Die Pflanzenwelt im Biogarten
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Dicke Bohne (Vicia faba L. ssp. faba)| Pflanzenfamilie: | Schmetterlingsblütler (Leguminosae) | | Typ: | Hülsenfrüchte | | Planetenkonstellation: | Frucht | | Nährstoffbedarf: | Schwachzehrer | | Boden: | 6,5 pH | | Kulturdauer: | 90-100 Tage | | Günstige Vorkultur: | alles außer Leguminosen | | Mischkultur günstig mit: | Spinat, Kohlrabi, Möhre, Pastinake | | Saattiefe: | 8 cm | | Planzabstand: | 40x15-25 cm |
Aussaat - Pflanzung - Ernte
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Aussaat - Anzucht
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Pflanzung - Freiland
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Erntezeit
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Allgemeines
Diese Bohne ist gar keine Bohne sondern eine Wicke (Vicia). Es gibt auch verwandte Sorten wie Saubohne, Pferdebohne, die angeblich weniger geeignet sind zur menschlichen Ernährung. Wie die Namen schon sagen, sind sie dienlich als eiweißreiche Futterlieferanten. Die ursprüngliche Wildform der Ackerbohne ist heute nicht bekannt, stammt aber wahrscheinlich aus dem Vorderen Orient. Die Anfänge des Ackerbohnenanbaus liegt ca. 8000 Jahre zurück. Sie kommt heute nur noch als Kulturform vor.
Seymour bezeichnet sie als eine der wichtigsten Pflanzen im Garten eines Selbstversorgers, denn wer Ackerbohnen und Kartoffeln hat, hätte die Garantie niemals zu verhungern. Sie dient als gute Eiweißquelle in der Ernährung und wird dort angebaut, wo Sojabohnen nicht mehr gedeihen. Dies dürfte zumindest in unseren Regionen fast überall sein dürfte (außer im südliche Rheintal).
Im Gegensatz zu den "richtigen" Bohnen steht die Ackerbohne aufrecht und braucht keine Stütze. Die Samen können entweder frisch geerntet werden oder für den Wintervorrat und die folgende Aussaat getrocknet werden.
Ackerbohnen sind Stickstofflieferanten, passen daher gut in Fruchtfolgen um eine N-Fixierung zu erreichen und durchwurzeln den Boden sehr gut.
Der Vorteil im Anbau von Vicia faba in der Landwirtschaft liegt darein, dass eine Ernte stattfindet, wenn das Getreide schon gedroschen ist. Sie findet in einer Zeit statt, wo die Erntebelastungen wieder geringer geworden sind. Ein weiterer Vorteil gegenüber Eiweißerbsen liegt auch in der besseren Bodenbeschattung. Der Unkrautdruck ist demnach geringer.
Sommerackerbohnen oder Winterackerbohnen? In der Regel werden Sommerackerbohen angebaut. In milden Lagen unter 600 m ü. M. Winterackerbohnen haben den Vorteil, dass sie über den Winter hinweg den Boden decken und so als ideale Gründüngung im Garten dienen können. Winterackerbohnen werden zwischen Mitte Sebtember und Mitte Oktober gesät.
Ihre biologische Wertigkeit des Eiweißes liegt mit etwa 40% deutlich geringer als z.B. bei der Sojabohne oder der Lupinie. Sie stellt damit auch den begrenzenden Faktor bei der Fütterung dar. Ackerbohne ist geignet als Milchviehfutter. Die maximale Tagesration beträgt 1,5kg/Tier. Tiefe Methionin- und Tryptophangehalte machen die Ackerbohne als Schweinefutter ungeeignet. Hühner fressen sie nicht gerne. Tanninhaltige Sorten beeinträchtigen die Futteraufnahmefähigkeit und die Verdaulichkeit. Tanninarme weißblühende Sorten befinden sich auf dem Markt.
