Bisher war mir gar nicht klar, dass es deutsche Mandelsorten gibt, die auch unser Klima gut überstehen. Ich weiß gar nicht mehr wie ich auf die Seite von der gartenakademie.rlp.de gestoßen bin. Sie ist fürchterlich zu bedienen und die Navigation ist mehr als gewöhnungsbedürftig. Aber für guten Inhalt nimmt man so einiges auf sich.
Die folgenden Beschreibung ist ein Auszug aus folgender Seite: http://gartenakademie.rlp.de (leider verschwindet hierbei die Navigation). Das nebenstehende Bild stammt von commons.wikimedia.org.
Der Mandelbaum
botanisch kein Schalenobst, jedoch genießbarer Fruchtteil ist der Kern (Samen im Stein). Strauch oder Baum, 4 7, selten bis 10 m hoch, Wildformen verdornte, Kulturformen unbewehrte Zweige. Bei uns vornehmlich Zierbaum, bei günstigem Blühwetter jedoch auch annehmbare Erträge. Blütenknospen am einjährigen Holz, braucht Fremdbefruchter, selbststeril, wird auch durch Pfirsich befruchtet. Selbstfruchtbare Sorten aus Kalifornien (Legrand, Mandera, Self-Set, Halls Hardy). Blatt im Gegensatz zu Pfirsich unterhalb der Mitte breiter, Stiel mit 2 Drüsen. Blüte Mitte Januar bis Mitte April, spätfrostgefährdet, blüht als erste von allen
Obstarten. Blüte weiß, weiß mit rosa, rosa, dunkelrosa, geschlossene Blüte erträgt -4,4 °C, geöffnete Blüte -2,2 °C, junger Fruchtansatz -1 bis 0,5 °C.
Die Frucht
Stein in samtartiger, behaarter, fleischiger Hülle, Stein sehr hart bis
weich mit allen Übergängen, darin ein, seltener 2 Kerne, harte, nicht
mit Nussknacker zu öffnen, weiche mit bloßer Hand entkernbar. Bittere
Mandeln und süße Mandeln: Bittermandel meist kleiner und spitzer als
Süßmandel. echte Bittermandeln aus Avola (Italien) und Malaga
(Spanien). Kernecht tiefes
Wurzelsystem, mehr Wurzel als Krone, auf gutem Boden gute Entfaltung,
dann aber kurzlebig. Reifezeit in der Pfalz Anfang bis Mitte September,
Ertrag ab 4. 5. Standjahr, unregelmäßiger Ertragsverlauf
(Spätfröste). Vollertrag 30 40 kg pro Baum.
Der Standort
Braucht ausgesprochene Sommerwärme (Heimat), mehr als Pfirsich oder
Aprikose, tiefe Wintertemperaturen (-20 °C) werden ertragen,
trockenheitsverträglich, 200 bis 300 mm Niederschläge pro Jahr genügen,
Trockenheit während der Blüte und zur Fruchtreife erwünscht. Weniger
bedürftig als Olive, muss
im Herbst gut verholzen und braucht Winterruhe. Staunässe wird nicht
ertragen, Boden tiefgründig, trocken, kalkreich.
Die Vermehrung
Veredeln um Sortenechtheit zu erhalten, langlebig wenn auf Wildformen in Hochstamm gepfropft wird,
okulieren auf St. Jul. A, GF 677.
Die Pflanzung
einjährig im Herbst (früh austreibend),beim Pflanzen nachschneiden der
verletzten Wurzeln, (früher dann getaucht in Brei von Lehm und
Kuhmist), beim Pflanzen Triebe einkürzen, sonst Gefahr des
Austrocknens. Nährstoff- und Wasserbedarf in Anwachsphase hoch
Der Schnitt
erträgt jeden Schnitt, 3 5 Leitäste, Verjüngungsschnitt direkt nach der Ernte, Holz gelegentlich nicht ausreifend.
Ernte, Lagerung
Ernte durch Schütteln bei öffnen der Schale. direkt nach der Ernte
grüne Schale weg, da dann noch
weich und gut vom Stein lösend. Feuchtigkeit von normal 20 25 %
zurücktrocknen auf 7 % (Sonne, wenden). Trocknen innerhalb 48 Stunden
abschließen um Verderb zu verhindern, aufbewahren an trockenem,
luftigen Ort. 12 Monate haltbar bei 3 °C bis 0 °C, Luftfeuchte 65
70%, 24 Monate im CA-Lager, schlecht gelagert gummiartig, glasiger
Stein.
Deutsche Sorten
1. Perle der Weinstraße
wahrscheinlich Mandel x Pfirsich, Rupp 1940
kleinkronig,
spät, rosa blühend, wenig spätfrostgefährdet
Frucht mittelgroß, stark gefurchter, sehr harter Stein
Kern im Geschmack stark variierend
(je nach Witterung und Reife)
süße und bittere Kerne kommen vor
reift Mitte bis Ende Oktober
braucht Befruchter
2. Dürkheimer Krachmandel
von E. Philippi, weichschalige Mandel
flache, breit ausladende Krone,
frühblühend und trägt von Mitte Januar bis Mitte April weiße Blüten mit rotem Auge.
dekorativ, Frucht groß, weichschalig
Kern mit graubrauner Haut
würzig, süße Kerne
reift Ende September bis Mitte Oktober
3. Geisenheimer Sorten
(von Maurer aus dem Dürkheimer Raum nach dem 2. Weltkrieg in Geisenheim gesammelt und den Bauschulen übergeben).
Dürkheimer Riesenmandel
Dürkheimer Sehr Große
Ungstein 2 Osten Bad Dürkheim
Ungstein 3 Osten Bad Dürkheim
Bad Dürkheim 11
Wachenheimer Baseler Sehr fruchtbar