Dass es heute noch freie Gendatenbanken gibt finde ich ein Geschenk. In Gatersleben werden seit 60 Jahren Kulturgewächse gehütet. Das Leibnitz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung betreibt eines der weltweit größten Samenbanken auf der Welt. Um das zu gewährleisten werden jedes Jahr 7.500 Pflanzensorten aus den Kühlzellen geholt, um sie auf den Feldern nachzubauen und so frische Samen zu gewinnen. Insgesamt werden so knapp 150.000 Muster gepflegt.
Die Wut kann man bekommen, wenn man den Vorschlag der Experten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittel (BVL) liest: Es wird empfohlen die Gendatenbank umzuziehen. Nein, nicht die paar Quadratmeter Genweizen (12.500 Pflanzen) sollen woanders angebaut werden. Die rund 30.000 Einwendungen wurden bei der fachlichen und
rechtlichen Bewertung des Antrags geprüft und im Genehmigungsbescheid
gewürdigt. Ist ja schön, dass sie gewürdigt wurden. Nur interessiert hat es offensichtlich niemand.
Quellen: Taz 17/18.3.07: Genweizen verdängt alte Kartoffelsorten, BVL: Freisetzung gentechnisch veränderten Weizens in Gatersleben genehmigt, IPK Gendatenbank und Tätigkeitsfelder,
NABU: Forderung nach Verlegung der Gen-Datenbank in Gatersleben ist ein Skandal Seehofer-Behörde will Pflanzenbibliothek zugunsten von Genpflanzen-Anbau opfern