Boden und Klima
Die Ackerbohne ist frostunempfindlich. Die Sommerackerbohnen ertragen Fröste bis ca. minus 4°C und werden schon im Februar ausgesät. Dies ist wichtig, da sie dann weniger anfällig gegen Blattläuse ist. Ideal sind tiefgründige, schwere, kalkreiche Böden, aber sie gedeiht auf jedem kompostreichen Boden. Ungeeignet sind flachgründige, zu Trockenheit neigende Böden. Saure Böden mag sie nicht.
Die Ackerbohne stellt eigentlich sehr hohe Ansprüche an eine gleichmäßige Wasserversorgung. Vor allem zur Blütezeit braucht sie ausreichend Wasser, sonst leidet der Ertrag. Liegt der Jahresniederschlag über 1000mm, ist der Anbau von Ackerbohnen denen des Eiweißerbsen vorzuziehen.
Ihr Verhalten unter verschiedenen Klimabdingungen ähnelt dem der Erbse, sind jedoch noch etwas frostunempfindlicher.
Bodenbearbeitung
Günstig ist ein gelockerter Boden. So empfiehlt sich den Boden Tief umzugraben oder tief zu lockern. Mist, Kompost oder Gründünger wird gleich mit eingearbeitet.
Bei Sommerackerbohnen empfiehlt es sich bei schwereren Böden die Herbstfurche, sonst reicht auch noch das pflügen am Ende des Winters kurz vor der Aussaat. Der Winterackerbohnenanbau stellt wegen des höhrern Unkrautdrucks noch mehr Ansprüche an ein unkrautfreies Saatbett.
Der Untergrund sollte aufgelockert sein, damit eine tiefe Durchwurzelung möglich ist und die Knöllchen gute Bedinungen zum Entwickeln vorfinden. Das Saatbett soll fein und abgesetzt sein.
Aussaat und Anzucht
Um die Keimung zu erleichtern und zu beschleunigen, legt man die Bohnen für ca. 24 Stunden vor der Aussaat in Wasser. Die Bohne ist dann unabhängiger vom Wetter und kann ohne weitere Wasseraufnahme aus dem Boden keimen. Schnelleres keimen bedeutet auch schnelleres Wachsen, weniger Ausfall durch langes liegen im Boden und Zeitvorsprung. Eine späte Aussaat führt zwar zu einer üppigen Bestandsentwicklung, jedoch mit weniger Hülsen.
Sobald der Boden im Februar offen ist, kann mit der Aussaat begonnen werden. In günstigen Lagen kann man die Ackerbohne auch schon im Herbst (Mitte September bis November) aussäen.
Der Reihenabstand und Pflanzenabstand hängt immer von vielen Faktoren und auch von den Sorten ab. Ein Reihenabstand von 25-80cm werden angegeben und ein Pflanzenabstand von 10-25cm. Die Saattiefe beträgt je nach Literatur und Korngröße zwischen 6 und 12 cm. Allgemein kann man vielleicht sagen, dass je größer der Samen, desto größer auch der Reihen- und Pflanzabstand und desto tiefer die Saattiefe beträgt. Eine tiefere Saat bedeutet auch eine bessere Verankerung, was wichtig ist für das Striegeln.
Sommerackerbohnen werden mit ca. 50 Körnern pro m2 (250kg/ha) und Winterackerbohnen um 30 Körner pro m2 (180kg/ha) angegeben. Die Saatmenge hängt aber stark von der Korngröße ab.
Ein optimaler Standraum für jede Einzelpflanze ist Vorraussetzung für einen ausreichenden Lichteinfall und damit für einen guten Hülsenansatz. Dünne Bestände sind in der Regel auch standfester.
