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| Der Kleinsthof
Die Idee des Kleinsthofes oder des Gärtnerhofes ist nicht neu. Sie stammt eigentlich aus den Nachkriegsjahren.
Der Kleinsthof ist ein wenige Hektar großer, gering maschinisierter aber hochwirtschaftlicher Betrieb.
Der Mensch sollte unabhängig werden - also aktuell wie nie zuvor.
Natürlich könnte man nun sagen, die letzten 50 Jahre hatten sie nicht recht, doch klafft die Schere
zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander, die Abhängigkeiten werden von Jahr zu Jahr größer und keiner
kann behaupten, dass ein endliches System unendlich wachsen kann. Jedoch auf diesem einen Standbein
beruht unsere Gesellschaft - bzw. dessen Wirtschaftssystem. Was würde denn passieren, wenn man
alle Möglichkeiten der Technisierung, Automatisierung und Rationalisierung ausschöpfen würde? Die
Produktivität würde gut steigen, wahrscheinlich auch die Aktienkurse. Leider gäbe es dann auch immer
weniger Abnehmer in der Gesellschaft für diese tollen Produkte, denn diese Maßnahmen gehen schließlich
immer auf die Kosten der Arbeitenden. Alternativ könnte man natürlich auch das „nicht Arbeiten“ entlohnen...
Einen schönen Überblick wie man „Aussteigt“ bietet das online verfügbare Buch von Gerhard Schönauer:
Gerhard Schönauer: Aussteigen - aber wie?.
Der Kleinsthof ist ein Gemischtbetrieb, wenn er richtig gestaltet wird,
ein hoch entwickeltes nachhaltiges Ökosystem. Dazu zählen wie in allen existierenden
Ökosystemen auch die Tierwelt - möglichst vielfältig. So stehen auf der einen Seite Nutztiere
wie Kuh, Ziege, Schaf, Geflügel, Schweine und Bienen und auf der anderen Seite die Tiere in der Natur,
wie Regenwürmer, Vögel, Kleinsäuger usw. Den beselten Tieren tritt man mit Erfurcht gegenüber und
gestaltet deren Haltung mit Führsorge und wesensgerecht. Die Tiere bekommen ausschließlich
betriebseigenes Futter und erhält als Gegenleistung hochwertigen Dünger. Schaf und Ziege kann man
nicht auf so kleinem Raum halten, sie müssen die Flächen dauernd wechseln sonst ist der Infektionsdruck
der Parasiten zu groß. Bei Kühen gilt das weniger.
Warum?
Nur wenige Stichpunkte, die den Sinn eines Kleinsthofes oder Gärtnerhofes darstellen:
- Unabhängigkeit durch Eigenversorgung
- Unabhängigkeit von der Wirtschaftslage (Arbeitslosenproblematik; Luftblasen; unnötige Produkte)
- Unabhängigkeit durch Minimierung der Nebenkosten
- Hohe Qualität der Nahrungsmittel - bei niedrigen Kosten
- weniger "normale" Arbeit - mehr Muße für die Natur
- -> Weitere Gedanken
Ein paar Faustzahlen
Für den Anfang stelle ich hier ein paar Faustzahlen vor, anhand derer man sich die benötigten Flächen ausrechen kann.
- Ein Huhn frisst ca. 40 kg pro Jahr Getreide und legt je nach Rasse 200-300 Eier; Platzbedarf 10 qm/Huhn mindestens
- Ein Mensch verzehrt ca. 50 kg Brotgetreide pro Jahr, je nach Nudelverzehr natürlich mehr.
- Getreideernte: 3t/ha; 1/3 der Fläche zusätzlich für Körnerleguminosen (N-Bindung + Nahrung)
- 2 Kühe oder 6 Ziegen/Schafe pro ha (10.000qm)
- Gemüsegarten ca. 100-125 qm / Person
- Holzverbrauch: ?
- Saftausbäute: 50 Kg Äpfel lieferen ca. 30-35 Liter Apfelsaft
Beispiel einer vierköpfigen Familie:
Durch geeignete Fruchtfolgen und Gestaltung der Flächen, kann die Fläche auch „doppelt“ genutzt werden.
z.B. können die Hühner zwischen Obstgehölzen leben. Da reichen locker 500 qm für bis zu 10 Hühner und
einer Menge Obstgehölze. Also braucht man ca. 4 x 50 kg Getreide für die Menschen
und 10 x 40 kg für die Hühner. Das macht 600 kg Getreide bzw. 2000 qm Getreideanbau und 1000 qm Leguminosen für die
Stickstoffbindung. Somit kommt man mit ca. 3500 qm auch in schlechten Jahren gut zurecht. Je nachdem ob man
noch Milch und Milchprodukte selber herstellen möchte, braucht man zusätzliche Fläche - idealer Weise kooperiert man
mit anderen, um sich nicht nur die Produkte, sondern auch die Arbeit zu teilen..
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