zeichen setzen. Wir verfolgen das mit Interesse, ja, durchaus mit Sympathie. Sollten Sie jedoch ähnliche Absichten mit unseren Exemplaren hegen: Unser Hausjurist rät uns dringend, Ihnen dringend zu raten, sich beim möglichst absichtslosen Auf- und Abschreiten in Ihrem Garten bloß nicht auf städtisches Gelände zu verirren. Was ja passieren könnte – absichtslos.