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Fruchtfolge
Eine N-Fixierung von ca. 100kg N / ha macht sie zu einer wertvollen Vorfrucht. Aber auch nach der Kartoffelernte kann die Ackerbohne noch als Gründüngung gut eingesetzt werden. Die starke Bodenbeschattung und die intensive Durchwurzelung der Leguminose hinterlassen den Bodn in einer meist vorzüglichen Gare. Der hohe Anteil an Wurzelrückständen bewirkt immer eine Humuserhaltung, bei Einarbeitung des Leguminosen-Stohes auch Humusmehrung. Die immer wieder intensive Förderung des Bodenlebens durch die Leguminose begünstigt die Bodengesundheit.
Die Ackerbohne selber stellt nur geringe Ansprüche an die Vorfrucht. Günstig werden für die Landwirtschaft Mais mit Untersaat, Kartoffeln mit Zwischenfutter, Getreide mit Einsaat oder Zwischenfrucht angegeben.
Wegen der Möglichkeit von hohen Stickstoffverlusten, sollte nach Ackerbohnen keine Leguminosen angebaut werden. Günstig als Nachkulturen sind Wintergetreide, Mais, Kartoffeln und Gemüse. Bei den Kulturen, erst im Folgejahr angebaut werden muss eine Zwischenfruchtanbau erfolgen, sonst drohen wertvolle Stickstoffverluste.
Eine Anbaupause von mindestens 4-5 Jahren muss eingehalten werden.
Mischkultur
Bewährt hat sich eine Mischkultur mit Kartoffeln, wobei die Ackerbohne dann mehr als Gründünung Verwendung findet und abgesenst wird, sobald die Kartoffelpflanzen größer werden.
Auch ein größerer Reihenabstand von ca. 1,80m mit späterer Buschbohnensaat dazwischen scheint eine gute Möglichkeit zu sein. Die Ackerbohnen brechen dann den Wind für die empfindlicheren Buschbohnen. Auch ein Gemenge mit Hafer ist üblich. Wobei ein Verhältnis von Hafer zu Ackerbohne von 1:3 verwendet wird.
Düngung
Kali-Düngung tut der Ackerbohne gut, so kann man getrost überschüssige Holzasche auf dem Bohnenbeet verteilen. Maximal 100g pro 2m Pflanzenreihe. Bei einem pH-Wert des Bodens unter 6,5 ist es ratsam den Boden aufzukalken
Der Ausgebrachte Dünger sollte nicht zu stickstoffhaltig sein, da dieser die Knöllchenbildung verzögert. Eher mit Kompost düngen, als mit frischem Mist.
Der Nährstoffbedarf ist bescheiden. In aktiven, biologisch bewirtschafteten Böden kann der Bedarf in der Regel mit dem Einarbeiten einer Gründüngung ohne zusätzliche Düngung zur Kultur gedeckt werden. Bei mageren Böden empfiehlt man eine Mistkompostgabe bis zu 150dt/ha.
Pflege
Die Ackerbohne kann man in der Jugend gerne etwas angehäufelt werden. Dies hat gleichzeitig den Vorteil, dass das Wildkraut um die Pflanzen in schach gehalten werden. Nur in sehr windstarken Gegenden, wird man die Ackerbohnen stützen müssen. Dazu kann man zwei Pfosten an den Reihenenden einschlagen und die Pflanzen mit einer Schnur umziehen.
Zur Unkrautbekämpfung können Ackerbohnen vor dem Auflaufen gut blind gestriegelt werden. Dies ist möglich bis der Keimling 4cm unter die Oberfläche herangewachsen ist. Nach dem Auflaufen bis zum Zweiblattstadium sollte man es vermeiden zu striegeln oder mindestens die Berührung vermeiden, denn dann sind die Pflänzchen sehr empfindlich. ab einer Höhe von 25cm Höhe wird mit der Reihenhacke gehackt.
An sich verfügt die Ackerbohne über eine hohe Konkurenzkraft gegenüber Unkräutern. Es ist somit wichtig das Unkraut in der Jugendentwicklung in den Griff zu bekommen.
Schädlinge und Krankheiten
Es gibt diverse Blattkrankheiten wie Schokoladen- oder Braunfleckigkeit (Botrytis fabae), Brennfleckenkrankheit, Bohnenrost und Bohnen-Meltau. Hat man einen gesunden Boden, werden sich auch gesunde Pflanzen entwickeln. Vorbeugende Maßnahmen sind: Weite Fruchtfolge, rasche Verrottung der Ernterückstände, nicht zu dicht säen, und kein Anbau auf staunassen Böden. Da mir das spritzen nicht behagt, schreibe ich auch nichts dazu.
Die Schwarze Bohnenblattlaus ist wohl das größte Problem bei den Bohnen allgemein. Speziell bei der Ackerbohne versucht man, wenn der Befall auftritt, die Pflanzen so groß wie möglich zu haben. Also durch möglichst frühe Aussaat wie oben beschrieben. Je größer die Pflanze, desto kleiner der Schaden, der angerichtet werden kann. Die Bohnenblattlaus läßt sich vor allem an den jüngeren Triebspitzen nieder. Vereinzelt kann man diese bei ausreichender Größe ausbrechen. Oft beobachtet man, dass die Populationen zusammenbrechen, da nach kurzer Zeit schon eine Parasitierung durch Nützlinge stattfindet. Eine vielfältige Vegetation fördert die Nützlinge.
Andere tierische Schädlinge sind der Erbsenwickler, Samen-Käfer und Stengelälchen.
Ernte
Die erste Ernte erfolgt, sobald die ersten zarten Schoten sich gebildet haben. Diese jungen Schoten werden als frisches Gemüse ganz gekocht und verzehrt. Auch die Triebspitzen kann man essen. Später wenn diese zu hart werden, streift man die Böhnchen heraus und ist diese dann. Wird auch die Bohnen zu hart werden, läßt man die Pflanzen trocknen und erntet die ganze Pflanze. Für die Trockenheit der Angelegenheit muss man ein gefühl entwickeln. Ist die Pflanze zu feucht, z.B. wegen der Witterung, hängt man sie möglichst trocken und luftig auf. Wenn die Samen trocken genug sind, schüttelt man sie heraus.
Die Samenernte bei Sommerackerbohnen ist in der Regel Ende September und die der Winterackerbohen Anfang August. Günstig ist ein warmer trockener letzter Monat vor der Ernte. Die Körner können dann nicht mehr mit dem Fingernagel eingeritz werden. Die Mähdruschreife ist dann, wenn die Hülsen schwarz und ausgetrocknet sind, jedoch nicht zu trocken, da sie sonst zerspringen können. Sie müssen dann noch nachgetrocknet werden.
Die Trockensamen-Erträge liegen so zwischen 30 und 50 kg pro Are oder dt/ha. Sie besitzt eine mangelnde Ertragsstabilität. Würden alle Blüten reife Hülsen ausbilden, wäre der Ertrag etwa drei mal so hoch. Es werden jedoch die Hälfte der etwa 70 Blüten abgeworfen und die Hälfte der jungen Hülsen. So kommen ca. 20% der Blüten zu Hülsen, die auch ausreifen. Der Grund liegt in der Assimilationskonkurenz. Randpflanzen erreichen deutlich höhere Quoten.
Lagerung
Sie erfolgt wie bei allen Samen kühl und trocken. Die maximale Feuchtigkeit der Bohnen beträgt 13%, sonst besteht Schimmelgefahr.
Vermehrung
Die Ackerbohnenblüte ist zwittrig und dennoch vorwiegend fremdbefruchtend, da sie sich an der Selbstbefruchtung behindert.
Die Vermehrung erfolgt rein Generativ über Samen. Es gibt drei Grupen von Ackerbohnen. Die kleinsamige Gruppe (TKG 350-600g), großsamige Gruppe (TGK 700-900g) und die Puffbohnengruppe (TKG 1000-2000g).
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